| Eike Bohlken, Christian Thies, Hg.: Handbuch Anthropologie: Der Mensch zwischen Natur, Kultur und Technik Stuttgart: Metzler, 2009. Gebunden, 460 Seiten |
| Die Frage "Was ist der Mensch?"
führt zur Anthropologie als Wissenschaft vom Menschen. Die Antworten sind
vielfältig und werden im Handbuch Anthropologie kompetent auf dem
neuesten Stand gegeben. Wer mit dem Fachbegriff Anthropologie zunächst wenig anfangen kann, dem sagt der Untertitel Näheres: Der Mensch zwischen Natur, Kultur und Technik, also in seiner ganzen Breite. |
| Das Handbuch folgt
dem bewährten Schema dieser hilfreichen Reihe aus dem Verlag
Metzler: Einleitung Klassiker Ansätze Begriffe. Die Klassiker führen beginnend bei Immanuel Kant über Johann Gottfried Herder, Charles Darwin, Karl Marx, Sigmund Freud und Ernst Cassirer zu Arnold Gehlen, dem 2009 verstorbenen Claude Lévi-Strauss und zu Michel Foucault. Die Aufzählung ist unvollständig und zeigt erneut die Bandbreite des Themas. |
Die folgenden Begriffe werden erläutert und diskutiert: Aggression Alter Anerkennung Animal rationale Arbeit Bewusstsein Emotionen Empathie Entfremdung Erinnerung / Gedächtnis Familie Freiheit Geschlecht Gesundheit / Krankheit Homo faber / Technik Homo oeconomicus Homo sociologicus Identität Kindheit Kunst Lachen und Weinen Leib / Leiblichkeit Lernen Macht Menschenwürde Mode Moral Person Rausch Religiosität Rituale Schrift Sexualität Sinne Speziesismus Spielen Sprache Tod Unmenschlichkeit Zeit Zoon politikon |
| Die Ansätze
lassen jedem Leser den Zugang, der ihm vertraut erscheint, und bieten ihm die
Chance sich andere Zugänge zu erarbeiten. Selektives Lesen der Begriff,
z.B. über die Würdigung des Alters, bringen oft mehr Einsicht als
mehr oder minder populäre Bestseller. Die bibliografischen Angaben sind soweit ich sie geprüft habe ausgezeichnet. Sie geben leicht zugängliche aktuelle deutsche Literatur, dazu wichtige Werke der angelsächsischen Fachliteratur und spezielle Aufsätze (die muss man sich bei Bedarf in der Bibliothek holen). |
| Die Anthropologie betrifft nahezu jedes Fachgebiet. Diese Interdisziplinarität spiegelt sich in der fachlichen Breite der Autorinnen und Autoren wider: Biologen, Ethnologen, Kognitionswissenschaftler, Kulturwissenschaftler, Linguistiker, Mediziner, Neurowissenschaftler, Pädagogen, Paläontologen, Philosophen, Psychologen, Sozialwissenschaftler, ach ja, auch Anthropologen. Sie alle gewährleisten Beiträge auf hohem wissenschaftlichen Stande, die aber immer soweit ich sie geprüft habe und beurteilen konnte gut verständlich. |
| Bevor man zu Spezialwerken greift ist das Handbuch Anthropologie die richtige Wahl. Es eignet sich aber auch zur systematischen Ergänzung vorhandener Fachliteratur. Also: für alle sehr zu empfehlen. |
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