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Steven M. Stanley: Extinction.
New York: Scientific American Library, 1987. 242 Seiten – stanley Linksstanley Literatur
Steven M. Stanley, derzeit an der Johns Hopkins University Baltimore, untersucht die Massensterben von lebenden Arten.
J. John Sepkoski und David M. Raup stellten in einem Artikel 1982 in Science (stanley Literatur) 5 grosse Massenaussterben und 10 weitere sekundärer Art fest. Dabei wird zwischen nur regionalen Verschwinden von Arten und dem globalen, oft viele Arten betreffenden Massensterben unterschieden. Die Hintergrund-Aussterben (“background extinction”) bezeichnet das allmähliche Aussterben einer oder mehrerer Arten; dazu zählt man wohl auch das von Menschen verursachte Aussterben. Stanley untersucht die beiden kontroversen Konzepte, die als Ursache diskutiert werden:
  1. Extraterristische Ursachen (Meteore, Kometen, Sonnenaktivität, kosmische Strahlung): “impact theories”
  2. Terristische Ursachen (Vulkane; globale Klimaveränderungen; Verschiebung von Land und Meer (Plattentektonik) mit geologisch schnellem Abfall der Meereshöhe; Veränderung des Sauerstoffgehalts im Meer; Salzkonzentration im Meer; Futtersituation; Verdrängung durch andere Arten)
Das Kathastropenkonzept als Ursache der Massenaussterben herrschte im 18. Jhdt. vor und passte gut in das Konzept von Georges Cuvier, einem französichen Paläontologen. Dieses Konzept wurde in den 1830-er Jahren vom Engländer Charles Lyell angegriffen. Er sah die Erde als eine große natürliche Maschine, die ihre ausgeglichene Stati nur allmählich wechselt.
Steven M. Stanley sieht terristische Ursachen und darin wiederum Klimaveränderungen als Hauptursache der Massensterben. Er bezweifelt aber nicht, dass viele Massensterben mehr als eine Ursache haben. Für mich stellt sich die Frage: wie kommt es zu massiven Klimaveränderungen?
Zu Spekulationen veranlasst eine errechnete Periodizität: alle 26 Mio Jahre ein Massensterben (S. 18). Vergleiche dazu: stanley Periodizität der Massensterben.
Stanley diskutiert in Extinction die Massensterben chronologisch, wobei er dem bekanntesten, dem Aussterben der Dinosaurier, einen breiten Raum gibt.
Sehr leserfreundlich ist, dass vor jedem Kapitel eine Zeitskala mit Markierung der folgenden besprochenen Massensterben eingeschoben ist.
Für extraterrestrische Ursachen beim Massenausterben vor 65 Mio Jahren spricht die hohe Iridium-Konzentration, ein auf der Erde seltener Stoff. Allerdings spricht dagegen, dass dieses Massensterben schon Millionen Jahre vor der beobachteten Iridium-Konzentration in den Ablagerungen einsetzte. Ein Trichter für einen Meteoriten der geschätzten Grösse von 10 km Durchmesser konnte bisher nicht geortet werden. So mutmassen andere Forscher, dass ein Vulkanausbruch verantwortlich ist, der zu saurem Regen, starker Wolkenbildung und globalem Temperaturanstieg führte.
Stanley: "The search continues" (S. 165).
Schöne, zahlreiche und aussagefähige Fotos und Skizzen begleiten das ansprechende Buch. Erfrischend und die Glaubwürdigkeit steigernd ist, dass der Autor einleitend und auch an manchem Diskussionsende unumwunden gesteht, dass noch vieles unerforscht und nicht verstanden ist: "The debate continues" (S. 207). Für das Thema »Massensterben« in geologischer Zeit ist Extinction eine hervorragende Informationsquelle; auch für den Laien gut verständlich.
stanley Anfang
Periodizität der Massensterben
Während Stanley in Extinction, sich auf andere Forscher berufend, etwa alle 26 Millionen Jahre ein Massensterben feststellt (S. 18) meldete Spiegel Online, sich auf amerikanische Physiker berufend,
etwa alle 62 Millionen Jahre ein massenhaftes Artensterben. Eine Erklärung dafür gibt es bislang nicht.
Spiegel Online 14. März 2005; siehe stanley Links
Menschheit verursacht größtes Artensterben seit Sauriertod
Biologen stellen derzeit das größte Artensterben seit 65 Millionen Jahren fest. Verantwortlich sind dafür Eingriffe des Menschen, heißt es in einem Bericht der Vereinten Nationen.
Spiegel Online 21. März 2006; siehe stanley Links
Links
stanleySteven M. Stanley, Professor of Paleontology at Johns Hopkins University
stanleyExtinction
stanleyMassensterben, Artensterben
stanleyMenschheit verursacht größtes Artensterben seit Sauriertod, Spiegel Online 21. März 2006
stanleyAlle 62 Millionen Jahre. Massensterben folgt mysteriösem Rhythmus, Spiegel Online 14. März 2005
evolution Links zur Evolution
evolution Literatur zur Evolution
Literatur
Alvarez, Walter: "Comparing the Evidence Relevant to Impact and Flood Basalt at Times of Major Mass Extinctions". Astrobiology 3.1 (2003). S. 153-161.
Bohor, B.F., Foord E.E., Modreski P.J., Triplehorn D.M.: "Mineralogic Evidence for an Impact Event at the Cretaceous-Tertiary Boundary". Science 224 (1984). S. 867–869.
Elliott, David K., Hg.: Dynamics of Extinction. New York: John Wiley and Sons, 1986. 294 S. Frisch, Wolfgang, Martin Meschede: Plattentektonik. Primus 2005. 196 S.
Raup, David M., J. John Sepkoski: "Mass Extinctions in the Marine Fossil Record". Science 215 (1982). S. 1501–1503.
Raup, David M., J. John Sepkoski: "Periodic Extinction of Families and Genera". Science 231 (1986). S. 833-836.
Sole, Ricard V., Susanna C. Manrubia, Michael Benton, Per Bak: "Self-similarity of Extinction Statistics in the Fossil Record". Nature 388 (1997). S. 764-767.
Thomas, Jeremy: "Comparative Losses of British Butterflies, Birds, and Plants and the Global Extinction Crisis". Science 303 (2004). S. 1879-1881.
derzeit (4/2006) nur antiquarisch  
stanley stanleyStanley, Steven M.: Extinction. New York: Scientific American Library, 1987. 242 Seiten
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 16.4.2006