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Trennung
Trennung von Religion, Kirche, Politik und Staat
gibt es auch in Deutschland nur sehr eingeschränkt. Diese Thematik hatte ich auf verschiedene Seiten verstreut. Da aber immer wieder behauptet oder stillschweigend vorausgesetzt wird, in Deutschland gäbe es diese Trennung und da anderen Ländern und Religionen die fehlende Trennung von Staat und Religion vorgeworfen wird, fasse ich die Thematik hier ab August 2007 zusammen.
Staat und Kirche sind in Deutschland nicht getrennt.
  • Der Staat finanziert konfessionelle Kindergärten und Schulen.
  • Der Staat finanziert kirchliche Baumassnahmen und Prunkbauten.
  • Der Staat zieht die Kirchensteuer ein. 
  • Der Religionsunterricht steht unter staatlicher Aufsicht.
  • Die Kirchen genießen zahlreiche Privilegien durch den Staat.
trennung Linkstrennung Literatur
Bayern finanziert mit 6,5 Millionen € Sanierung des katholischen Bischofsitzes
Prunk ist Teil des katholischen Selbstverständnisses. Bischöfe residieren im Luxus. Der Kardinal von München Reinhard Marx wohnt im einen Rokokopalast in der Münchner Innenstadt. Für die Sanierung wurden 8,7 Millionen € hingelegt. Die reichste Organisation der Erde, die katholische Kirche, erhielt dafür vom Freistaat Bayern (aus dem Steuersäckel aller Bürger, egal welcher Religion) 6,5 Millionen Subvention.
Vom Wasser und Wein, SZ, 16. Oktober 2013, S. 6
Horst Seehofer, CSU, feierte Reinhard Marx als „wortgewaltigen Anwalt der Schwachen” Marx
Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, feierte am Samstag den 21. September 2013 mit vielen hochbezahlten katholischen Geistlichen und Politikern in einem Festakt seinen 60. Geburtstag im Kardinal-Wendel-Haus in München Schwabing. Mehr als 200 Vertreter von Kirchen, Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben – soweit bekannt alles Starke – nahmen daran teil.
Horst Seehofer, CSU, dankte Marx besonders für dessen Äußerungen zur Asylpolitik: „Sie haben uns die Augen geöffnet. Wie kann man Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, einen menschenwürdigen Aufenthalt gestalten. Wir haben einiges geändert.” Marx Hat Horst Seehofer damit den Kardinal Reinhard Marx bewusst verarscht? Das Wesentliche an der menschenunwürdigen Behandlung von Flüchtlingen (z.B. Freiheitsbeschränkung; Wohnsilos; Arbeitsverbot) blieb erhalten.
Die starke Verbandelung von Kirche und CSU zeigte sich daran, dass Reinhard Marx an Horst Seehofer ein Glückwunschschreiben zum Ausgang der bayerischen Landtagswahl (15.9.2013) gesandt hat. Marx forderte darin sich für den Lebensschutz, den Schutz der Familie und die Armen, Kranken und Schwachen einzusetzen. Horst Seehofer: „Ich werde mich bemühen mit einem noch zu bestimmenden Kabinett diesen Ihren Wunsch zu erfüllen. Das ist meine Zusage zu Ihrem Geburtstag.” Jahrzehntelang kümmerte sich die CSU nicht positiv um Familie, Arme, Kranke und Schwache. Sie wird es auch künftig nicht tun. Nur ein Beispiel: Familiensplitting in der Einkommensteuer lehnt die CSU weiterhin strikt ab: damit würden Familien mit Kinder entlastet.
MarxKardinal Reinhard Marx feiert 60. Geburtstag – „Wortgewaltiger Anwalt der Schwachen”, OVB 23.9.2013, S. 8

Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg, sieht sich als Partner von Horst Seehofer, CSU
Rudolf Voderholzer, neuer Bischof von Regensburg, wurde am 11. Januar 2013 in München auf die bayerische Verfassung vereidigt. Mit dem Treueeid auf Deutschland und Bayern verbündete er sich und sein Bistum mit den Herrschenden von CSU und derzeit FDP. Er hielt eine Rede vor der Staatsregierung und sagte zu Horst Seehofer, CSU: „Ich werde als Bischof Ihr Partner sein, wenn es darum geht, sich für Gerechtigkeit einzusetzen und dem Wohl der Menschen in diesem Lande zu dienen.”
kircheRegensburger Bischof vereidigt - Voderholzer will auf alle Menschen zugehen, Br online 12.01.2013 – Künftiger Bischof vereidigt, SZ, 12.1.2013, S. 41
Staat und die katholische Kirche sind in Bayern vielfach verbandelt
Das Reichskonkordat (trennung 20. Juli 1933 Reichskonkordat) ist im Grunde immer noch gültig. Bayerns katholische Bischöfe schwören daher einen Treueeid auf Deutschland und Bayern. Am Montag, 18. Oktober 2010, 12.00 Uhr, vereidigte Ministerpräsident Horst Seehofer, CSU, im Prinz-Carl-Palais in München den neuen Bischof von Augsburg Dr. Konrad Zdarsa, Nachfolger des Skandal-Bischofs Walter Mixa (trennung Walter Mixa, katholischer Hardliner).
"Bischof Zdarsa legt Treueeid ab", SZ, 15. 10. 2010, S. 33 – PM Nr. 449 der Staatskanzlei Ministerpräsident Vereidigung Bischof Zdarsa
Sepp Dürr, Die Grünen, Bayern, forderte eine wichtige Teilmassnahme zur Realisierung des Artikels 4 im Grundgesetz. Bayern bezahlt aufgrund des Konkordats von 1924 – von Adolf Hitler 1933 und später von anderen Politikern mehrfach erneuert – die Bischöfe der katholischen Kirche aus den Steuergeldern aller Bürger; jährlich rund 60.000.000 Euro. Der Erzbischof von München und Freising Reinhard Marx bezieht ein staatliches Gehalt von "gut" 10.000 Euro monatlich.SZ, 22.8.2008, S. 45
Sepp Dürr, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag: "Immer mehr Menschen gehören keiner Religionsgemeinschaft mehr an oder haben einen anderen Glauben. Deshalb ist es nur folgerichtig zu fragen, warum die beiden großen christlichen Kirchen in Bayern fast 80 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt bekommen, um ihr Personal zu finanzieren. Im Klartext bedeutet das, dass jede Bürgerin und jeder Bürger in Bayern für die Gehälter der Bischöfe bezahlen muss, egal, ob er Kirchenmitglied ist oder nicht. Ähnliches gilt für die zu hohe Zahl an staatlich finanzierten Theologielehrstühlen, für die sich immer weniger Studierende einschreiben."
kircheCSU soll die Kirche im Dorf lassen, 22.8.2008
Die Bayerischen Staatskanzlei will dagegen am Hitler-Konkordat festhalten und weiterhin die Trennung von Kirche und Staat torpedieren. "Mit der Kritik des Grünen-Fraktionschefs Sepp Dürr am Konkordat zwischen dem Freistaat Bayern und dem Vatikan geht der Kirchenkampf der Grünen in die nächste Runde", kritisierte Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein, CSU. kirchePM 505 der Staatskanzlei
Der neue Erzbischof von München und Freising Reinhard Marx wurde staatlicherseits vereidigt. Dabei hob Bayerns Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein, CSU, die jahrzehntelange, exzellente Zusammenarbeit von katholischer Kirche und Staat hervor. Artikel 16 des Konkordats zwischen Adolf Hitler, NSDAP, Führer des Deutschen Reichs, und dem Heiligen Stuhl vom 12. September 1933 schreibt vor, dass die ernannten Bischöfe in Bayern einen Treueid auf Deutschland und Bayern ablegen. Wortlaut des Treueids:
"Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, Deutschland und Bayern Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtmäßigen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte."
PM 50 Bayerische Staatskanzlei, 1. Februar 2008
Mit großem Prunk erfolgt die kirchliche Zeremonie in der Münchner Frauenkirche: über 50 Kardinäle und Bischofe und etwa 1000 geladene Gäste kommen. Die Verquickung von Kirche und Staat wird durch einen anschließenden Festzug vom Dom (Kirche) zur Residenz (Staat) betont. OVB, 1.2.08, S. 1
Nach der staatlichen Vereidigung im Prinz-Carl-Palais gab es ein Mittagessen vom Feinsten: Starkoch Alfons Schuhbeck kochte auf. OVB, 2.2.2008, S. 3
Dass Kirche und Staat in Deutschland nicht getrennt sind beruht – so Hermann Gröhe, CDU, MdB – auf dem Willen des Volkes 1919 und die Verfasser des Grundgesetzes 1948/49.
• In den Schulen wird den privilegierten Religionsgemeinschaften (trennung Links) Gelegenheit gegeben Unterricht zu erteilen.
• An den staatlichen Universitäten werden mit den Steuermittel aller für die privilegierten Religionsgemeinschaften Lehrstühle, Departments und Fakultäten finanziert.
• Die Kirchensetuer wird durch staatliche Behörden eingezogen und den privilegierten Religionsgemeinschaften direkt überwiesen. Wenn andere Religionsgemeinschaften sich ihre finanzielle Mittel von ihren Mitgliedern besorgen, wird ihnen vorgeworfen wirtschaftlich vorzugehen.
• Die privilegierten Religionsgemeinschaften dürfen an verschiedenen staatlichen Einrichtungen (Gefängnisse, Krankenhäuser, Anstalten, Medien etc.) zum Teil mit den Steuermittel aller missionieren und "seelsorgen".
• Die privilegierten Religionsgemeinschaften erhalten enorme Steuermittel aller um Wohlfahrtseinrichtungen zu unterhalten, in denen sie dann die Religionszugehörigkeit zumindest der Arbeitnehmer(innen) vorschreiben dürfen. Keine Chance für Andersgläubige.
Hermann Gröhe: "Das Staat-Kirche-Verhältnis, wie es in Deutschland entstanden ist, findet international Nachahmer – aus gutem Grund". chrismon 12/2007, S. 12
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen
Christen fordern von anderen Religionen unentwegt die Einhaltung der Menschenrechte und die Trennung von Kirche und Staat, praktizieren sie aber selbst nicht.
– (trennung Links)
"Zentraler Prüfstein für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen ist die Anerkennung der säkularen Rechts- und Verfassungsordnung, mit hin der Trennung von Religion und Politik."
Warum das zentraler Prüfstein fürs Zusammenleben von Christen und Muslimen sein soll, wird nicht erläutert. Aber mal – um des Arguments willen – angenommen:
• In Deutschland – dominiert von christlichen Religionen – ist die Trennung nur eingeschränkt verwirklicht.
• Die beiden großen christlichen Kirchen weigern sich, die vielfach gesetzlich verankerte Verbindung Kirche – Staat aufzugeben.
• Es gibt zwei (und soweit ich sehe nur zwei) Religionen, die einen Staat (wenn man will "Gottesstaat") unterhalten, indem die religösen Führer mit den staatlichen identisch sind: Islam (Iran) und Katholiken (Vatikan).
"Die Verleihung dieses Körperschaftsstatus ist an mehrere Voraussetzungen gebunden: ..." Für die islamischen (und andere) Religionen sehen das die Protestanten und Katholiken nicht gegeben. Den Zeugen Jehovas und Scientology wurde/wird der Status verweigert. Die Zeugen Jehovas konnten ihn gerichtlich erstreiten.
Warum kümmern sich Protestanten und Katholiken um die Voraussetzungen einer Körperschaft des öffentlichen Rechts für andere Religionen? Zumindest eine Voraussetzung ("eindeutige Mitgliedschaft") ist bei den Katholiken nicht gegeben. Ich war Katholik, trat aber 1965 aus der Kirche aus, da getauft, bin ich aber ewig Mitglied dieser Kirche aus deren Sicht. Die Mitgliedschaft ist zweideutig.
Diskriminierung der Frau
Dass die Gleichberechtigung der Frau im Islam keine Geltung hat, belegt der Autor, Prof. Dr. Manfred Spieker, an zahlreichen Koranstellen. Dass die Gleichberechtigung der Frau im Katholizismus keine Geltung hat, benötigt nicht einmal einen Blick in die Bibel (man würde reichlich fündig), es genügt die Praxis in Deutschland zu betrachten.
trennungDr. Manfred Spieker, Professor für Christliche Sozialwissenschaften am Institut für Katholische Theologie, Universität Osnabrück: "Was heißt gute Nachbarschaft?" Rheinischer Merkur, 23.8.2007, S. 27; als pdf
Links
kirche Bevorzugung der Grosssekte Christentum durch den Staat
kirche Familienfeindlichkeit der CSU
trennung Islamisten verklagen Bayerns Innenminister Günther Beckstein
religionOtto Kallscheuer: "Die Trennung von Politik und Religion und ihre »Globalisierung« in der Moderne", Aus Politik und Zeitgeschichte (B 42-43/2002)
kirche Kirche, Verfassung und Menschenrechte
religionLaizismus (Wikipedia)
religionMichael Minkenberg, Ulrich Willems: "Neuere Entwicklungen im Verhältnis von Politik und Religion im Spiegel politikwissenschaftlicher Debatten", Aus Politik und Zeitgeschichte (B 42-43/2002)
Dieter Oberndörfer plädiert für eine Verwirklichung der Trennung von Staat und Religion,
in: trennung Deutschland in der Abseitsfalle. Politische Kultur in Zeiten der Globalisierung
trennung Privilegien der Kirchen: abschaffen!
religionReligion in der Europäischen Union (doc)
trennungSekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Hg.: "Christen und Muslime in Deutschland, Arbeitshilfen 172", 23. September 2003 (pdf)
trennungProf. Dr. Manfred Spieker
religionStaat / Religion / Weltanschauung, Humanistische Union. Bürgerrechtsorganisation
religionTrennung von Staat und Kirche. Thesen der Humanistischen Union, HU-Schriften 21, München 1995
religionTrennung von Religion und Staat (Wikipedia)
religionAntje Vollmer: " Religion und Politik, Kirche und Staat in der europäischen Tradition". Vortrag in Peking vom 11.08.1998, gehalten am Institut für internationale Studien
Literatur
Czermak Gerhard Czermak: Religion und Weltanschauung in Gesellschaft und Recht. Ein Lexikon für Praxis und Wissenschaft
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Besier FrerkGerhard Besier: konzern kirche. Das Evangelium und die Macht des Geldes. Hänssler, 1997. Taschenbuch, 258 Seiten Fabianek

Birgit-Sara Fabianek, Thomas Seiterich-Kreuzkamp: Und vergib uns unsere Schulden: Die Finanzpolitik der katholischen Kirche und ihre Geheimnisse. Publik-Forum, 2006. Broschiert, 285 Seiten<Frerk
Frerk Frerk Carsten Frerk: Caritas und Diakonie in Deutschland. Aschaffenburg: Alibri, 2005. Taschenbuch, 366 Seiten frerk
Carsten Frerk: Violettbuch Kirchenfinanzen: Wie der Staat die Kirchen finanziert. Aschaffenburg: Alibri, 2010. Broschiert, 269 Seiten Frerk
Müller KonzernEva Müller: Gott hat hohe Nebenkosten: Wer wirklich für die Kirchen zahlt. Köln: Kiepenheuer&Witsch, 2013. Taschenbuch, 208 Seiten Schwarz
Friedhelm Schwarz: Wirtschaftsimperium Kirche: Der mächtigste Konzern Deutschlands. Frankfurt: Campus, 2005. Gebunden, 230 SeitenKonzern

Konzern Teuffel
Jochen Teuffel: Rettet die Kirche. Schafft die Kirchensteuer ab. Basel: fontis Brunnen, 2014. Gebunden, 128 SeitenKirchensteuer
Kirchenfinanzen Anfang

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 23.10.2014