| Thomas Junker, Sabine Paul: Der
Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben München: Beck, 2009. Gebunden, 224 Seiten |
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| Am 14. Mai 2009 referierte Thomas Junker an der Evangelische Stadtakademie München zu "Der Darwin-Code. Die Evolution erklärt unser Leben". Dabei stand in der Vorankündigung die Frage nach dem Sinn des Lebens. Bislang gilt, dass die Wissenschaft darauf keine Antwort hat. Thomas Junker, Professor für die Geschichte der Biowissenschaften an der Universität Tübingen, will mit der Mitautorin Sabine Paul im Buch Der Darwin-Code zeigen, dass die Evolutionsbiologie darauf doch eine Antwort hat. | ||
| Üblicherweise führt man
äußere Merkmale und innere Beschaffenheit der Lebenwesen auf die
Evolution zurück. Die beiden Autoren weisen nach, dass auch viele andere
Eigenschaften, beispielsweise das, was Richard Dawkins als Meme benannt hat,
durch die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie erklärt werden können.
Sie zeigen es am Altruismus, Terrorismus, Wissen, der Kunst und
Religion. Praktizierter Altruismus kann verschiedene evolutive Ursprünge haben. Ausführlich wird die Verwandtenselektion ("kin selection") erörtert, eine Strategie zur indirekten Fortpflanzung. Verwandte haben teilweise übereinstimmende Gene; die nähere Umgebung wird näherungsweise für verwandt gehalten. Zum Terrorismus führen sie evolutionär erklärte Beispiele der Selbstaufopferung (Selbstmordattentäter!) an. |
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| Nachdem ich den
Vortrag im Mai 2009 gehört hatte fieberte ich der Beantwortung nach dem
Sinn des Lebens entgegen. Im Vortrag hatte sich Junker elegant über die
Wortbedeutung von "Leben" angenähert. Im Buch kommt dies im III. Abschnitt
unter evolutionäre Strategien. Junker legt einen gängigen Funktionsbegriff zugrunde, ohne ihn näher zu erklären. Er geht u.a. auf Ruth Millikan ( Ein bestehendes Teil X hat die direkte allgemeine Funktion F wenn und nur wenn,
Dass man beim Menschen da mehr erwartet ist auch den Autoren klar. Sie führen es in den folgenden Kapitel noch etwas aus. Dabei passen sie die zur Sinnfrage vorhandeen philosophische Tradition etwas ihrem Zweck an, scheint mir. Die Grundantwort bleibt aber auch für den Menschen. |
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| Damit unterläuft den Autoren
ein naturalistischer Fehlschluss reinsten
Wassers. Da gibt es Moleküle, Zellen, Organe und Körperteile, die
sich fortpflanzen. Flugs wird dies zum Sinn erklärt. Krasse Riposte: diese
Molekülen, Zellen, Organen und Körperteilen sterben auch ab
(Individuen, Arten). Ist das vielleicht deren Sinn? Wohl kaum. Dabei sprechen es die Autoren klar aus:
Auch hier sprechen die Autoren aus, dass fremde Zwecke zugrunde liegen:
Die Behauptung, dass die Naturwissenschaft nichts über den Sinn des Lebens aussagen kann, bleibt daher weiterhin gültig, entgegen dem Fazit der Autoren (S. 198). Wer hierzu bessere Antworten sucht, der schaue unter |
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| Mit der Evolution können die Autoren vieles überzeugend und zum Nachdenken zwingend erklären. Die Mechanismen der Evolution sind viel faszinierender als es sich manche Kreationsten vorstellen können. Zur Antwort auf den Sinn des Lebens reicht es aber nur, wenn man die Prämisse "Der Sinn des Lebens auf der Erde ist die Weitergabe dieses Lebens via Fortpflanzung" mitträgt. Sehr empfehlenswert. | ||
| Links | ||
| Sinn des Lebens |
| Vergleichsliteratur |
| Literatur |
| Ruth G. Millikan (1989): "In Defense of Proper Functions". Philosophy of Science 56. S. 288-302. |
| John Maynard Smith (2000): "The Concept of Information in Biology". Philosophy of Science 67. S. 177-194. |
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| Thomas Junker: Die Evolution
des Menschen. München: Beck, 2009. Broschiert, 127 Seiten
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