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Peter Baumann Erkenntnistheorie
Peter Baumann: Erkenntnistheorie. Lehrbuch Philosophie
Stuttgart: Metzler, 2002. Broschiert, 312 Seiten – Erkenntnistheorie LinksErkenntnistheorie Literatur
Jedes Urteil unter "exzellent" für die Erkenntnistheorie von Peter Baumann wäre verfehlt.
Wer jemals einen Vortrag des Autors hörte, kennt Stil und Gestus des Buchs. Wie in einem dialogischen Vortrag für einen fiktiven Lernenden entwickelt Baumann scheinbar gemählich und mühelos den umfangreichen Stoff. Zahlreiche eingestreute Fragen motivieren einerseits und hinterfragen das schon scheinbar Abgehakte. Oft muß man bei Sachbüchern etwas (vorerst) Unverständliches schlucken und darauf vertrauen, daß der Autor es später behandelt. Nicht so hier. Peter Baumann stellt genau die Fragen, die ich stellte und erklärt, warum es sie erst später beantworten wird. Und du darfst sicher sein: er vergisst es nicht.
Frappierend war für mich, dass der Autor trotz Plauderton (der manchmal zu unverbindlich wirkt) immer präzise formuliert und argumentiert. Man liest die Erkenntnistheorie wie einen spannenden Roman und merkt kaum, dass schwierige Probleme zur Debatte stehen. Dabei stellt Baumann die Lösung (so es eine gibt) nie fertig hin, sondern nähert sich ihr zusammen mit dem Leser. Höchstnote für didaktische Aufbereitung.
Viele wichtige begriffliche Unterscheidungen behandelt Baumann meisterhaft. Als Beispiel nenne ich Intentionalität und Intensionalität. Nebenbei erfährt man einiges über Kant und philosophiegeschichtliche Hintergründe.
Hervorragend sind die Literaturhinweise. Der Autor gibt sie sehr genau an, oft mit Kapitelname und Seitenzahl; er gibt sehr oft mehrere Literaturhinweise; sie geben auch weitere Literatur für entferntere oder grundlegende Begriffe an, beispielsweise zur "Proposition", S. 30 Mitte.
Selten spult Baumann sein Knäuel nicht sauber an. Er will sich auf den Spezialfall 1'a beschränken, widmet sich aber ausschließlich dem Fall 1'b. Seine Lieblingsfloskel "... ist alles andere als klar" drückt aus, daß es ernsthafte Einwände gibt.
Hier die wenigen Einwände zum Buch:
  • Ein Sachregister fehlt. So findet man das "Slingshot Argument" nur, wenn man zumindest ahnt, wo es einzuordnen ist.
  • Der Autor hob wichtige Definitionen und Argument vom Text ab. Der Verlag rückte diese Zeilen ein (Lob) und druckte sie in kleinerer Schrift (Rüge).
  • Die Verweise im eigenen Text erfolgen mit Kapitel- und Abschnittsnummer. Leider fehlen diese in der Seitenüberschrift. Zumindest die römische Kapitelnummer wäre hilfreich um schnell festzustellen: das las ich bereits oder es kommt im selben Kapitel oder später.
Erkenntnistheorie ist mehr als der Titel verspricht. Es ist gemäß dem Untertitel ein hervorragendes Lehrbuch für die Philosophie und damit sowohl ein Spezialwerk zur Erkenntnistheorie als auch ein Einstieg in die Philosophie allgemein.
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Peter Baumann Erkenntnistheorie blablaPeter Baumann. Erkenntnistheorie. Lehrbuch Philosophie. Stuttgart: Metzler, 2002. Broschiert, 312 Seiten
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 14.11.2003