| Ulrich Kutschera, Hg.: Kreationismus in
Deutschland. Fakten und Analysen Berlin: Lit, 2007. Broschiert, 370 Seiten |
Noch ein Buch
über Kreationismus? Es gibt doch genug (
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| Da viele Punkte von
Kreationismus in Deutschland nachfolgend besprochen werden, vorab das Fazit: die Lektüre lohnt sich; ich
meine sowohl für Leser, die vor der Frage stehen: Evolution oder
Kreationismus?, aber auch für Leser, die Hintergründe des
Kreationismus und ID kennenlernen wollen oder die von kompetenter
fachspezifischer Seite die Schwachpunkte der 6. Auflage von Evolution - ein
kritisches Lehrbuch aufgezeigt bekommen wollen. Die Ziele des Werks legt Herausgeber Ulrich Kutschera zu Beginn fest:
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| Die Beiträgen stammen durchwegs von Biologen oder Wissenschaftstheoretikern: Andreas Beyer, Uwe Hoßfeld, Hans-Jörg Jacobsen, Thomas Junker, Ulrich Kutschera, Reinhold Leinfelder, Martin Mahner, Axel Meyer und Martin Neukamm. |
| Ich kann nur auf einige Punkte des
reichhaltigen Sammelbands eingehen. Der Beitrag von Thomas Junker war erhellend und erheiternd, kurzum super. Die Kontroverse um Christoph Schönborn habe ich verfolgt und kommentiert ( Das von Thomas Junker behandelte TV-Gespräch sah ich zweimal: einmal der "normale" Beitrag im Philosophicum, ein zweites Mal die ausführliche Version mit den Gesprächen im Hintergrund. Junkers Beitrag erhellte einiges, was im TV-Beitrag für mich vielleicht aus Respekt vor dem teilnehmenden Kardinal nicht so klar herauskam. Bei Andreas Beyer bewunderte ich wie detailreich er auf den vielen Mist, zum Beispiel in Hans Krauses Research Reports ( Martin Neukamm greift einen extrem wichtigen Punkt in der ganzen Auseinandersetzung auf; ja, es ist vielleicht der wichtigste, der da ihn die Kontrahenten nicht vorab klären oft zu unnötigen Schlagabtauschen führt. Der methodologische Naturalismus ist in den Wissenschaften nicht eine beliebige, sondern eine notwendige Nullhypothese. Der beliebte Einwand der Anti-Evolutionisten, man kann das glauben oder jenes, ist damit vom Tisch. Eugenie Scott bezeichnet die Einführung supranaturalistischer Mächte als "science stopper". Anti-Evolutionisten, die trotzdem als wissenschaftlich gelten wollen, bestreiten, dass man diese Mächte beliebig (jokermässig) einsetzen könne, vermögen aber kein Kriterium anzugeben, wann man sie nun einsetzen darf und wann nicht; zumal sie den "Lückenbüsser-Gott"-Vorwurf meist vehement ablehnen. Die empirischen Daten lassen immer beliebig viele Interpretation (= Theorien) zu. Dabei ist wichtig, dass die Evolution sehr wohl falsifizierbar ist (siehe die Liste von Beyer, S. 156). Die Theoriewahl muss sich daher an Kriterien, wie sie allgemein in der Wissenschaft üblich sind orientieren: Einfachheit, ontologische Sparsamkeit, auch Eleganz, usw. wie sie Neukamm anführt (S. 195). Eine der schlagendsten rhetorischen Hiebe wird mit dem Orkantief "Lothar" (S. 246) geführt. Die Wissenschaftler und die meteorologischen Theorien können weder dieses Sturmtief noch den Orkan "Kyrill" (Januar 2007) vollständig erklären. Niemand hätte sie konkret im sagen wir Jahr 1980 voraussagen können. Das gibt aber nicht den geringsten Grund deshalb wieder die Donnergötter Thor oder Donar einzuführen. |
| Kritik Zum Teil durch die Vielzahl von Autoren entschuldigt, gingen mir doch einige oft wiederholte Floskeln so sehr berechtigt sie sind gegen den Strich; ich nenne: bei Werken von "Wort und Wissen" ( Als Vegetarier stimme ich Kutscheras These, dass Vegetarier aus rational nicht nachvollziehbaren Gründen den Fleischkonsum ablehnen (S. 39), nicht zu. In aller Kürze: die Argumente, die viele Menschen vom Konsum von Menschenfleisch abhalten, führe ich analog für die Tiere an. Sind jene rational, so reklamiere ich dies auch für meine. Aus dem sechsten Kapitel "Die Affäre Max Planck" fehlen einige Namen im Index (z.B. S. 262, 264); "Popper 1994" (S. 254) muss wohl "Popper 1984" lauten. da ließ die lektorische Sorgfalt nach. |
| Gesamtbewertung Für den eiligen Leser der Besprechung gab ich schon eingangs ein |
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