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Religiöse Gefühle
Religiöse Gefühle
Schutz der religiösen Gefühle für alle Weltanschauungen – gefühl Linksgefühl Literatur
Unicum: "Auf dem aktuellen Album fragst du „Ist das verletzen religiöser Gefühle schlimmer als von anderen Gefühlen?” Religion ist ein ziemlich heißes Eisen. Nimmst du dich da in deinen Texten manchmal zurück?"
Funny van Dannen: „Na, soweit kommt's noch! Es geht doch nicht, dass irgendwelche alten Säcke, vorzugsweise mit Bärten den Rest der Menschheit mit ihren verqueren Weltsichten terrorisieren. Ob das nun die Katholiken oder Juden oder Mohammedaner sind, oder ob es der Dalai Lahmarsch ist, der [sich] immer neben die Mächtigen der Welt stellt, um seine Spenden zu sammeln. Ich finde, das sind Leute, die nicht für ihren Lebensunterhalt sorgen können, aber anderen Menschen erzählen, wie sie zu leben haben. Ich finde das insgesamt skandalös. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Religion, aber man muss diese Auswüchse auch ansprechen können.”
unicum – Das bundesweite Campus Magazin 27:11, 2009, S. 36 – unicumUnicum.deDannenFunny van Dannen
© unicum – Mit freundlicher Genehmigung hier wiedergegeben

"Der Begriff des religiösen Gefühls [...] ist [...] rechtlich gesehen schwer fassbar, weil letztlich nicht definierbar." Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, FDP, Ex-Bundesjustizministerin, Rechtsanwältin.
Sie führt weiter aus, dass unter dem Vorwand, religiöse Gefühle würden verletzt, Einzelne oder Gruppen unliebsame Entscheidungen verhindern könnten. Zudem müsste ein (verschärfter) Schutz der religiösen Gefühle für alle anerkannten Religionsgemeinschaften gelten, statt nur für die christlichen.
chrismon 12 (2006), S. 40-41
Anmerkung 1: schon die Anerkennung kleiner Religionsgemeinschaften – besser: deren Nichtanerkennung – durch die christliche relative Mehrheit ist extrem problematisch.
1) Nicht-christliche Religionen werden einfach nicht anerkannt;
2) christlichen Minderheiten wird das Christsein abgesprochen und dann zurück zu 1).
Anmerkung 2: mein religiöses Gefühl wird immer schon dann verletzt, wenn um angebliche Vertreter Gottes oder Inkarnationen Gottes (Papst, Dalai Lama, ...) ein medialer Personenkult wie um Madonna oder Michael Jackson betrieben wird.
Wenn das religiöse Gefühl der Christen verletzt wird, hagelt es Strafanzeigen und Massregelungen. Gleiches gilt in christlich dominierten Gebieten nicht für Anders- oder Ungläubige. Die Kirchen überwachen vieles und haben sich schon immer mit den Mächtigen der Politik und Wirtschaft verbunden, so dass ihre Einsprüche häufig wirksam sind.
Der Hessische Kulturpreis 2009 sollte den interreligiösen Dialog fördern. Als Preisträger erkor eine Jury: Karl Lehmann (Katholik, Kardinal), Peter Steinacker (Protestant), Salomon Korn (Vize des Zentralsrats der Juden), Navid Kermani (Muslim und Schriftsteller).
Karl Lehmann und Peter Steinacker lehnten in echter christlicher Intoleranz und Abneigung (oder mehr?) auf Nichtchristen den Preis ab, weil sie nicht zusammen mit dem Muslim Kermani geehrt werden wollten. Daraufhin bootete das Land Hessen Kermani von der Preisvergabe aus! Der Preis geht an die anderen drei. Soviel zur Toleranz, Ökumene, friedliches Zusammenleben der Religionen (von Joseph Ratzinger wurde auf einer Nahostreise etwa zur selben Zeit medienwirksam der Dialog zwischen den religionen hinausposaunt; und alle Medien verbreiteten es). "Dialog ohne Partner", SZ, 15.5.09 S. 11
gefühleHannes Stein: "Hessischer Kulturpreis. Streit um einen Muslim, den die Kreuzigung bewegt". Die Welt Online 16. Mai 2009
Kermani Im Detail geht es darum, dass Kermani Kreuzigungen barbarisch findet. In einem Artikel in der "Neuen Zürcher Zeitung" befand Kermani, die "Hypostasierung des Schmerzes" sei "barbarisch, körperfeindlich, ein Undank gegenüber der Schöpfung, über die wir uns freuen, die wir genießen sollen, auf dass wir den Schöpfer erkennen". Die Verherrlichung dieses blutigen Massakers findet nicht nur Kermani seltsam. Das können die christlichen Grosskirchen nicht hinnehmen: ihre gesamte Lehre baut auf der Selbstmordmission Jesus', der sich am Kreuz selbst aufopferte. Pikanterweise forderte der oberste Manager (in katholischer Sicht: Stellvertreter Gottes auf Erden) gleichzeitig auf seiner Reise in den Nahen Osten Toleranz und den Dialog zwischen den Religionen. Wie ernst die Christen das salbungsvolle Gerede selbst beachten, zeigt sich am Hessischen Kulturpreis 2009.
Oft wenn es um die Verunglimpfung nicht-christlicher Symbole geht sind die Christen an vorderster Front (Kopftuch-Debatte) oder sie verweisen auf Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit. Wenn es um die vermeintliche Verunglimpfung christlicher Symbole geht, fordern die Christen eine Verschärfung des Paragrafen 166 im Strafgesetzbuch. gefühleStoiber: Religiöse Gefühle nicht mit Füßen treten, 07.06.2006;
Friedrich Wetter, damals Erzbischof für München und Oberbayern: "Es ist nicht hinnehmbar, wenn religiöse Gefühle einfach beschimpft und verletzt werden". Es ist nicht bekannt, dass Wetter gegen das Verbot von muslimischer Symbole wetterte.
"Zu unserem Wertefundament gehört Respekt vor den religiösen Gefühlen und Anschauungen eines jeden Menschen, gleich welcher Glaubensrichtung. MTV sollte deswegen auf die Ausstrahlung der Serie »Popetown«, die gezielt die religiösen Gefühle der Christen verletzt, generell verzichten" so Eberhard Sinner, CSU, auf der Jahrestagung des Verbandes Bayerischer Zeitungsverleger in Aschaffenburg.
gefühlePM 27. April 2006
Respekt vor den religiösen Gefühlen und Anschauungen anderer äußert sich bei der CSU beispielsweise durch geheimdienstliche Beobachtung der "Anderen". gefühle Viele Religionen werden benachteiligt und verfolgt
"Das religiöse Gefühl als Wert steht über dem der Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit. Offensichtlich aber nur, wenn die Empfindung katholisch ist."
gefühleManfred Seiler: "Religiöse Gefühle sind nicht verletzbar", Die Zeit 43, 16.10.1987
Links
gefühleRegula Bähler: "Wenn Medien religiöse Gefühle verletzen, Zur Abwägung von Grundrechten". 4. April 2008
gefühle Christoph Demmerling, Hilge Landweer: Philosophie der Gefühle. Von Achtung bis Zorn
gefühleDetmar Doering: "Religiöse Gefühle - Wie weit darf die Meinungsfreiheit gehen?" Friedrich-Naumann-Stiftung
gefühleDrei kleine Schweinchen und religiöse Gefühle, 23 Jan 2008
gefühle Forderungen nach Selbstzensur und Verurteilung von Selbstzensur
gefühle Die Freiheit des Glaubens
gefühleImmer häufiger verletzt die Werbung religiöse Gefühle, EKD 2002
gefühle“Religiöse Gefühle bedürfen keines Schutzes...”, 9 Nov 2006
gefühle Satire auf Islam: Meinungsfreiheit – auf den Papst: scharfer Protest
Literatur
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demmerling LandweerChristoph Demmerling, Hilge Landweer: Philosophie der Gefühle. Von Achtung bis Zorn. Stuttgart: Metzler, 2007. Taschenbuch, 338 Seiten – Demmerling Rezension
Leiter LandweerBrian Leiter: Why Tolerate Religion? Princeton, NJ: Princetion UP, 2012. Gebunden, 187 Seiten
LeiterReviewed by Robert Merrihew Adams, University of North Carolina, Chapel Hill
wollheim
Richard Wollheim: Emotionen. Eine Philosophie der Gefühle. München: C.H.Beck, 2001. Dietmar Zimmer, Übs. Gebunden, 295 Seiten Gefühle
Besprechungen: GefühleDLFGefühleliteraturkritik.de 1, 2003
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 24.11.2009