| Skandal um den Deutschen Orden Finanzdebakel und die Verstrickung von Edmund Stoiber um eine dubiose religiöse Gemeinschaft |
| Im
Untersuchungsausschuss des Landtags zum Deutschen Orden verweigerten viele
Zeugen mit Hinweis auf das laufende Verfahren die Aussage. Im Mai 2003 beendete
der Ausschuss seine Tätigkeit (von Arbeit wird wohl niemand ernsthaft
reden). Jetzt konnte endlich auch die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen ohne
Ergebnis beenden: der Verdacht auf Steuerhinterziehung und Untreue konnte nicht
nachgewiesen werden, erklärte der Oberstaatsanwalt Rüdiger Hödl. OVB,
29.11.2003, S.8 |
Edmund Stoiber, CSU, vor dem
Untersuchungsausschuss zum Deutschen Orden DO:
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| Für seine
Hinweise zum Deutschen Orden wurde Gert
Lang-Rose selbst von der Justiz traktiert. Wie oft üblich in Politik und Justiz: derjenige, der einen Skandal aufdeckt, wird nicht belohnt, sondern bestraft. Weihnachten 2000 überbrachte die Polizei Gert Lang-Rose eine Nachricht der Staatsanwaltschaft: Falls er der Vorladung am 17. Januar 2001 nicht Folge leiste, werde man ihn mit Handschellen nach München bringen. Mit zwei Strafanzeigen brachte er im Dezember 2000 die Ermittlungen gegen den Deutschen Orden ins Rollen und sich in große Schwierigkeiten. Er erstattete auch Strafanzeige gegen Ministerpräsident Edmund Stoiber, in Bayern ein unverzeihbares Sakrileg: Die Anzeige wurde binnen Stunden eingestellt, der Groll der Staatsanwaltschaft München II gegen Lang-Rose währte länger. Das größenwahnsinnige Sozialimperium des Priors Gottfried Keindl und seines Geschäftsführers Werner Conrad ist inzwischen zusammen gebrochen. Übrig blieben Schulden von ca. 150 Millionen Euro und Vorwürfe an die bayerische Staatsregierung, die im Mai 1998 dem Deutschen Orden leichtfertig den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zuerkannt hat. SZ 23.1.2003, S. 42 |
| Der einstige
Generalbevollmächtigte des Deutschen Orden (DO), Fritz Graf, verweigerte im Untersuchungsasusschuss
die Aussage. Gegen Graf und weitere Führungsmitglieder des DO ermittelt
die Münchner Staatsanwaltschaft wegen Untreue, Betrug usw. Graf ist wie
Edmund Stoiber Familiar des DO und sie sind
in derselben Studentenverbindung. Grafs Frau soll vom DO einen Privatkredit
über eine Million Euro erhalten haben. Ex-DO Geschäftsführer,
Werner Conrad, sagte aus, daß Stoiber
über den DO begeistert war und am 13.1.1998 in der Staatskanzlei sagte:
"So ein Unternehmen gehört nach Bayern, nicht nach Hessen". Die Probleme
des DO kamen in Bayern und nach der lockeren Anerkennung als Körperschaft
des öffentlichen Rechts. Der Ex-DO Geschäftsführer soll ein
Jahreseinkommen von 510.000 Euro und eine hohe Abfindung abgesahnt haben.
OVB, 11.12.2002, S.7 |
| Der ehemalige
Rechtsanwalt für den Deutschen Orden Konrad
Gritschneder sagte vor dem Ausschuss aus, Edmund Stoiber, CSU, habe am 13. Januar 1998 der
Ordensleitung einen Unterstützungsbrief angeboten. Dabei ging es darum, ob
der Orden den Status einer privilegierten Körperschaft erhält.
SZ, 29.11.2002, S. 44 Stoiber setzte sich damals
tatsächlich in einem Brief an den damaligen Kultusminister Hans Zehetmair, CSU, für den Orden ein. OVB, 29.11.2002, S.8 |
| Das schlechteste Zeugnis stellt
freilich Peter Welnhofer, CSU, Vorsitzender
des Untersuchungs- ausschuss zu CSU Deutscher Orden (Rechtsstaat in
weiter Ferne: die CSU ermittelt gegen sich selbst; vgl. Deutschland ist kein
Rechtsstaat) der bayerischen Regierung aus: Der Deutsche Orden sei
als gesundes Unternehmen nach Bayern gekommen und erst hier krank geworden.
SZ, 28.11.2002, S.49 |
| Nach einem Brief des
Münchner Kritikers von Pflegemissständen Claus Fussek stellte das bayerische
Sozialministerium Strafanzeige gegen ein Altenheim des Deutschen Ordens in Bad
Alexanderbad. Dies ist genau die fragwürdige religiöse Gemeinschaft
bei der Edmund Stoiber, CSU, Familiar ist
(was immer das sein mag). SZ, 28.11.2002, S.54 |
| Die Kreditvergabe an den Deutschen
Orden wird überprüft. Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses
des Landtags Heinz Kaiser, SPD, vermutet
"Einflussnahme der Staatsregierung auf die Kreditvergabe", so wie schon die
Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts von
Ministerpräsident Edmund Stoiber, CSU,
selbst "Familiare" des Deutschen Ordens, in Amigo-Manier protegiert wurde.
SZ, 30.10.2002, S. 47 |
Bei der "Stifung des Deutschen Ordens" agierte die
bayerische Bürokratie schludrig, großzügig (gegenüber dem
Deutschen Orden), skandalös (gegenüber dem steuerzahlenden
Bürger) und naiv.
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| Ministerialrat
Gerhard Düchs versicherte vor dem Untersuchungsausschuss des
Landtags zum Deutschen Orden, weder Ministerpräsident Edmund Stoiber, CSU, noch
andere CSU-ler hätten auf das Verfahren eingewirkt. Das stimmt nicht. Am
19.1.1998 bat Deutscher Orden Laienbruder Edmund Stoiber seinen Minister Hans Zehetmair, CSU, den Antrag der Ordens
auf den Status der Körperschaft des öffentlichen Rechts positiv zu
beurteilen. Münchner Merkur, 8.7.2002, S.8 |
| Die religiöse
Vereinigung Deutscher Orden wird weiterhin
massiv von der CSU - Staatsregierung Bayern - Landesanstalt für
Aufbaufinanzierung LfA unterstützt. 2,56 Millionen Euro öffentliche
Gelder werden in das marode Unternehmen hineingepumpt. Münchner Merkur, 2.7.2002, S.5 |
| Der Deutsche Orden wurde im Jahre 1190
während des dritten Kreuzzuges nach Israel von christlichen Kriegern aus
norddeutschen Hansestädten gegründet. Mit
den Kreuzzügen sind schreckliche Verbrechen an der Menschlichkeit
verknüpft. Die Zahl der Ordensmitglieder beträgt im Jahr 2000 weltweit rund 1.090 Personen. Der Deutsche Orden in Bayern umfasste 1998 18 Leute. Trotzdem empfahl Edmund Stoiber, CSU, die Verleihung der Körperschaftsrechte, die für normale Organisationen verliehen wird, wenn die Mitgliederzahl deutlich über 200 liegt. Unter dem rechtlichen Schutz und dem Amigo-Protektorat häuften die Manager des Deutschen Ordens 180 Millionen Euro Schulden an. Ein Untersuchungsausschuss des Landtags soll die Ursachen klären. Das ist laut Alois Glück, CSU, völlig überflüssig. Vielleicht meint er, daß die CSU soviele Skandale am Hals hat, da mache dieser das Kraut nicht mehr fett. Am 19.1.1998 jedenfalls protegierte Edmund Stoiber, CSU, den Verein bei Kultusminister Hans Zehetmair, CSU. Dieser Rechtsstatus gab den Managern einen Freibrief zum unkontrollierten Schuldenmachen. Ende 2000 war der Wohlfahrtskonzern zahlungsunfähig. SZ, 24.5.2002, S.45 |