Richard Feldman:
Epistemology Upper Saddle River: Prentice
Hall, 2003. Taschenbuch, 197 Seiten. Prentice-Hall Foundations of Philosophy
Series
Review in English Autor
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Nach einigen guten
Einführungswerken in die Erkenntnistheorie (
Jonathan Dancy: Introduction to Contemporary
Epistemology; Peter
Baumann: Erkenntnistheorie) hielt ich eine Steigerung kaum
für möglich. Doch es geht. Richard Feldmans Epistemology ist
hervorragendst. Von den wichtigsten epistemologischen Fragen ausgehend
entwirft Feldman eine intuitive Antwort, die Standardsicht. Ihr werden wohl die
meisten zunächst zustimmen.
SV1: Wir wissen ziemlich viel aus den unterschiedlichsten
Bereichen. SV2: Unser hauptsächlichen Quellen für das Wissens sind
Wahrnehmung, Gedächtnis, Zeugnis anderer, Introspektion, argumentative
Überlegung, vernünftige Einsicht. |
Aus dieser Standardsicht entwickelt Feldman die
traditionelle Analyse des Wissensbegriffs. Da für diesen die
Rechtfertigung eine zentrale Rolle spielt, folgen in zwei Kapitel verschiedene
Theorien zur Rechtfertigung. In den folgenden Kapitel wird die traditionelle
Analyse des Wissensbegriffs unter die Lupe genommen und attackiert. Feldman
entwickelt vier skeptische Argumente (die Pyrrhonische Skepsis, die
schließlich im Regressargument der Rechtfertigung mündet [siehe
dazu: Bibliografie zum unendlichen Regress der
epistemischen Rechtfertigung], behandelte Feldman schon zuvor beim
Evidentialismus):
- Cartesische Skepsis: "The Possibility of Error
Argument"
- "The Indistinguishable Argument"
- die Gewissheitsanforderung: "The Certainty Argument"
- die Abgeschlossenheit des Wissens: "The Transmissibility
Argument"
Nach der Diskussion dieser Argumente geht Feldman lobenswert
noch auf das Problem der Induktion und das Argument der alternativen Hypothesen
(die Cartesische Skepsis und ihre modernen Varianten) ein. Den Abschluss des
Buches bilden zwei Kapitel über die naturalistische Erkenntnistheorie und
den epistemologischen Relativismus. Alle Kapitel folgen einem klaren Schema:
Einführung in das Problem, Formulierung eines Arguments mit
ausgeschriebenen Prämissen und Folgerung, Diskussion verschiedener
Einwände und abschließende Bewertung. Dabei lässt der Autor
nicht alles offen, sondern vertritt seine Position, die ganz am Ende in die
Feststellung mündet: "The Standard View is correct after all.
However, its defense leads to surprisingly difficult conceptual issues and
questions, many of which remain unanswered" (S. 194). Epistemology ist ein ausgezeichnes
Einführungswerk! |
Zwei winzige Einwände:
- Nur 197 Seiten für ein Einführungsbuch, wo andere
300 und mehr haben? Hier gilt, was man auch zu CDs von knappen 40 Minuten
Spieldauer sagt: was bringt es, wenn man noch 30 Minuten dazupresst? Wichtig
ist, dass diese 40 Minuten beste Qualität bieten. Genauso muss man die
knapp 200 Seiten dieses Buches sehen. Feldman gibt einen komprimierten, gut
gegliederten aber immer verständlichen und ausreichend ausführlichen
Überblick.
- Bei der Wiederholung der ersten Behauptung der Standardsicht
SV1 ("Wir wissen ziemlich viel aus den unterschiedlichsten Bereichen") in der
abschließenden Zsuammenfassung führt Feldman die Bereiche namentlich
auf, darunter auch die Moral. Ich bezweifle, ob man dafür korrekt Wissen
beanspruchen kann.
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Das Inhaltsverzeichnis zeigt
eindrucksvoll und am schnellsten Feldmans Vorgehensweise:
- Epistemological Questions
- The Traditional Analysis of Knowledge
- Modifying The Traditional Analysis of Knowledge
- Evidentialist Theories of Knowledge and Justification
- Nonevidentialist Theories of Knowledge and Justification
- Skepticism (I)
- Skepticism (II)
- Epistemology and Science
- Epistemological Relativism
- Conclusion
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