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| "Am
deutschen Wesen soll die Welt genesen." Kaiser Wilhelm II. |
"Und es mag am
deutschen Wesen Einmal noch die Welt genesen." |
| Macht Platz dem deutschen Geist
Erlanger Tagblatt, 27.4.1933 |
Wir werden ihn stets bewahren den echten, den deutsche Geist Schluß eines Gedichts von O.Mußgiller, Erlanger Tagblatt, 13.5.1933 |
| "Ich
plädiere für eine multikulturelle Gesellschaft" Michel Friedman, CDU, |
»Aber die Frage ist
die«, unterbrach ihn Peszow mit seinem Baß, der immer bestrebt war,
das große Wort zu führen und seine ganze Seele in das, was er
vorbrachte, hineinzulegen, »was man eigentlich unter höherer Kultur
versteht. Der Engländer, der Franzose, der Deutsche - wer von ihnen steht
auf einer höheren Entwicklungsstufe und ist befähigt, dem anderen
seine Kultur aufzuzwingen? Leo Tolstoi: Anna Karenina, |
| Die
Deutsche Leitkultur hat Tradition. Innenminister Wilhelm Frick, setzte sich
schon 1933 dafür ein. "Jeder aber, der sich gegen Deutschland wendet, soll wissen, dass er als Feind des Volkes aus der Volksgemeinschaft ausgemerzt wird." |
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Hilmar Hoffmann, ehem. Präsident des Goethe-Institut bezeichnete den Begriff "deutsche Leitkultur" als »verheerend«, |
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| "Die Rede von den Werten bringt nicht so wahnsinnig
viel, wenn es um die tatsächliche Lebenspraxis geht. Und da scheint mir
das Recht wichtiger fast zu sein als die Werte. Wenn wir heute reden immer von
Europa als Wertegemeinschaft zucke ich immer zusammen." - |
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| Ursprünglich
wurde der Begriff "Leitkultur" 1998 vom Göttinger Islamforscher Bassam Tibi im Sinne einer europäischen
Leitkultur geprägt. Er meinte damit die Demokratie, den Laizismus
und die Menschenrechte. Diese Punkte sind in Deutschland nicht realisiert.
Friedrich Merz, CDU, engte daher auf eine
deutsche Leitkultur ein und ließ offen, was er darunter
versteht. |
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| Die Politiker verstehen unter deutscher Leitkultur
meist den Standort Deutschland: siehe |
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| "Eine Nation stellt eine
Ansammlung uneinheitlicher Kollektive dar. Ohne einen einzigen Einwanderer zu
benötigen, bildet sie ein multikulturelle Gesellschaft." Klaus P. Hansen, Professor für Amerikanistik an der Universität Passau, SZ 19.8.2006, S. 2 |
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| Zum Fahnenwahn
anlässlich der Fussballweltmeisterschaft 2006 in
Deutschland "In Ost-Berlin sind übrigen an vielen Wohnungen aus NS- und DDR-Zeiten noch Fahnenhalterungen befestigt. Man musste also nur noch die neuen Fahnen reinstecken." Wolfgang Wippermann, Prof. für Neuere Geschichte, FU Berlin, OVB 13.6.2006, S. 3 |
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Während sich viele Politiker
auf die christlichen Werte des Abendlandes berufen und alle anderen deutschen
Bürger darauf verpflichten wollen, aber die Werte wohlweislich nicht
nennen, wagte es Bernd Neumann, CDU. Allerdings nannte er in einem
Spiegel-Interview vornehmlich keine christlichen Werte.
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| Daniel Bogner: "Leitkultur per Anordnung. Das
Konzept eines von oben vorgegebenen Kanons ist ärgerlich, denn damit
gäbe der Staat die nötige Selbstbeschränkung auf".
Süddeutsche Zeitung, 18.2.06, S. 2 Daniel Bogner: Theologe, Referent in der internationalen Abteilung der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn |
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| Literatur | ||
| Bedeutend mehr Literatur zum Thema siehe unter
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| Heiner Bielefeldt:
Einbürgerungspolitik in Deutschland: Zur Diskussion über
Leitkultur und Staatsbürgerschaftstests. Deutsches Institut für
Menschenrechte 2006. 16 Seiten Deutsches Institut für Menschenrechte |
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| Norbert
Lammert, Hg.: Verfassung, Patriotismus, Leitkultur. Was unsere
Gesellschaft zusammenhält. Hamburg: Hoffmann und Campe, 2006.
Broschiert, 308 Seiten
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| Michael
Schmidt-Salomon: Manifest des evolutionären Humanismus.
Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur.
Aschaffenburg: Alibri, 2006. 2. Aufl. Broschiert: 196 Seiten
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| "Der Witz an der Leitkultur oder der Unwitz
eigentlich daran war, dass man eine Fiktion aufbaut: Es gibt etwas, das
man in Deutschland haben muss, und wenn man das nicht hat, dann gehört man
nicht hier her. Und das ist das Ekelige daran, weil es völlig undefiniert
ist und auch noch den Kulturbegriff missbraucht." Prof. Dr.
Thomas Raff, Kunstgeschichtler (Universität Augsburg) und Vorsitzender des
Heimatvereins Dießen am Ammersee, in: "Nation der Dichter und Denker?
Deutschland zwischen Leitkultur und Leidkultur ", BR alpha
24.6.2005 |
| Selbstverursachte schwere Zeiten für
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| Dieter Bohlen 1: 800.000 Auflage; Dieter Bohlen 2
Hinter den Kulissen: 250.000 Auflage (davon 20.000 ohne Striche
verkauft; Nobelpreisträger J. M. Coetzee: seit 1995 bei S.Fischer. Kein Buch wurde mehr als 10.000 verkauft. Focus 41/2003, S. 14 u. 16 |
| SZ: Herr Stoiber, können Sie sich nun unter dem
deutschen Weg etwas Konkretes vorstellen? Edmund Stoiber, CSU: Ich kann mit dem Begriff nichts anfangen." SZ, 14.8.2002, S.6 Stoiber scheiterte an einer einfachen Frage zu zehn Geboten, die ohne Zweifel zur abendländischen Kultur gehören. |
| Der
bayerische Innenminister Günther Beckstein
(CSU) forderte erneut, Ausländer müssten die deutsche Leitkultur anerkennen. Unsere
westliche Zivilisation, geprägt durch Christentum, Aufklärung und den
Humanismus, die muss jeder anerkennen, sonst hat er bei uns nichts zu
suchen, sagte Beckstein im Deutschlandradio. SZ,
1.7.2002, S.6 Meine Reaktion (Samstag, 6.7.2002, SZ, Leserbriefe): "Will Beckstein jetzt alle Nicht-Christen hinauswerfen? Oder will er gar sich selbst ausweisen?" Otto F. Best, Literaturwissenschaftler, 1980: "Wobei es, dezenterweise, angebracht wäre, vom jüdisch-christlichen Erbe zu sprechen und auch der relevanten islamischen Tradition den ihr gebührenden Platz zuzubilligen." Das Groteske in der Dichtung. Darmstadt 1980. S.1 |
| Die von der CDU und CSU immer wieder eingeklagten
Werte wie Disziplin und Ordnung sind genau die von den afghanistanischen
Taliban geforderten Werte und führen zu blinden Gehorsam und Intoleranz.
"Die deutsche Leitkultur ist mit Ronald
Schill und Otto Schily
jedenfalls wieder im 19. Jahrhundert angekommen!" Leserbrief an
die SZ von Anton Reutlinger, Landsham, 20.12.2001, S.13 |
| "Wenn die Fahne fliegt, ist der
Verstand in der Trompete [Zitat von
Konrad Lorenz].
Genau da ist aber der Verstand unserer Politiker, wenn sie von deutscher
Leitkultur sprechen." Heiner Geißler,
CDU, Münchner Merkur, 7.12.2001,
S.35 |
| Richard Rorty,
US-amerikanischer Philosoph, verteidigt eine universal gültige,
westliche
Leitkultur. |
| Roland
Koch, CDU, Lügner und Politiker (ist das eine Tautologie?),
fordert, "dass Schüler und Schülerinnen Respekt vor unserer Fahnen
haben" (hat Koch getrunken?), außerdem sollen die Kinder "das
Deutschlandlied können" (alle Strophen?). SZ, 10.9.2001,
S.5 |
| Opfer des von Deutschland angezettelten 2.
Weltkriegs: 60 Millionen Menschen, darunter
20 Millionen Sowjetbürger und 6 Millionen planmäßig ermorderter Juden und Zigeuner. Der Spiegel 36,
2001, S.165 Für wen soll das ein Leitbild sein??? |
| "Weil der
Mensch in den verschiedensten kulturellen Phänomenen die unendliche
Kreativität Gottes nachahmt, diese aber unerreichbar bleibt, kann keine
konkrete Kultur die letztgültige sein und über alle anderen einen
Absolutheitsanspruch erheben. Die Vielfalt der Kulturen ist für Cusanus
vielmehr der positive Wert, denn in ihr spiegelt sich die
Unerschöpflichkeit der Unendlichkeit des Schöpfergottes."
Dr. Martin Thurner, LMU München, im Vortrag
|
| Eine
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| Edmund
Stoiber, CSU, hat sich gegen eine multikulturelle Gesellschaft in
Deutschland ausgesprochen. Der Begriff der deutschen Leitkultur sei der
Gegenentwurf zum Nebeneinander verschiedener Kulturen. Einheitsbrei statt
Vielfalt ist geboten. Süddeutsche Zeitung, 10.2.2001,
S.5 |
| "Multikulturell heißt, dass es zur
nächsten Kebab-Bude nie weiter als zwei Häuserblocks ist. Integration
heißt, dass man dort in akzentfreiem Deutsch bedient wird."
Der Spiegel 4/2001, S.20 |
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| Heiner Geißler, CDU: "Unsere Kultur war 130
Jahre lang geprägt von einem hohen Maß an Intoleranz und
defizitärer Information". "Wenn Missbrauch dazu berechtigte, andere
Menschen abzufackeln, totzuschlagen, Häuser anzuzünden, müsste
Deutschland ein Schlachtfeld sein". Süddeutsche Zeitung,
12.1.2001, S.9 |
| "Zu diesen Grundnormen
gehören für Beckstein: die Beherrschung der deutschen Sprache als
unverzichtbare Grundvoraussetzung für Kommunikation, die Achtung der
Grundwerte unserer Verfassung, insbesondere Menschenwürde,
Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit, ..." Pressemitteilung,
21. November 2000 zur
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| "»doof sagen«
heißt »merzen«" Dieter
Hildebrandt, Scheibenwischer, ARD, 13.12.2000. Womit
Hildebrandt auf Friedrich Merz, CDU, abzielt. |
| In Bayern: Multikultur von Anfang
an "... dann bleibt keine andere Annahme als die, daß die Bayern im wesentlichen das keltoromanisch-römisch-germanische Mischvolk sind, das sich in den Süddonaulanden seit dem Abzug der Römer (um 480) noch mit germanischen Elementen angereichert haben mag, ..." (S. 23). Karl Bosl. Bayerische Geschichte. München, 1971 "Es war ein buntes Völkergemisch, das da während der römischen Jahrhunderte in Raetien lebte. Neben Kelten und Römern gab es Besatzungssoldaten aus allen Provinzen des großen Imperiums. In Straubing waren zum Beispiel die aus dem Orient stammenden kanathischen Bogenschützen stationiert ... In Passau wiederum lagen Bataver vom Niederrhein, die den Donau-Übergang beschützen mußten. Es sind meist Zufallsfunde, die über die Herkunft einer Einheit Auskunft geben. Auf diese Weise erfuhr man, daß bei Rosenheim zumindest eine Zeitlang dalmatische Soldaten stationiert waren und daß sich auf der Fränkischen Alb Breuker-Kohorten aus Kroatien und in Künzing thrakische Reiter vom südöstlichen Balkan aufhielten. Nach Baiern abkommandiert waren aber auch Truppen aus der Gegend von Alexandria, Aquitanier aus den westlichen Pyrenäen und Lusitanier aus dem heutigen Portugal. Und weil man im Allgäuischen die Knochen von einigen Kamelen fand, kann man für diese Gegend Truppen aus Nordafrika annehmen." (S.87). Hans F. Nöhbauer. Die Bajuwaren. München 1979. |
| "Zwingend ist, dass sie
[Ausländer] Deutsch lernen und unsere Sitten, Gebräuche und
Gewohnheiten akzeptieren." Friedrich Merz,
CDU, plädiert für eine
Wertediktatur. Süddeutsche Zeitung, 4.12.2000,
S.6 |
Der bayerische Kunstminister Hans Zehetmair, CSU, hat seine ablehnende Haltung zum Amt eines Bundeskulturministers bekräftigt. "Deutschland braucht einen Bundeskulturbeauftragen so dringend wie Österreich einen Marineminister", sagte er. Münchner Merkur, 27.11.2000, S.33 Merke: wo kein Meer, da kein Marineminister, wo keine Kultur, da kein Kulturminister. |
| Für März und Co. gehören u. a.
"Christentum, Judentum und antike Philosophie" zu jener Leitkultur, die
Einwanderer zu akzeptieren haben. Aber was heißt es. Ich bin weder Christ
noch Jude, ganz im Gegenteil: Jede Religion ist mir suspekt. Gehöre ich da
nicht dazu, in diesem Land. Und schlimmer noch "antike Philosophie", welche
meinen sie, die indische, die chinesische, die japanische. Und mal angenommen,
die griechische ist gemeint, welche genau: Platon, Aristoteles, Demokrit? Oder
einer der Philosophen, die mir näher sind: Sokrates, Pyrrhon, Timon,
Arkesilaos, Karneades, Agrippa, Krates und Diogenes von Sinope? Ich schlage vor dass alle Kinder in der Schule Sextus Empiricus lesen, um in der deutschen Leitkultur unterrichtet zu werden. Vielleicht hat die CDU ja recht und Diogenes in seiner Tonne gehört zur deutschen Leitkultur. Nur war Diogenes dort freiwillig, die unter der Brücke schlafenden aber nicht. Uwe Wiedemann, in philtalk@egroups.de, 12.11.2000 |
| Die Aufforderung an Ausländer
in Deutschland, sich der deutschen Leitkultur unterzuordnen, stammt von
Friedrich Merz, CDU. Das haben vergessen oder verdrängt: Alois Glück
und Michael Glos, beide CSU: sie werfen Paul Spiegel
"Polarisierung" und "überspitzt formuliert" vor. Süddeutsche Zeitung, 13.11.2000, S.1 |
| Paul Spiegel beim Richtfest zur Eröffnung eines
Dokumentationszentrums am ehemaligen NS-Reichsparteitagsgelände in
Nürnberg: Die Nationalsozialisten hätten in Nürnberg die
Grundsätze ihres Terrorsystems bestimmt und damit die
Leitkultur des Dritten Reiches. Dies habe
zur Ermordung von Millionen unschuldiger Männer,
Frauen und Kinder geführt. Süddeutsche
Zeitung, 16.11.2000, S.2 |
| Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden
auf der Berliner Grossdemonstration gegen Rassismus, 9.11.2000:
"»Wollen Sie von Glatzköpfen und deren Vordenkern regiert
werden?«, fragte er die Bürger, obwohl Neonazis und Rechtsextreme
politisch völlig isoliert sind. Zugleich griff er den von der CDU
benutzten Begriff der »deutschen Leitkultur« scharf an und gab der
Union eine indirekte Mitschuld an den Gewalttaten, indem er fragte, ob es
deutsche Leitkultur sei, wenn Fremde gejagt und Synagogen angezündet
würden." Neue Zürcher Zeitung, 10.11.2000,
S.2 |
| Diskussion in BR II am Donnerstag, 9.11.2000 mit Dr.
Berndt Ostendorf, Prof. für Amerikanistik an der LMU, München.
Ostendorf gestand gegenüber einem Anrufer, der keine amerikanische Kultur
sehen konnte, auch den australischen Aborigines selbstverständlich zu.
Dazu folgender Hinweis aus Texas. Kinky Friedman schreibt in einem Buch, was
ein Weißer alles braucht, bevor er sich in den australischen Busch
aufmacht: Nahrung, Kleidung, feste Schuhe, Taschenlampe, Medikamente usw. "And
what does the aborigine need? A stick." |
| "Ist eine »deutsche
Leitkultur« aus den Ereignissen der beiden Weltkriege abzuleiten? Ist das
so genannte Dritte Reich Teil einer »deutsche Leitkultur«? Sind die
sechs Millionen ermordeter Juden Teil einer »deutsche Leitkultur«?
Fast die gesamte erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war, was
Deutschland betrifft, ziemlich negativ geprägt eine
äußerst zurückhaltende Formulierung" Michael
Cornelius, Todtmoos, Süddeutsche Zeitung, 4.11.2000, S.13 |
| "Die CDU mag einer Führung derzeit
bedürfen, Deutschland sicherlich nicht mehr." Klaus
Topitsch, Münster, Süddeutsche Zeitung, 4.11.2000,
S.13 |
| "Die Leitkultur in Deutschland,
wenn es denn wirklich eine solche die ganze Gesellschaft überwolbende
gibt, ist seit Jahrzehnten amerikanisch. Insofern ist die Verbindung von
»deutsch« und »Leitkultur« eine anachronistische
Konjunktion." Joachim Güntner, Neue Zürcher Zeitung,
2.11.2000, S.33 |
| SZ: Seit Tagen wird von einer deutschen
Leitkultur geredet. Haben Sie eine Ahnung, was damit gemeint
ist? Said: Leit- oder Leidkultur, mit "d" oder mit "t" geschrieben? Aber im Ernst: Ich habe wirklich keine Vorstellung, was das sein soll. Im übrigen erinnert mich der Begriff an einen anderen Spruch: "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen." "Ich meine, dass diese Herren die geistigen Brandstifter benötigen. Deswegen beliefern sie diese Leute ja auch mit solchen Begriffen." Said, in München lebender Schriftsteller, Präsident des deutschen Pen-Zentrums, Süddeutsche Zeitung, 31.10.2000, S.22 |
| "Leitkultur ist ein
Totschlags-Wort: Wer von Leitkultur redet, will nicht integrieren, sondern
provozieren. Leitkultur ist ein Wort der Überhebung, der
Überheblichkeit, der Null-Toleranz. Wer nur darlegen will, dass
Einwanderer in Deutschland deutsch lernen und der Werteordnung des
Grundgesetzes zustimmen müssen der braucht für solche
Selbstverständlichkeiten das Wort Leitkultur nicht." Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung, 30.10.2000,
S.4 |
| Friedrich Merz,
CDU, fordert die in Deutschland lebenden Ausländer offen zu
Judenverfolgung und Neorassismus auf: sie hätten sich an die deutsche Leitkultur anzupassen. Und die war im
20.Jahrhundert von Krieg und Holokaust geprägt. Süddeutsche Zeitung, 23.10.2000, S.6 Vergleiche dazu die Bemerkung des Soziologen Wolf Lepenies zum universellen Wertekosmos. Paul Spiegel, Präsident des Zentralsrats der Juden, kritisierte scharf die "Eliten-Fremdenfeindlichkeit" in Deutschland. Münchner Merkur, 20.10.2000, S.4 |