| Thomas Junker: Die Evolution des
Menschen. München: Beck, 2009. Broschiert, 127 Seiten |
| Thomas Junker fiel mir zum ersten Mal in einer Fernsehdiskussion des ORF zusammen mit Christoph Schönborn, Bischof der katholischen Kirche und Hang zum Kreationismus, auf. Besonders als diese getrimmte Diskussion später zusammen mit Gesprächen hinter den Kulissen gesendet wurde, zeigte sich Junker als streitbarer Vertreter der Biologie. |
| In Die Evolution des Menschen
zeichnet der Autor eben diese nach. Die ersten Abschnitte widmen sich der geschichtlichen Entwicklung der Evolution bezüglich der Abstammung des Menschen. In den folgenden Kapiteln geht Junker auf oft gestellte Fragen zu Intelligenz, Sexualität, soziale Gruppen, Sprache und Kultur ein. Die Fragen lauten immer ähnlich: Warum hat sich X entwickelt? Wie passt X mit der Evolution zusammen? Das Malen schöner Bilder scheint ja keinen evolutiven Vorteil zu bringen. Zum Abschluss versucht Junker einen Ausblick auf die künftige Entwicklung, der naturgemäss dürftig ausfällt. Als Kenner der Historie kann Junker immer auch zeigen, wie sich ein wissenschaftlicher Befund im Laufe der Zeit geändert hat. So bei der Abstammung des Menschen. Auf den törichten Vorwurf der Abstammung des Affen freilich geht er nicht ein: Junker setzt zurecht beim Leser die Grundkenntnisse der Evolutionstheorie voraus. Dafür zeigt er in einem Bild anschaulich, wie das neue Modell der Abstammung (nahe Verwandtschaft von Schimpanse und Mensch) sich die Entwicklung vorstellt (S. 15). Junker stellt fest: Der biologische Sinn des Lebens ist die möglichst grosse Verbreitung der eigenen Gene (S. 48). Das mag man mit dem einschränkenden biologisch hinnehmen. Leider lässt Junker in seinem jüngsten Buch das biologisch unter den Tisch fallen (siehe Das Literaturverzeichnis gibt in drei Abschnitten Überblicks- und Einführungswerke an und ist dann nach Kapiteln getrennt. Das ist gut gemeint und bei einem umfangreicheren Werk (und Literaturverzeichnis) manchmal angebracht. Hier nicht. Im Kapitel Gesellschaft und Macht komme ich auf Voland 2000 (S. 81), finde es im zugehörigen Literaturverzeichnis des Kapitels nicht, auch nicht in den drei übergreifenden Literaturverzeichnissen sondern im Literaturverzeichnis zum Kapitel Die Deutungsmacht der Evolutionsbiologie. Das ist aber kein ernster Einwand zu einem knappen, aber hoch willkommenen Überblickswerk zur Evolution des Menschen. |
| Die oben genannten Fragen werden soweit es die Forschung derzeit zuläßt ausreichend beantwortet. Lücken im derzeitigen Forschungsstand benennt Junker und entkräftigt damit einen weiteren der Standardvorwürfe an die Evolution. Sehr empfehlenswert. |
| Links |
| Literatur |
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| Thomas Junker, Sabine Paul: Der
Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben. München: Beck,
2009. Gebunden, 224 Seiten |
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