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Bioethik
Marcus Düwell: Bioethik: Methoden, Theorien und Bereiche
Stuttgart: Metzler, 2008. Broschiert, 276 Seiten – rezension Linksrezension Literatur
Kein Bereich der Philosophie steht so im Brennpunkt der Öffentlichkeit wie die Bioethik. In ihr werden die Fragen zur Geburt, Leben und Tod behandelt. Kaum ein Tag, an dem nicht die Presse über Geburtenkontrolle, Patientenverfügung oder Sterbehilfe berichtet. Wer dabei mitdiskutieren will muss sich gründlich informieren. Bioethik von Marcus Düwell leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
Viele denken von Geburt, Leben und Tod viel zu verstehen, sie halten sich zu diesen Fragen kompetent für Antworten. Doch die moralischen Intuitionen, die für Eigentumsfragen funktionieren mögen, versagen bei den bioethischen Fragen meist.
Marcus Düwell gliedert den schwierigen Stoff so:
I. Was ist Bioethik? Eine Einleitung
II. Bioethik und Moralphilosophie
III. Querschnittsfragen der Bioethik
IV. Bereiche und Diskussionen der Bioethik
V. Abschluss – Perspektiven der Bioethik
VI. Anhang

Das ist erläuterungsbedürftig.
Das kurze Einleitungskapitel ist wirklich jedem zu empfehlen. Das zweite, abgrenzende Kapitel zeigt die Bioehtik im Rahmen der Metaethik und Moralphilosophie. Es eignet sich mehr für ein studentisches Publikum vieler Disziplinen (Philosophie, Theologie, Medizin, Recht, Theologie, Politik, Biologie, Chemie, Kulturwissenschaften, ...). Die Querschnittsfragen behandeln die Schnittpunkte von Natur, Leben, Mensch und Kultur im weiten Sinne. Nach der ausführlichen Grundlegung geht das 4. Kapitel dann in die eigentliche Diskussion bioethischer Fragen. Allerdings behandelt es keine aktuellen Detailfragen oder den Stand der gegenwärtigen Diskussion in Deutschland. Es geht um die theoretischen Voraussetzungen für kompetente Meinungsbildung. Dabei kommen aber alle Themen, die man erwartet, zum Zuge: Gendiagnostik und -therapie, Reproduktionsmedizin, z.B. In-Vitro-Fertilisation IVF, Präimplantationsdiagnosik PID, Klonen, Organtransplantation, Erzeugung embryonaler Stammzellen, Sterbehilfe, Euthanasie, Tierethik.
Aus dieser knappen Erläuterung ergibt es sich von selbst, dass Düwell in Bioethik keinen eigenen Standpunkt explizit vertritt. Er will ja gerade möglichst objektiv über die Zusammenhänge und Methoden in der Bioethik informieren.
Bioethik befähigt den Leser durch sorgfältige Fundierung und Schärfung des interdisziplinären Blick sich selbst ein Urteil zu all diese Fragen zu bilden. Der hohe akademische Anspruch macht das Buch für Laien nicht immer leicht lesbar. Es lohnt sich aber!
Prof. Dr. phil. Marcus Düwell, * 1962, Philosoph. Studium in München und Tübingen. Promotion über das Verhältnis von Ethik und Ästhetik.
Von 1993 bis 2001 wissenschaftlicher Koordinator des Interfakultären Zentrums für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen.
Seit 2002 Lehrstuhlinhaber für philosophische Ethik und Wissenschaftlicher Direktor des Ethik-Instituts an der Universität Utrecht.
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Links
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