Email  zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Politik Diskussion
Revisionismus
Friedrich Schiller über friedrich schiller "das ewig Gestrige"Ermächtigungsgesetz Ermächtigungsgesetz
Flucht Literatur zur Geschichte, Flucht, Vertreibung und Versöhnung der Sudetendeutschen

Revisionismus [lateinisch] der, im weiteren Sinn Bemühungen, bestehende politische oder völkerrechtliche Verhältnisse zu verändern oder ideologische Positionen zu modifizieren; ...
(c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999
Revisionismusversuche auch im 21. Jahrhundert: Polen hat 1939 zuerst mobil gemacht
Im Vertriebenen-Stiftungsrat wiesen Vertreter des BdV Bunds der Vertriebenen darauf hin, dasss Polen bereits im März 1939, also 5 Monate vor dem deutschen Überfall auf Polen, Teile seiner Streitkräfte mobilisiert habe. Das wurde vom Kulturstaatsminister Bernd Neumann, CDU, kritisiert. Darauf verteidigte Erika Steinbach, CDU, diese Äußerungen. Sie beteuerte, dass sie die deutsche Schuld am zweiten Welt damit nicht negiere. Doch was wollen diese Geschichtsexperten damit ansonsten sagen?
Erika Steinbach und die anderen BdV-Vertreter vergassen zu sagen, dass Polen wegen der deutschen militärischen Bedrohung handelten.
"Die Geschichte der Erika Steinbach", SZ, 10.9.2010, S. 4
Durch die Teilmobiliserung Polens im März 1939 gab es keine Bedrohung Deutschlands. Es gab aber sehr wohl eine Bedrohung Polens durch die enorme Aufrüstung in Deutschland. Die deutsche Wehrmacht war damals eine der modernsten Streitmächte der Welt.
"Polen-Krieg war lange geplant", SZ, 10.9.2010, S. 6
Vertreibung:
mit Drohung oder Gewalt wird ein Bevölkerungsteil, meist Minderheiten, aus ihrer Heimat über dieGrenzen des vertreibenden Staates hinweg ausgewiesen (abgeschoben); dagegen wird bei der Deportation oder Verschleppung (Grenzen zur Vertreibung sind fließend) in der Regel nicht der Machtbereich des deportierenden Staates verlassen.
Die Vertreibung der eigenen Staatsangehörigen ist ein Verstoß gegen Menschenrechte; die grenzüberschreitende Vertreibung ist völkerrechtswidrig.
Die Vertreibung fremder Staatsangehöriger stellt einen Verstoß gegen Artikel 49 des Genfer Abkommens zum Schutz der Zivilbevölkerung von 1949 dar.
Unter Zuhilfenahme von: Brockhaus: (c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999
Hinweis auf einen Aufsatz
Frahm, Ole: "»Ein deutsches Trauma«?: Zur Schamlosigkeit deutscher Opferidentifikation". German Life and Letters 57.4 (2004): 372-90.
DTN-Redaktion: Vom Münchner Diktat zur Nachkriegsordnung Geschichte und ihre Instrumentalisierung in der aktuellen deutschen Politik, Ermächtigungsgesetz Rezension
"Wie alle NS-Opfer weiß auch ich, dass die Vertreibung und das damit verbundene Leid Resultat des krieges waren, den der verbrecherische Wahnsinn der Nazis entfachte, leider unter Duldung oder gar Zustimmung einer Mehrheit der Deutschen. Ohne den Nationalsozialismus wäre das alles nicht geschehen." Bertrand Herz, Präsident des "Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos", SZ 12.10.2006, S. 2 Weitere herz Zitate von Bertrand Herz
Ermächtigungsgesetz "Staatlich sanktionierte Vertreibung war und ist Unrecht, was immer an Verbrechen vorausgegangen ist."
Wer immer die Vertreibung der Sudetendeutschen beklagt, der sollte bedenken, was vorausging:
  • Zerschlagung der Tschechoslowakei durch Deutschland,
  • Terror der deutschen Nazis,
  • Ermordung böhmischer Juden,
  • Massaker von Lidice,
  • Vertreibung der Tschechen durch Deutsche
Historiker Klaus Ziemer, Leiter des Deutschen Historischen Instituts in Warschau, formuliert es so:
"... niemand hat ernsthaft in Frage gestellt, dass die Ursache hierfür [Vertreibung der Deutschen im oder nach dem Zweiten Weltkrieg] war, dass Deutschland diesen Krieg begonnen und in verbrecherischer Weise geführt hat." SZ, 11.9.2006, S. 2

Motto des 57. Sudetendeutschen Tags der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) 2006:
»Vertreibung ist Völkermord – dem Recht auf Heimat gehört die Zukunft«
Die Gleichsetzung von Vertreibung und Völkermord wurde heftig kritisiert, z.B.: Martin Schulze Wessel, Vorsitzender der deutsch- tschechischen Historikerkommission: "noch aggressiver als in den Zeiten des Kalten Krieges". Wenn diese Gleichsetzung zutrifft, werden all diejenigen Politiker und ausführenden Beamten der derzeitigen Vertreibungen ("Abschiebungen", "Umsiedlung" usw.; siehe Ermächtigungsgesetz Ausländer in Deutschland, Schwerpunkt Bayern), zu Völkermördern.
Bund der Vertriebenen BdV wurde von Ex-Nazis gegründet und geleitet
Der Bund der Vertriebenen BdV entstand 1957 mit dem Zusammenschluss des „Bundes der vertriebenen Deutschen“ (BVD) und des „Verbands der Landsmannschaften“ (VdL). Von den dreizehn Mitgliedern des ersten Präsidiums des Bundes waren elf frühere Nationalsozialisten. Ehemalige NS-Funktionäre und Mitglieder der SS bildeteten die Mehrheit der Führungsebenen. So wundert es kaum, dass lückenlos nationalsozialistisches Gedankengut in die Verbandstätigkeit einfloss.
Dem BdV wird auch heute noch die Nähe zum Rechtsextremismus sowie nationalistisches und revisionistisches Gedankengut vorgeworfen. Trotzdem (oder deshalb?) wird der Bund der Vertriebenen aus Bundesmitteln gefördert. Dazu passt, dass seit 1998 Erika Steinbach, CDU, Präsidentin des BdV ist.
BdVBund der Vertriebenen BdVBdVBund der Vertriebenen BdV (Wikipedia) – Michael Schwartz: Funktionäre mit Vergangenheit. Das Gründungspräsidium des Bundes der Vertriebenen und das "Dritte Reich". München, 2012, siehe unter Flucht Literatur zur Geschichte, Flucht, Vertreibung und Versöhnung der Sudetendeutschen
Der Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner zerschneidet alljährlich die Schleife eines SS-Gedenkkranzes. Im Herbst treffen sich Veteranen, Sympathisanten und Revisionisten am Salzburger Kommunalfriedhof zum alljährlichen Gedenken an die Waffen-SS durch die "Kameradschaft IV". Kastner und sein Anwalt Arnold meinen, dass diese Huldigung des Nazi-Unrechts von Demokraten unterbunden werden muss. Die Münchner Staatsanwaltschaft ging gegen Kastners Eingreifen vor. Wegen Sachbeschädigung soll der Künstler laut Gericht 750 Euro Strafe zahlen. In Deutschland braucht man wieder Zivilcourage und muß mit Strafe rechnen, wenn man gegen die Waffen-SS ist. Kastner legte Revision gegen das nazi-freundliche Urteil ein. Anton Winkler von der Staatsanwaltschaft München I verteidigte das Eingreifen pro Kameradschaft IV. SZ, 22.9.05, S. 44
Die Regierung der Tschechischen Republik würdigte die Leiden derjenigen Sudetendeutschen, die nach 1945 vertrieben wurden, obwohl sie aktiv gegen Hitler eintraten. Eine entsprechende Erklärung mit einer förmlichen Entschuldigung wurde am 24. August 2005 einstimmig verabschiedet. SZ, 25.8.05, S. 7
Nicht alle teilen die revisionistische Einstellung zahlreicher Politiker (man lese auf dieser Seite Meinungen von Edmund Stoiber, Johann Böhm und Bernd Posselt, alle CSU):
"Es ist für uns Christen in Deutschland völlig klar, auch für diejenigen unter uns, deren Vorfahren in Ostpreußen, Schlesien oder in einem anderen Gebiet gelebt haben, das heute Teil Tschechiens ist: Das Rad der Geschichte kann und darf nicht zurückgedreht werden. Die heutigen Grenzverläufe sind eine Folge des Zweiten Weltkrieges, den Deutschland zu verantworten hat, und müssen so akzeptiert werden. Versöhnung kann nur wachsen, wenn wir von dieser gegebenen Situation ausgehen."
Dr. Johannes Friedrich, Bischof der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern, chrismon 5/2005, S. 10
Edmund Stoiber, CSU, und Vertriebene hetzten auf dem Sudetentag 2005 gegen Tschechien
Stoiber: "Die Vertreibung der Sudetendeutschen war und bleibt vor der Geschichte ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ein großen und schweres Unrecht." Mit keinem Wort erwähnte Stoiber das Münchner Abkommen von 1938, die Zerschlagung der Tschechoslowakei durch Deutschland, 6 Jahre brutalster Krieg, deutsche KZs auf tschechischem Boden, zahlreiche Tote und deutsche Massaker in der Tschoslowakei; dies alles vor und als Ursache für die Vertreibung. SZ, 17.5.05, S. 4,5
Vertreibung im Zweiten Weltkrieg (Detail)
"Das Ziel antijüdischen Vorgehens [der Deutschen; H.H.] zum Zweck der »Germanisierung« des eroberten Terrains war die Vertreibung. Die »Judenpolitik« – wie das dritte Kapitel expliziert – ging überhaupt aus der Siedlungspolitik hervor, »Reservatslösungen« von zunehmend radikalerer Dimension wurden damit in Gang gesetzt." Sybille Steinbacher, Hochschulassistentin Ruhr-Universität Bochum: Rezension zu Christopher R. Browning. Die Entfesselung der 'Endlösung', SZ 1.12.2003
Bei Amazon nachschauen   Bei Amazon nachschauen
Browning BrowningChristopher R. Browning. Die Entfesselung der 'Endlösung'. Propyläen 2003. Gebunden, 832 Seiten Browning
Christopher R. Browning. Der Weg zur 'Endlösung'. Bonn: Dietz, 1998. Broschiert, 321 Seiten Browning
brumlik Brumlik Micha Brumlik: Wer Sturm sät. Die Vertreibung der Deutschen. Berlin: Aufbau, 2005. Taschenbuch, 300 Seiten – heimat Rezension taler
Conrad Taler: Verstaubte Kulisse Heimat. Über die Kausalität von Krieg und Vertreibung. Köln: PapyRossa, 2007. Broschiert, 234 Seiten taler
heimat Rezension
Antisemitismus, offener und versteckter Rassismus, Revisionismus haben in der CDU und CSU traditionell eine Heimat.
Hans Globke: Staatssekretär im Bundeskanzleramt
Reinhard Gehlen: Präsident Bundesnachrichtendienst. Gehlen Der Dienst. Erinnerungen 1942-1971
Heinrich Lübke, Bundespräsident, CDU
Kurt Georg Kiesinger, Bundeskanzler, CDU
Hans Filbinger, Ex-Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Ehrenvorsitzender der baden-württembergischen CDU, Nazi-Marinerichter;
siehe hans Nazi-Todesrichter Hans Filbinger, CDU und wette Wolfram Wette, Hg.: Filbinger - eine deutsche Karriere
Martin Hohmann, MdB, CDU; 1.12.2003 Nachtrag: Parteiausschlußverfahren eingeleitet. Martin Hohmann Zitate
Siegfried Zoglmann Siegfried Zoglmann, Hitlerjugend, SS, FDP und CSU.
Man lese: Norbert Frei Norbert Frei: Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945
Noch immer nicht haben Edmund Stoiber, Johann Böhm und Bernd Posselt (alle CSU) begriffen: wer einen verbrecherischen Krieg beginnt (= wir Deutsche) muß damit rechnen, daß Gegenmaßnahmen ergriffen werden, beispielsweise die Benesch-Dekrete.
Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, CSU, hat mit scharfen Formulierungen die Aufhebung der Benesch-Dekrete gefordert, mit denen vor 58 Jahren die Enteignung und Vertreibung der Sudetendeutschen legitimiert worden war. Der Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Johann Böhm, CSU, sagte, die Tschechen hätten nur noch wenige Jahre Zeit, Wiedergutmachung zu leisten, weil sich das Problem sonst „biologisch lösen“ werde. Der Kampf um die Aufhebung der Vertreibungsdekrete, die „rassistisches Unrecht“ seien und nicht Teil eines vereinten Europas bleiben dürften, geht auch nach Ankündigung des CSU-Europaabgeordneten Bernd Posselt weiter. SZ, 10.6.2003, S.6 Das Problem löst sich "biologisch", wenn die Revisionisten ausgestorben sind.
Mit 489 von 565 Stimmen beschloß das Europaparlament am 9. April 2003 die Aufnahme Tschechiens in die EU. Die Nein-Stimmen kamen zum Wesentlichen von der CDU und CSU. Die 10 CSU Abgeordnete stimmten geschlossen gegen Tschechien; sie haben die Vertreibung der Sudetendeutschen immer noch nicht als Fakt akzeptiert. Der CSU Europaabgeordnete und Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft Bernd Posselt hat anscheinend nicht begriffen, daß über den EU Beitritt Tschechiens abgestimmt wurde. Er sagte, es sei "kein Nein zur Erweiterung". SZ10.4.2003, S.11
Hier die CSU Abgeordneten, die gegen einen EU Beitritt Tschechiens stimmten:
Ferber, Markus Augsburg
Friedrich, Dr. Ingo Gunzenhausen
Kastler, Martin Nürnberg
Mayer, Franz Xaver Landau/Isar
Niebler, Dr. Angelika Ebersberg
Posselt, Bernd München
Radwan, Alexander Rottach-Egern
Schleicher, Ursula Aschaffenburg
Stauner, Dr. Gabriele Wolfratshausen
Wuermeling, Dr. Joachim Bayreuth

Revisionismus wird beispielsweise betrieben von der NPD (Verfassungsschutzbericht 2001, S. 78-79) und den Republikanern REP (Verfassungsschutzbericht 2001, S. 103). Auch die CSU macht sich dafür stark. Ingo Friedrich, CSU, (Ingo Friedrich, CSU Lügen Friedrich) droht den Beitritt Tschechiens zur EU zu blockieren, wenn sich Prag weigert, die Beneš-Dekrete zur Vertreibung und Enteignung der Sudetendeutschen nach dem zweiten Weltkrieg zurückzunehmen. Es handelt sich um mehr als 140 Dekrete mit Gesetzescharakter zwischen 1940 und 1945; völlig legal erlassen vom Präsidenten der Tschechoslowakei Edvard Beneš.
Christa Stewens, CSU, Sozialministerium, fordert ebenfalls die Aufhebung des Benes-Dekrete. Ähnlich äußerten sich Nassauer von der CDU/CSU im Europa-Parlament und der EU Abgeordnete Würmeling, CSU. Münchner Merkur, 10.3.2003, S. 5
Beneš-Dekrete, Sammel-Bezeichnung für verschiedene Erlasse des tschechoslowak. Präsidenten Edvard Beneš mit Gesetzescharakter zwischen Mai und Oktober 1945 sowie das Amnestiegesetz vom 8.5. 1946, die mit der kollektiven Entrechtung der Sudeten- und Karpatendeutschen sowie der Ungarn deren entschädigungslose Enteignung und Vertreibung aus der Tschechoslowakei ermöglichten.
(c) Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, 1999
"Diese Dekrete stellen den historisch seltenen Fall einer gesetzlich legitimierten ethnischen Säuberung dar." benes Micha Brumlik: Wer Sturm sät. Die Vertreibung der Deutschen, S. 55
 

Politik Diskussion
Email  zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 8.12.2012