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Wilson
Edward O. Wilson: On Human Nature
Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 2004. Broschiert, 260 Seiten – wilson Wilsonwilson Linkswilson Literatur
Das 1975 von Edward O. Wilson vorgelegte Sociobiology: The New Synthesis wurde zum Basiswerk der Soziobiologie. Die Soziobiologie wendet die Evolution und ihre Mechanismen in den Sozialwissenschaften an. Sie verbindet die Populationsbiologie und die Evolution mit den Sozialwissenschaften. Dem liegt die Auffassung zugrunde, dass das soziale Verhalten eine biologische, evolutionistische Basis hat. Die Soziobiologie leitet die allgemeinen Prinzipien ab, die die biologischen Eigenschaften ganzer Gesellschaften betreffen.
Der Sociobiology folgte 1978 On Human Nature, für das Wilson 1979 sogar den Pulitzer Prize für Allgemeine Sachbücher gewann. In On Human Nature untersucht Wilson diese Verbindung zwischen Populationsbiologie und Sozialwissenschaften.
Zunächst behandelt Wilson in On Human Nature jedoch allgemein die Frage: Gene oder Sozialisation? Vererbung oder Erziehung? Nature or nurture? Wieviel des menschlichen Verhaltens geht auf Gene, wieviel auf Erziehung und Umgebegung (Sozialisation) zurück? Mit vielen Beispielen aus der Verhaltensforschung der Tiere und Menschen Wilson untersucht in speziellen Kapiteln: Aggression, Sexverhalten, Altruismus, Religion.
Seine Antwort auf die Grundfrage Nature or nurture? ist sowohl als auch, wobei Wilson doch mehr zu den Genen neigt. Es gibt keine scharfe Grenze zwischen den ererbten und angelernten Eigenschaften. Die Frage nach Nature or nurture ist zu einfach gestellt (S. 60).
Die Erforschung der Affen zeigte, dass es mit dem Dogma der Einzigartigkeit des Menschen nicht weit her ist (S. 25). Wilson warnt daher mehrfach vor einem selbstherrlichen Anthropozentrismus.
Die zentrale Idee der Verhaltensforschung ist, dass Verhalten und Geist eine gänzlich materialistische Bais haben, die physikalisch erforscht werden kann (S. 65).
Aggression
Wilson hält die Menschen von Haus aus für aggressiv, obwohl dies keine spezifisch menschliche Eigenschaft ist.
Sexverhalten
Die geschlechtliche Differenzierung dient der wirkungsvolleren Rekombination.
Altruism
entsteht durch Ausdehnung der individuellen Selektion auf Verwandtschaft oder andere Gemeinschaften (kin selection).
Religion
Die Skeptiker und Aufklärer meinen, dass Wissenschaft und mehr Verständnis letztlich die Religion überwinden. Dies hält Wilson für eine Illusion (S. 169). Das wilson Gause's Law gilt auch für Religionen. Sie tolerieren sich selten bis nie gegenseitig in derselben Region. Religion ist ein menschliches Verhalten, das für diese Art einzigartig ist (S. 175). Der meiste intellektuelle und politische Hader kommt nach Wilson aus dem Konflikt zwischen Marxismus, Religion und wissenschaftlichen Materialismus (S. 190).
Etwas verwegen sind Wilsons Aussagen auf Seite 196 (bitte selbst nachprüfen).
"Indeed, the origin of the universe in the big bang of fifteen billion years ago, as deduced by astronomers and physicists, is far more awesome than the first chapter of genesis or the Ninevite epic of Gilgamesh" (S. 202)
On Human Nature wurde zu einem heiß diskutierten Werk und lohnt die Lektüre unbedingt.
wilson Anfang
Director's Law of Public Income Redistribution
A convergent principle in political science, "which states that income in a society is distributed to the benefit of the class that controls the government." In the United States it is the middle class. "[A]ll kinds of institutions, from corporations to churches, evolve in a way that promotes the best interest of those who control them." On Human Nature, S. 162
Das Einkommen einer Gesellschaft im Laufe der Zeit wird zum Vorteil derjenigen Gruppe, die an der Macht ist, verteilt.
Ursprung: "Public expenditures are made for the primary benefit of the middle class and financed with taxes on the poor and rich."
George J. Stigler: "Director's Law of Public Income Redistribution". Journal of Law & Economics, 1970, 13.1, S. 1-10
Gause's Law oder Competitive Exclusion Principle
Gause's law of exclusion besagt, dass, wenn mehrere Arten im selben Lebensraum um dieselben Ressourcen konkurrieren, diese nicht auf lange Sicht gemeinsam dort existieren können.
Etwas weiter gefasst: "A principle in ecology, which states that maximum competition is to be found between those species with identical needs."
WilsonCompetitive Exclusion PrincipleWilsonBiodiversity
Edward Osborne Wilson
10. 6. 1929, Birmingham, Ala., USA, Biologe und Ameisenspezialist
Links
On Human Nature: WilsonHarvard UPWilsonSummary by Michael McGoodwin
WilsonSoziobiologie
WilsonA United Biology: A Talk with E.O. Wilson. Introduction by Steven Pinker
WilsonWilliam A. Dembski: "Reflections on Human Origins"
Edward Wilson: – WilsonWikipedia
WilsonBiography
WilsonE.O. Wilson Slide Show
wilson Sommer, Volker: Von Menschen und anderen Tieren. Essays zur Evolutionsbiologie
wilson Links zur Evolution
wilson Literatur zur Evolution
wilson Leslie Stevenson, David Haberman: Zehn Theorien zur Natur des Menschen: Konfuzianismus, Hinduismus, Bibel, Platon, Aristoteles, Kant, Marx, Freud, Sartre, Evolutionstheorien
anthropologie Eike Bohlken, Christian Thies, Hg.: Handbuch Anthropologie: Der Mensch zwischen Natur, Kultur und Technik
Literatur
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wilson WilsonEdward O. Wilson: On Human Nature. Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 2004. Broschiert, 260 Seiten wilson
Edward O. Wilson: Biologie als Schicksal. Die soziobiologischen Grundlagen menschlichen Verhaltens. Frankfurt am Main: Ullstein, 1983. Friedrich Griese, Übs. 222 Seiten Wilson
Ergänzende Literatur
Barkow WilsonJerome H. Barkow, Leda Cosmides, John Tooby: The Adapted Mind: Evolutionary Psychology and the Generation of Culture. Oxford: Oxford University Press, 1996. Taschenbuch, 688 Seiten
collins WilsonFrancis S. Collins: The Language of God: A Scientist Presents Evidence for Belief. Free Press 2007. Taschenbuch, 294 Seiten collins
Francis S. Collins: Gott und die Gene: Ein Naturwissenschaftler begründet seinen Gottesglauben. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2007. Arne Feddersen, Übs. Gebunden, 239 Seiten Wilson
kitcher Wilson Philip Kitcher: Vaulting Ambition: Sociobiology and the Quest for Human Nature. MIT Press 1987. Taschenbuch, 470 Seiten laland
Kevin N. Laland, Gillian R. Brown: Sense and Nonsense. Evolutionary Perspectives on Human Behaviour. Oxford: Oxford UP, 2002. Gebunden, 384 Seiten Wilson
Loptson Wilson Peter Loptson, Hg.: Readings on Human Nature. Broadview Press 1997. Taschenbuch, 564 Seiten
rose WilsonSteven Rose, Richard C. Lewontin, Leon J. Kamin: Not in Our Genes: Biology, Ideology and Human Nature. London: Penguin, 1990. Taschenbuch, 336 Seiten rose
Steven Rose, Richard C. Lewontin, Leon J. Kamin: Die Gene sind es nicht ... Biologie, Ideologie und menschliche Natur. BeltzPVU 1999. Broschiert, 276 Seiten Wilson
defenders WilsonUllica Segerstråle: Defenders of the Truth. The Sociobiology Debate. Oxford: Oxford UP, 2001. Taschenbuch, 512 Seiten  
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 27.12.2008