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Brian Ellis: Rational Belief Systems
Oxford: Blackwell, 1979. 118 Seiten – ellis Linksellis Literatur
Gleich der erste Satz provoziert: "The laws of logic are the laws of thought" (S. v). Ellis ist nicht so naiv, zu behaupten, dass das Denken immer nach logischen Gesetzen abläuft. Er betrachtet vielmehr die Logik (und die Wahrscheinlichkeitsgesetze) analog zu den Naturgesetzen. Jene "beherrschen" die Natur und beschreiben sie im idealisierten Zustand. Er weist dagegen die vorherrschende Ansicht zurück, dass die Logik a priori-Prinzipien des vernünftigen Denkens vorschreibt oder beschreibt.
Seine zweite grundlegende These ist, dass rationale Überzeugungssysteme fundamental auf dem "rational" beruhen, im Gegensatz etwa zu wahren und falschen Überzeugungen.
Gemäss diesen Thesen entwirft er Regeln und Kriterien, wie rationale Überzeugungssysteme entstehen, welche Bedingungen die Überzeugungen zu erfüllen haben und wie Veränderungen zu erfolgen haben. Ellis geht davon aus, dass die rationalen Intuitionen evolutionär entstanden, da sie einen Überlebensvorteil brachten (S. 4-5). Daher sind sie nicht kulturspezifisch sondern universal.
Ellis beschreibt
  1. einen Rahmen für die Struktur und Dynamik von menschlichen Überzeugungssystemen und
  2. ein Rationalitätsideal, das es anzuwenden gilt und das mit unseren Intuitionen dazu übereinstimmen sollte.
Ein Überzeugungssystem besteht aus einer Menge von Überzeugungen und den Beziehungen zwischen den Überzeugungen. Eine Überzeugung ist ein physischer Gehirnzustand (S. 23), repräsentiert durch Sätze in einer bestimmten Sprache in einem bestimmten Kontext. Die logischen Gesetze beherrschen die Struktur der rationalen Überzeugungssysteme. Ellis beschreibt Bedingungen der Akzeptanz für Überzeugungen. Rational wird ein Überzeugungssystem indem die Überzeugungen die epistemische Bewertung zu den Sätzen erfüllen.
Ellis vertritt bezüglich rationalen Überzeugungssystemen einen Psychologismus. Allerdings ist er sich bewusst, dass wahrscheinlich kein Träger von Überzeugungen in seinem Sinne ein rationales Überzeugungssystem hat. Ellis vergleicht es mit den Naturgesetzen (siehe oben).
Rational Belief Systems ist ein herausforderndes Buch, sowohl was seine Thesen betrifft als auch die Anforderung an die Leser. Sehr empfehlenswert.
Brian Ellis
ist emeritierter Professor der La Trobe University, Melbourne, Australia
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Links
evnineSimon Evnine: "Frege on the Relations between Logic and Thought" (RTF)
KutachDouglas Kutach: Conditionals Bibliography
Literatur
Brian Ellis: "The Logic of Subjective Probability". The British Journal for the Philosophy of Science 24 (1973). S. 125-152.
William J. Ruth: "Irrational thinking in humans: An evolutionary proposal for Ellis' genetic postulate". Journal of Rational-Emotive & Cognitive-Behavior Therapy 10.1 (1992). S. 3-20.
John Vollrath: "Ellis, Epistemic Values, and the Problem of Induction". The British Journal for the Philosophy of Science 42.2. (1991). S. 257-261.
Reviews
  • Brian Carr: Mind 90.359, 1981 S. 457-459
  • Bas C. van Fraassen: "Critical Study: Brian Ellis, Rational Belief Systems". Canadian Journal of Philosophy 10, 1980 S. 497-511.
  • Peter Gärdenfors: Synthese 44.1, 1980 S. 161-169
  • D. E. Over: The Philosophical Quarterly 30.12, 1980 S. 283-285
  • Brian Skyrms: Australasian Journal of Philosophy 58.1, 1980 S. 66-71
  • Roy A. Sorensen: "Epistemic and Classical Validity". Journal of Philosophical Logic 11.4 1982 S. 459-460
  • J. E. Tiles: "On an Epistemic Approach to Logic". Australasian Journal of Philosophy 59.1, 1981 S. 86-91
Derzeit nur antiquarisch:
Brian Ellis: Rational Belief Systems. Oxford: Blackwell, 1979. 118 Seiten. Hardcover
Brian Ellis: Rational Belief Systems. Rowman and Littlefield, 1979. 118 Seiten. Hardcover
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 21.5.2007