| Martin Neukamm, Hg.: Evolution im
Fadenkreuz des Kreationismus. Darwins religiöse Gegner und ihre
Argumentation Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2009. Gebunden, 400 Seiten |
| Die Entwicklung in
Westeuropa und Deutschland lässt das Thema Kreationismus versus Evolution wichtiger werden.
Dogmatische und fundamentalistische Positionen sind unausrottbar. Daher ist
dieses Buch und das von Christian Austermann ( |
| Trotzdem die Evolution eine extrem gut
belegte naturwissenschaftliche Theorie ist, steht sie in manchen
religiös-weltanschaulichen Kreisen unter Generalverdacht. Das hängt
mit mehreren Faktoren zusammen. Da ist die Kränkung
durch Darwin, der den Menschen seiner Sonderstellung beraubte (Vollmer 1994;
Kränkungen der Menschheit); dem menschlichen Weltbild, das besonders durch den christlichen Mythos den Menschen zur Krone der Schöpfung erkor, wird durch die Evolution das Fundament entzogen; wer die religiösen Überlieferungen besonders wörtlich auffasst, steht im Widerspruch zur Naturwissenschaft. Die Gegner der Evolution formulieren es anders herum: die Evolution steht im Gegensatz zum göttlich überlieferten Wissen über die Entstehung des Lebendigen. Nach vielen taktischen Wechseln im Laufe der Jahrzehnte, steht nun in dieser Evolutionskritik folgendes Argument im Vordergrund:
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| Inhalt des Sammelbands Evolution im Fadenkreuz des Kreationismus |
| I
Einführung 1 Hansjörg Hemminger: Die Geschichte des neuzeitlichen Kreationismus: Von creation science zur Intelligent-Design-Bewegung 2 Martin Neukamm, Andreas Beyer: Wissenschaft oder Pseudowissenschaft? II Der Inhalt evolutionskritischer Argumentation 3 Martin Neukamm: Die Evolutionstheorie als Ziel wissenschaftstheoretischer Kritik 4 Martin Neukamm: Evolution kein Zufall! Die Argumentation mit der Wahrscheinlichkeit 5 Martin Neukamm: Die Rekonstruktion der Stammesgeschichte. Phylogenetische Systematik, Fossilien, Zwischenformen 6 Hansjörg Hemminger/Andreas Beyer: Evolutionäre Entwicklungsbiologie. Schlüssel zum kausalen Verständnis der Evolution 7 Peter M. Kaiser: Die chemische Evolution: Hat es sie gegeben und wenn ja, wie sah sie aus? 8 Martin Neukamm: Kritik an der Makroevolution: Das Argument der nicht reduzierbaren Komplexität 9 Martin Neukamm, Stefan Schneckenburger, Johannes Sikorski: Was die Selektion angeblich nicht leisten kann: Diskussion von drei Paradebeispielen III Argumentsstrukturen 10 Martin Neukamm: Populäre Fehlschlüsse und rhetorische Stilmittel 11 Thomas Junker: Kreationisten erklären die Evolution: Das kritische Lehrbuch von R. Junker und S. Scherer IV Religion und Wissenschaft 12 Christina aus der Au: Wie Orgel und Staubsauger: Das Verhältnis von Evolutionstheorie und Schöpfungsgeschichte aus theologischer Sicht 13 Martin Neukamm: Das Begriffspaar Mikro-/Makroevolution 14 Resümee |
| I Einführung |
| 1 Die Anthologie beginnt mit
zwei einführenden Beiträge. Der erste behandelt ausführlich die
Geschichte des neuzeitlichen Kreationismus.
Gerade weil in Deutschland die Trennung von Staat und Kirche recht
unvollständig ist, berührt uns die Frage nach der Lehre von Evolution
plus Kreationismus und ID und Schöpfungsmythos im wissenschaftlichen
Unterricht besonders. Hansjörg Hemminger deckt im ersten Beitrag, nach
einem ausführlichen historischen Abriss, die kreationistischen
Einfallstore auf. 2 Der zweite ist wissenschaftstheoretisch und beantwortet zwei Fragen: Wie lassen sich Wissenschaft auf der einen Seite und Para- bzw. Pseudowissenschaft auf der anderen voneinander unterscheiden? Wo ist der Kreationismus und das Intelligent Design einzuordnen? Die Antwort auf die erste Frage ist kompliziert und kontrovers: daran arbeiten sich viele Wissenschaftstheoretiker ab. Dafür ist die zweite Antwort einfach: Kreationismus und Intelligent Design sind keine Wissenschaften. Sofern sie Wissenschaftlichkeit beanspruchen sind es Pseudowissenschaften. Ein bekanntes pseudowissenschaftliches Grundmuster ist es, die Wissenschaftlichkeit der gängigen Naturmodelle in Frage zu stellen, ja die wissenschaftlichen Methodik selbst zu kritisieren und dann aber für die eigene Position selbst die Wissenschaftlichkeit zu reklamieren. Martin Neukamm und Andreas Beyer untersuchen in ihrem Beitrag eingehend, wie es um die Wissenschaftlichkeit von Kreationismus und ID bestellt ist. Offenbarungen antiker Hirten und Fischern zählen nicht zu wissenschaftlichen respektablen Quellen; Wunder (siehe C.S. Lewis: Miracles, Wenn man den hier besprochenen Sammelband nur selektiv liest, ist das der Beitrag für die ersten Lektüre. Die Folgerung des Beitrags: Kreationismus und Intelligent Design haben keinen seriösen Wissenschaftsanspruch. |
| II Der Inhalt evolutionskritischer Argumentation |
| 3 Was die beiden Autoren des
Einführungsbeitrags Martin Neukamm und Andreas Beyer machten: eine
wissenschaftstheoretische Kritik von Kreationismus und ID, wenden die Vertreter
dieser beiden Positionen gerne auf die Evolution selbst an. Wenn man wie
der zweite Beitrag zeigte schon nicht auf die Ebene des Wissenschaft
kommen kann, dann versucht man wenigstens, die Evolution auf das eigene Niveau
zu bringen. Wie Neukamm in Die Evolutionstheorie als Ziel
wissenschaftstheoretischer Kritik nachweist, gelingt auch dies nicht. Die
Strategie, an deren Ende die dann nur noch rhetorische Frage steht: Warum
unterrichten wir nicht beides: Evolution und Kreationismus? scheitert.
Neukamm beschäftigt sich in diesem Beitrag auch mit dem Versuch die
Evolution wissenschaftlich dadurch zu diskredieren, dass niemand dabei war und
es keine Zeugen gibt. Das gilt umso stärker für jegliche
Alternative. 4 Eine weitere beliebte Attacke gegen die Evolution wird mit wahrscheinlichkeitstheoretischen Überlegungen geritten. Ich fand die noch nie überzeugend, da meist astronomische Zahlen unbekannter Herkunft in den Nenner einer Häufigkeitsangabe gesetzt werden (Beispiel: 1 zu 20 hoch 34), eine Häufigkeitsauffassung der Wahrscheinlichkeit bei seltenen oder gar singulären Ereignissen verfehlt ist, weit hergeholte Behauptungen zur Präzision dieser Zahlen angeführt werden, ex posteriori über Vorgänge vor Milliarden von Jahren geurteilt wird. Es käme hier also allenfalls eine subjektive Wahrscheinlichkeitsinterpretation in Frage. Lustig wird es, wenn dann ID-Annahmen aus blauer Luft heraus als wahrscheinlicher eingestuft werden. Der vierte Beitrag weist die Kurzatmigkeit dieses Argumentationsmuster ausführlich nach. Ein vereinfachendes, zusätzliches Beispiels. Am Ende einer KO-Ausscheidung im Sport hat mich immer der Sieger fasziniert: er hat beispielsweise im Schachturnier um den Silberpokal Bad Aibling achtmal hintereinander gegen schwere Gegner gewonnen; schier unglaublich. Doch es passiert. Oder ein ebenfalls vereinfachendes Gedankenexperiment. Im Lotto sechs Richtige zu tippen ist sehr unwahrscheinlich. Wie kann jemand mehrere Male hintereinander gewinnen? Unmöglich? Man stelle sich viele Lotterien vor. Nach einer Ausspielung scheiden die Verlierer aus, die Gewinner nehmen an der nächsten Lotterie teil, usw. nach vier Durchgängen kann es leicht (!) sein, dass wir jemanden haben, der viermal hintereinander gewonnen hat, wenn nur die Ausgangsbasis genügend gross ist. Die natürliche Evolution ist eine grosse Lotterie: die Natur geht mit ihren Ressourcen oft üppig um. Nach Millionen von Jahren haben wir genau die Arten, die sich immer gut angepasst hatten: Lotteriegewinner. In diesem vierten Kapitel wird auch erstmals die harte Nuss der irreduzibel komplexen Organe behandelt (ausführlich aber im 8. Kapitel). 5 Auch die phylogenetische Systematik ist Kritikpunkt der Evolutionsgegner. Sie bemängeln im Grunde, dass die Eigenschaften im Lebensbusch nicht hierarchisch oder wohlgeordnet sind. Der Beitrag Die Rekonstruktion der Stammesgeschichte räumt die Einwände aus. Im Lebendigen läuft nicht immer alles nach einfachen Vorstellungen ab. Das müßte schon ein Blick ins Anorganische zeigen: nirgends in der Natur gibt es Wasser als H2O. In diesem Beitrag findet man auch Ausführungen zum berühmten missing link. Mich beunruhigt eher, wieviele Links gefunden oder rekonstruiert wurden. Die Forscherarbeit, an der ständig gefeilt wird, ist beeindruckend. 6 Ein für Laien neues Gebiet behandelt der sechste Aufsatz über die Evolutionäre Entwicklungsbiologie, kurz Evo-Devo (evolutionary developmental biology) genannt. Dieses Kapitel war für mich sehr aufschlussreich, da es ein sehr junges Forschungsgebiet gut aufbereitet. Vorbildlich rekonstruieren die beiden Autoren die Kritik des deutschen Evolutionbezweiflers Reinhard Junker (S. 162-163) und widerlegen sie, ausgenommen die Standardkritik von Evolutionsgegnern: Die Evolution läßt noch viele Fragen unbeantwortet. Das ist Leuten, die gerne alles lückenlos mit dem As aus dem Ärmel, dem Intelligenten Designer, erklären, ein Dorn im Auge (metaphorisch, dazu gleich mehr). Doch Wissenschaft würde aufhören Wissenschaft zu sein, wenn alles lückenlos erklärt wäre. In diesem Aufsatz gehen die beiden Autoren auch auf die intentionale Metaphorik ein (S. 153-54). Diese façon de parler der Biologen kann keinesfalls dafür herhalten, dass Biologen Absichten und Ziele in die Natur legen. 7 Unter der chemischen Evolution im folgenden Beitrag ist die Entstehung einfacher organischer Moleküle zu verstehen. Nach unserer Kenntnis ist dies die Voraussetzung für das Entstehen von Leben (Beginn der biologischen Evolution), eine der grossen offenen Fragen. Der Autor Peter M. Kaiser zeigt, dass hier ebenfalls der Vorwurf vieler offenen Fragen zutrifft, aber wiederum kaum weiterhilft. Zur chemischen Evolution gibt es eine Fülle von Erklärungsmodellen. Der Schöpfer als Joker ist keine geeignete Alternative. 8 In der US-ID-Szene ist das Argument der irreduziblen Komplexität en vogue, im deutschen Sprachraum durch die Studiengemeinschaft Wort und Wissen ist das Argument des fehlenden Übergangs von der Mikro- zur Makroevolution populär. Beides wird in mehreren Beiträgen des Bandes diskutiert, hauptsächlich aber in Kritik an der »Makroevolution«. Wer von Michael Behe Darwins Black Box. Biochemische Einwände gegen die Evolutionstheorie [Darwins black box. The biochemical challenge to evolution] gelesen hat oder Evolution - ein kritisches Lehrbuch von Reinhard Junker und Siegfried Scherer sollte unbedingt auch diesen Beitrag lesen. Die irreduziblen Komplexität hatte wenn auch nicht unter diesem Begriff schon Darwin in Die Entstehung der Arten diskutiert, explizit erst in der 6. Auflage, 1872, im eingeschobenen Chapter VII: "Miscellaneous Objections to the Theory of Natural Selection" (Kapitel 7: "Einwände gegen die natürliche Zuchtwahl"). Darwin warnte vor zu schnellen Unmöglichkeitserklärungen und verwies im speziellen Fall des Seeigels auf einen Funktionswechsel hin. Neukamm verweist zur irreduziblen Komplexität ebenso auf mögliche Funktionswechsel. 9 Der neunte Beitrag geht auf die durchgehend verkürzte Kritik an der Evolution ein. Sie wirft ihr vor, nur aus Zufall (Mutation) und Selektion zu bestehen. Beides wird zudem abwertend verstanden. Beim Zufall ist das unverständlich, da dieselben Kritiker oft auch einen strengen Determinismus a la Pierre-Simon Laplace als bedrohend ansehen. Zur negativen Einstufung der Selektion spielt die deutsche Vergangenheit eine Rolle, oft auch eine Fehlinterpretation oder Fehlübersetzung von survival of the fittest. Die drei Autoren dieses Beitrags gehen sehr kenntnisreich und detailliert auf einige der dazu vorgebrachten Einwände ein. Dies sind vor allem die fleischfressenden Pflanzen, der Aronstab und die bakterielle Flagelle (wiederum eine Beitrag zur irreduziblen Komplexität). |
| III Argumentsstrukturen |
| 10 In den Beiträgen
Populäre Fehlschlüsse und rhetorische Stilmittel und
Kreationisten erklären die Evolution werden die Argument der
Evolutionskritiker mittels der informalen
Logik untersucht. Die Informale Logik ( 11 Der Evolutionshistoriker Thomas Junker untersucht, warum Evolutionsgegner ein Lehrbuch zur Evolution schreiben. Das wäre, wie wenn ein überzeugter Vegetarier ein Lehrbuch für den Schlachthof schreiben würde. Reinhard Junker und Siegfried Scherer (Evolution: Ein kritisches Lehrbuch, neuesten Auflage von 2006, siehe |
| IV Religion und Wissenschaft |
| 12 Der zwölfte Beitrag
Wie Orgel und Staubsauger: Das Verhältnis von Evolutionstheorie und
Schöpfungsgeschichte aus theologischer Sicht geht auf die wichtige
Frage zum Verhältnis der Religion und der Evolutionsbiologie ein.
Während die Religionsvertreter, die der Evolution zustimmen, häufig
einschränken: solange es nicht gegen meinen Glauben geht, argumentieren
gläubige Wissenschaftler oft umgekehrt. Sie sind bereit ihre
Glaubensgrundsätze zu ändern, wenn eine Diskrepanz wissenschaftlich
nachgewiesen wird. Christina aus der Au kommt zum Schluss: Die
großen Kirchen sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz sprechen
sich explizit dagegen aus, die biblischen Schöpfungsgeschichten
(einschließlich Intelligent Design) als eine wissenschaftliche
Alternative zur Evolutionstheorie zu sehen (S. 344). Sie argumentiert für
die Ansicht, dass Schöpfungsgeschichte
und Evolution zwei vollständig unterschiedliche Gattungen sind und deshalb
für Schuster bleib bei deinen Leisten! Sie kritisiert in
diesen Zusammenhang Richard Dawkins ( Eine weitere Schwäche der Trennungsforderung Wer die Wirkung transzendentaler Mächte in unserem Universum behauptet, hat die Grenze von der theologischen Seite her überschritten. (Wer diese Wirkung nicht behauptet kann natürlich jede beliebige supranaturale Existenzthese aufstellen: er gesteht sofort ihre Unbelegbarkeit zu.) Er trägt damit die Begründungslast. Derjenige, der eine Existenz von neuen Entitäten oder deren Eingriff in die Natur behauptet muss dies belegen, nicht der Skeptiker muss dies beweisen (Kanitscheider 2007, S. 71). Insofern begeben sich diejenige auf dünnes Eis, die ihre transzendentale Spielwiese dadurch verteidigen, dass sie zwei völlig getrennte Sphären konstatieren. 13 Im vorletzten Beitrag Mikro-/Makroevolution geht es um Begriffsbildung. Insofern gehört dieser Beitrag nicht in den Abschnitt Religion und Wissenschaft. Das Resümee, das der Herausgeber Martin Neukamm zum Ende zieht, geht nochmals auf das evolutionskritische Lehrbuch von R. Junker und S. Scherer ein. Man könnte meinen: zuviel der Ehre, doch im deutschsprachigen Raum verschafft sich die Studiengemeinschaft Wort und Wissen u.a. mit diesem Lehrbuch gutes Gehör. Daher ist die eingehende Diskussionen des editiorisch gut gemachten Lehrbuchs durchaus berechtigt. |
| Fazit: der Lehre irgendwelcher Schöpfungsmythen im Biologieunterricht ist eine klare Absage zu erteilen. Wir halten es mit dem US-Journalisten Bill Maher. Auf George W. Bushs naive rhetorisch gemeinte Frage, warum nicht beide Seiten im Biologieunterricht behandeln, konterte Maher mit: You don't have to teach both sides of a debate, if one side is a load of crap. Wie kaum anders zu erwarten kommt es bei einem Sammelband zu vielen thematischen Überschneidungen. Der Vorteil davon ist, dass man die Beiträge unabhängig voneinander lesen kann. Das Glossar erleichtert die oft tiefgehende Diskussion. |
| Ein hoch willkommenes Glossar, eine informative Autorenliste und ein hervorragender Index schließen den Sammelband ab. |
| Kleine
Übersetzungskritik: evidence ist nicht Evidenz
Nur einmal wird eindeutig evidence (viele Aufsätze zum Thema sind in Englisch) falsch als Evidenz wiedergegeben. Das englische evidence ist nicht Evidenz, sondern Beleg. Es wird behauptet: Es gibt Evidenzen im Fossilienbefund ... (S. 130). Selbstverständlich sind hier Belege gemeint. Nur selten kann man das englische evidence korrekt mit Evidenz übersetzen. Doch das nur am Rande um der sich einschleichenden Fehlübersetzung Einhalt zu gebieten (wenn's nicht schon zu spät ist). |
| Gesamteindruck |
| Bewundernswert ist es wie die
Autoren des Sammelbands gezielt auf Argumente der Kreationisten und ID-ler,
besonders aus der Studiengemeinschaft Wort und Wissen und dem dort publizierten
kritische Lehrbuch eingehen. Jeder der aufgrund des
vielfältigen Propagandamaterials der finanziell gut ausgestatteten
Kreationismusbewegung ins Stutzen kommt, kann sich im vorliegenden Buch
hervorragend informieren. Gerade in den letzten Jahrzehnten wurden teils sehr diffizile Argumente vorgetragen (z.B. Behe): sie erfordern eine ebenso diffizile Zurückweisung. Dadurch werden manche Beiträge für den Laien schnell zu tiefschürfend. Man lese sie dann (oder nochmals), wenn man auf die entsprechenden Argumente stosst. Eine Anthologie birgt immer die Gefahr der Wiederholung. Beim Thema Evolution ist das hier ein Vorteil: einige Themen (z.B. die irreduzible Komplexität) werden in etlichen Aufsätzen behandelt. Der Laie hat damit verschiedene Zugänge zu hochkomplexen Sachverhalten. Das dient dem Verständnis. In vielen Fussnoten und der kapitelspezifischen Literatur werden auch leichter zugängliche Quellen (Internet, populärwissenschaftliche Beiträge) als die übliche Fachliteratur genannt. Das kommt dem Laienleser sehr entgegen. Die Beiträge gehen oft über das hinaus, was der Laie erwartet. Erfahrungsgemäss wollen Evolutionskritiker vornehmlich das lesen, was ihre Haltung bestätigt. Dazu sind Details willkommen; geht es gegen ihre Position, wollen sie sich mit Details nur ungern beschäftigen. So wird das Werk wohl nur dem unvoreingenommenen Leser Neues vermitteln. Es gibt aber den wissenschaftlich grundierten Laien ein hervorragendes Argumentsarsenal. |
| Wer bisher mit den
Werken von Ulrich Kutschera ( Die Anthologie ist allen zu empfehlen, die bei dieser Debatte mitreden wollen oder sich allgemein einen detailreichen Überblick zur Evolution verschaffen wollen. |
| Links |
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| Gerhard Vollmer
(1994): Die vierte bis siebte Kränkung des Menschen. Gehirn,
Evolution und Menschenbild. Aufklärung und Kritik 1. S. 81-92.
Nachdruck in: Gerhard Vollmer (1995): Auf der Suche nach der Ordnung.
Beiträge zu einem naturalistischen Welt- und Menschenbild. Stuttgart:
Hirzel. S. 43-59. |
| Literatur |
| Rezension: Gerhard Vollmer (2009): Darwin und die Folgen. Deutsche Zeitschrift für Philosophie 6. S. 961-972 |
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| Mark Isaak: The
counter-creationism handbook. University of California Press, 2007.
Taschenbuch, 362 Seiten
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