| Horst Bredekamp: Darwins Korallen.
Frühe Evolutionsmodelle und die Tradition der
Naturgeschichte Berlin: Wagenbach, 2005. Gebunden, 111 Seiten. Kleine Kulturwissenschaftliche Bibliothek Bd. 73 |
| Der Baum des Lebens oder die Eiche Ernst Haeckels sind beliebte Metaphern für die Entwicklung des Lebens, für die Phylogenese, aus dieser Erde. Jüngere Evolutionstheoretiker (Stephen Jay Gould) plädierten für die Buschform mit vielen verdorrten, ausgelaufenen Zweigen: das Artensterben repräsentierend. Keinesfalls sind die Lebensstränge einzelne Seile, wie es die Kreationisten behaupten; auch keine Leitern, die vielleicht sogar einen Aufstieg unterstellen. |
Horst Bredekamp stellt nun wenn
ich es richtig las zwei Behauptungen auf.
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| Die meisten Bilder dieser Art haben
einen großen Nachteil: sie suggerieren beim Betrachter vieles, was er oft
ein Leben lang nicht mehr abschütteln kann: eine Ordnung, die es so in der Natur nicht gibt ein striktes Artendenken (isolierte Zweige mit einem festen Ursprung) eine Hierarchie, vielleicht sogar mit dem Menschen an der Spitze (zeitlich ziemlich jung): mit Baumkrone verbindet man die Krone der Schöpfung. Die Koralle ist in dieser Hinsicht ein Fortschritt, strebt sie doch nicht mit all ihren Zweigen ans Licht, also nach oben und sie gibt ein stärker vernetztes Bild. |
| Für Kunstliebhaber und an der Geschichte der Naturwissenschaft Interessierte ist Darwins Korallen sicher ein Gewinn. Für die Evolutionstheorie sehe ich den Wert in der Erkenntnis, dass der Baum des Lebens nicht das angemessene Bild ergibt. Doch die sollte man ohnehin haben. |
| Links |
| Horst Bredekamp:
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| Literatur |
| Nicole C. Karafyllis: "Buchbesprechung: Darwins Korallen. Von Horst Bredekamp". Biologie in unserer Zeit 36:1, (2006). S. 57 |
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