| Rechtsstaat |
| "Ein Rechtsstaat (Art. 20 III GG) ist ein bewusst auf die
Verwirklichung von Recht ausgerichteter Staat. Unterschieden wird der formelle
und der materielle Rechtsstaatbegriff. Rechtsstaatlichkeit im formellen Sinne
bedeutet, dass die Staatsgewalt an Recht und Gesetz gebunden ist und alle
staatlichen Maßnahmen durch unabhängige Gerichte
überprüfbar sind. Materielle beinhaltet der Begriff die Verpflichtung
der Staatsgewalt auf die Idee der Gerechtigkeit, sodass die Rechtsordnung
selbst bestimmten materiellen Grundforderungen genügen muss."
Blickpunkt Bundestag Extra. Deutscher Bundestag, Hg. Juli 2000. |
| Rechtsstaat bedeutet
die Bindung der Staatsgewalt an Recht und Gesetz sowie die
Überprüfbarkeit staatlicher Maßnahmen durch unabhängige Gerichte. Die Einhaltung des Rechtsstaatsprinzips setzt in der Regel voraus: |
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| (c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999 |
| Das
Prinzip der Gewaltenteilung geht auf John Locke (16321704) und Charles de Montesquieu (16891755) zurück. |
Heute versteht man darunter die
Trennung der Legislative (Gesetzgebung), von der Judikative (Rechtssprechung)
und der Exekutive (vollziehende Gewalt im Staate). Die bayerische Regierung
ist
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| Gewaltenteilung ist Illusion Parteienproporz hat Vorrang
Seit Monaten streiten die Parteien um eine Proporz gerechte Besetzung eines wichtigen Postens der Justiz. Der Posten des Präsidenten des Bundesfinanzhofs München ist frei. Es geht ähnlich wie bei den Posten in den öffentlich-rechtlichen Medien weniger um Eignung als um Parteienproporz. Rudolf Mellinghoff, CDU, ist einer der Kandidaten für den Posten des Präsidenten des Bundesfinanzhofs. Der scheidende Präsidenten Wolfgang Spindler war ebenfalls Mitglied in der CDU. Peter Müller, CDU Saarland, ist ein weiterer Kandidat. Die FDP hat andere Kandidaten, selbstverständlich mit FDP-Parteibuch. Ohne das richtige Parteibuch geht nix. Exekutive, Legislative und die höchsten Gerichte, wie Verfassungsgericht und Bundesfinanzhof sind in Deutschland eng verbandelt. Personalunion wird gerade mal vermieden. Am liebsten eine CDU-Frau · Union und FDP rangeln um Besetzung wichtiger Justiz- Posten SZ 13. Juli 2011, S. 1 |
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| "Das ist die Crux der deutschen
Staatsanwaltschaft: In allen Verfahren, in denen Politik eine Rolle spielt, ist
sie gefesselt und gegängelt. Ihr oberster Chef ist nämlich ein
Politiker, der Landesjustizminister. Und der sitzt in einer Landesregierung,
und die wiederum wird von bestimmten Parteien gestellt, und diese Parteien
haben Interessen - und wer glaubt, das[!] sie diese nicht geltend machen, lebt
auf dem Mond." "...das Justizministerium, und das gibt dann die Anweisungen, was zu tun oder nicht zu tun ist." Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, 6.5.2000, Seite 11 |
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Methode zum Übergriff der Legislative/Exekutive (in Bayern
quasi synonym) in die Judikative:
Doch in den eigenen Reihen lassen die Parteien nicht so gerne ermitteln und wenn, dann durch Untersuchungsausschüsse des Landtags, in denen sie selbst das heft in der Hand haben. Am 28. April 1999 sollten die Haftbefehle gegen die Beshculdigten hinausgehen. da wurde Winfried Maier zurückgepfiffen. Der Bayerische Generalstaatsanwalt Hermann Froschauer ließ alles abblasen. Spätere Begründung : die Staatsanwaltschaft habe "auch das Kräftefeld der politischen Strebungen, Erwünschtheiten, besser Verträglichkeiten, einzubeziehen". Kurzum: in Bayern ist der Filz um die Staatspartei zu berücksichtigen. Staatsanwalt Winfried Maier setzte die Haftbefehle gegen den früheren CSU-Staatssekretär Holger-Pfahls und zwei Thyssen-Manager trotz allem durch.
Ähnlich ging die Filzokratie in Bayern auch gegen den Münchner Oberstaatsanwalt Stephan Reich vor, siehe |
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