| Gammelfleischskandal(e) In Bayern werden seit Jahren ekelerregende Fleischbestände entdeckt |
| Die
Skandalserie zeigt erhebliche Lücken im Kontrollsystem für Lebens-
und Futtermittel in Bayern. |
| Bayerischer Minister Schnappauf wurde wieder einmal zum
Gespött in der Republik Schutzheiliger aller Gammelfleischproduzenten bezeichnete die Junge Welt Werner Schnappauf, CSU. Große Teile des aus Bayern exportierten Gammelfleisches kamen nach Berlin. Junge Welt 6.09.2007, S. 8 |
| Bilanz im
Gammelfleischfall Kollmer Es gab und gibt kriminelles Handeln. Die Kultur des Wegschauens bayerischer Behörden ist deutlich nachgewiesen. Herbert Müller, SPD, stellvertretender Vorsitzender des Untersuchungsausschusses Wildfleisch im Bayerischen Landtag, und Adi Sprinkart, Die Grünen, ebenfalls im Ausschuss, legten eine Bilanz der Arbeit des Ausschusses vor. |
| Wer als Minister versagt kann immer noch
Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI)
werden
|
|
| Franz Maget, Vorsitzender der
SPD-Landtagsfraktion: "Herr Schnappauf war ein schwacher Minister. Er hat eine ganze Serie von Fehlern und Skandalen zu verantworten, für die er ohnehin schon längst hätte zurücktreten müssen. Er war in den letzten Monaten kein Verbraucherschützer, sondern eher eine Gefahr für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Bayern." |
|
| Sensation -
oder doch nicht? 29. August 2007: Die Grüne im Landtag fordern Entlassung von Minister Schnappauf ... und er geht!Nein, keine Sensation, im Gegenteil. Wer jahrelang für die Verbaucher versagte und stattdessen die Industrie hofierte, hat beste Voraussetzungen als BDI-Geschäftsführer. |
|
Das Puzzlespiel des größeren Skandals wird ergänzt: Schnappauf geht in die Industrie Der stellvertretende Vorsitzende des Untersuchungsausschusses Wildfleisch, Herbert Müller, SPD, sah in den Ankündigungen von Verbraucherminister Werner Schnappauf, CSU, bei dem Wertinger Gammelfleischskandal handele es sich nur um ein "Puzzlestück" eines größeren Skandals das Eingeständnis seines eigenen Versagens: "Der Minister sagt damit, dass er unfähig war, die Kontrollen in Bayern auf ein wirksames Niveau zu bringen." |
|
| Neue Funde von
Ekelfleisch in Bayern Die Kontrollsysteme im Bereich der Lebensmittelsicherheit in Bayern (Verantwortung dafür: Verbraucherschutzminister Thomas Kreuzer, CSU, Vorsitzender des Gammelfleisch-Untersuchungsausschusses, nahm dagegen Werner Schnappauf und dessen laxe Aufsicht in Schutz. In Wertingen ist das Versagen des Verbraucherministers besonders krass: dieselbe Firma hatte schon früher in großem Stil mit minderwertigem Fleisch gehandelt; der Betrieb war geschlossen worden. Vater und Sohn wurden wegen Steuerhinterziehung, Subventionsbetrug und Urkundenfälschung mildest verurteilt und konnten offensichtlich erneut einen Lebensmittelbetrieb eröffnen. SZ, 29.8.2007, S. 33 Der Hauptverdächtige im neuen bayerischen Ekelfleisch-Skandal gestande weitere umfangreiche Lieferungen von umetikettierten Fleisch: etwa 7-8 weitere Lieferungen von je 20 t. Verbraucherminister Werner Schnappauf, CSU, sagte, der schwäbische Betrieb sei "nur ein Glied einer Kette", SZ, 1.9.2007, S. 45. Wie wahr! Siehe obigen Kasten! |
| Der stellvertretende
Vorsitzende des Untersuchungsausschusses Wildfleisch, Herbert Müller, SPD,
begrüßte die Erweiterung des Untersuchungsausschusses, die von der
CSU bislang abgelehnt wurde. "Ich stelle fest, dass die Forderung von uns, auch
den Fall Kollmer in Illertissen zu untersuchen, jetzt in der von uns immer
gewünschten Form der Erweiterung des Untersuchungsausschusses erfolgt. Ich
freue mich, dass die CSU die Vernunft, die bei uns schon lange vorhanden war,
nachvollzieht. Es ist neben dem Erfolg für unserer hartnäckigen
Arbeit vor allem ein Erfolg für den Verbraucherschutz und die Konsumenten
in Bayern." |
| Die CSU verweigert Aufklärung im
Falle der schwäbischen Fleischfirma Kollmer, Mutterfirma der Deggendorfer
Frost GmbH. Der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses Thomas Kreuzer, CSU, blockiert mit seinem Veto die
Aufklärung zu den Gammelfleischskandalen. PM Die Grünen und SPD im Bayerischen Landtag, 12. April 2007 Die CSU blieb bei ihrer Blockade: der Gammelfleischskandal soll wenn es nach der bayerisches Staatspartei gehen soll nicht gründlich aufgeklärt werden. Sie verweigerte im Untersuchungsausschuss Wildfleisch und Verbraucherschutz die Klärung weniger, aber zentraler neuer Fragen zum Fleischskandal. SPD und Grüne sind aber für Verbraucherschutz. Die Opposition beantragt einen neuen Untersuchungsausschuss Gammelfleisch und Verbraucherschutz. Hintergrund: Die Firma Kollmer Fleisch und Kühlhaus GmbH war die Muttergesellschaft der Frost GmbH, Deggendorf. Sie stand seit Jahren im Blick der Lebensmittelüberwacher. Diese stellten immer wieder Verstöße fest und konnten nur Bußgelder verhängen. Inzwischen hat die Firma einen neuen Geschäftsführer und eine neue Geschäftsform: die Besitzverhältnisse blieben. SZ, 15.6.2007, S. 37 |
| Trotz jahrelangem
Versagen bleibt Anti-Verbraucherminister Werner Schnappauf, CSU, im Amt.
Schnappauf: Bankrotterklärung der Regierung Stoiber - von der Führungslosigkeit zur Sprachlosigkeit, Liste des Versagens von Stoibers Problemminister Schnappauf, Stoiber hat eine Entlassung Schnappaufs nicht im Kreuz, |
| Zum 3.Mal reagierte Verbraucherminister
Werner Schnappauf, CSU, nicht rechtzeitig
auf Hinweise auf Gammelfleisch. Nach Deggendorf und Passau verschleppte er nun auch einen Fall in
München, auf den sein Ministerium per
Email hingewiesen wurde (Doch Post des Bürgers wird bei den bayerischen
Ministerien und Abgeordneten nicht gerne gesehen, noch weniger gelesen). Werner
Schnappauf, CSU, spricht sich gegen das von Horst Seehofer, CSU, vorgeschlagene
Frühwarnsystem aus. SZ, 11.11.2006, S. 54 |
| Vor dem Landgericht
Memmingen wird seit 26.9.2006 gegen Rolf K., Ex-Geschäftsführer der
Frost GmbH, Deggendorf, verhandelt. Ihm werden rund 70 Verstöße
gegen das Lebensmittelgesetz vorgeworfen. Das Pikante am Gammelfleischprozess:
Rolf K. wurde wegen ähnlicher Delikte schon mal verurteilt.
OVB, 27.9.2006, S. 7 |
| Bezüglich Gammelfleisch werfen
verschiedene Politiker (beispielweise Bärbel Höhn, Grüne und
Hans-Michael Goldmann, FDP) Horst Seehofer, CSU,
Bundesverbraucherschutzminister, Verschleppung und
Vertuschung vor. Seehofers Ministerium wurde bereits am 25.8. 2006
über verdorbenes Fleisch informiert. Erst sechs Tage später urden die
Bürger informiert. SZ, 11.9.2006, S. 6 |
| "Der dritte
Gammelfleisch-Skandal in einem Jahr da wird es Zeit, zum
Ministerpräsidenten zu gehen und seinen Rücktritt anzubieten."
Sebastian von Rotenhan, MdL, CSU, zur SZ,
6.9.2006, S. 39. Genau dies tat Verbraucherschutzminister Dr. Werner
Schnappauf, CSU: "Deshalb brauchen wir strikte Kontrollen, strenge
Strafandrohungen, empfindliche Geldbußen, Berufsverbote und eine
vollständige Offenlegung der Übeltäter" (siehe
|
| In einem Fleischzerlegebetrieb in
Oberfranken wurde bei einer Razzia 1,5 Tonnen Schweinefleisch sichergestellt:
sie waren offenkundig verdorben. Der Name der Firma wurde nicht genannt, wohl
um die Firma zu schützen. Der Verbraucher wird es schon überleben.
SZ, 9.9.2006, S. 49 |
| Trotz der schlimmen
Folgen für die Verbraucher will die CSU von ihrer bürgerfeindlichen
Politik nicht lassen. Eine von der SPD-Fraktion bei Landtagspräsident
Glück angeregte Sondersitzung der bayerischen Volksvertretung zum
Gammelfleisch-Skandal konnte die CSU mit Zweidrittel-Mehrheit verhindern.
|
| Die Amigos der CSU haben schon seit
Franz Josef Strauss, CSU, eine besondere
Nähe zu den Fleischfabriken und - grosshändlern: Strauss fädelte
1983 zusammen mit Schalck-Golodkowski auf
dem Gut des Rosenheimer Fleischfabrikanten März den Milliardenkredit
für die DDR ein: so konnte die DDR noch bis 1989 überleben. Der
Allgäuer Moksel-Konzern steht ziemlich weit oben auf der Spenderliste der
CSU. Moksel ist einer der größten Fleischverarbeiter in Deutschland.
1992 übernahm die Moksel AG die
Gebrüder März AG. |
| Schon im Dezember
2005 wurden die staatlichen Veterinärbehörden in Bayern über die
Machenschaften des Münchner Großhändler Georg Bruner informiert
(falsch etikettiertes Fleisch in Umlauf gebracht). Die
Lebensmittelüberwachung Mannheim fand Tiefkühlware, die vom
Münchner Unternehmen Bruner geliefert und als Frischware etikettiert
worden war. Die Staatsanwaltschaft Mannheim leitete gegen den Mannheimer
Händler ein Strafverfahren ein und meldete den Vorfall an die bayerischen
Behörden weiter. Der Inhaber des Unternehmens im niederbayerischen Metten
wurde bereits in den 80er Jahren wegen Fleischschiebereien verurteilt; durfte
dann aber weitermachen. Der Geschäftsführer der Deggendorfer Frost
GmbH stand bereits wegen diverser ähnlicher Delikte vor Gericht; durfte
dann aber weitermachen. Siehe |
| Dr. Werner Schnappauf, CSU: "Diese
bestehenden Systeme [für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit]
sind nach unseren informationen ausreichend" (SZ, 5.9.2006, S.1). Das mag sogar
zutreffen. Doch man muß diese Systeme einsetzen und aus den
Überprüfungen die Konsequenzen ziehen. Diese Konsequenz kann nicht
lauten: staatliche finanzielle Förderung der Gammelfleischbetriebe,
sondern Stilllegung und Berufsverbot. |
| Die Firmengruppe
Berger in Passau wurde seit Mitte der 90er Jahre immer wieder wegen
Verstößen im Zusammenhang mit der Einfuhr von Wildfleisch
aktenkundig; gegen das Unternehmen wurde bereits seit 2004 wegen Schwarzarbeit
ermittelt. Trotzdem durfte es unter Verbraucherschutzminister Werner
Schnappauf, CSU, weiter Gammelfleisch ausliefern: vielleicht war damals das
"gesellschaftliche Klima" (Schnappauf in der Kabinettsitzung 5.9.2006) noch
nicht soweit. Die Firmengruppe Berger erhielt sogar seit 1996 staatliche Wirtschaftsförderung. Die LfA, die
staatliche Förderbank Bayern, war als Hauptgesellschafterin der
Bayerischen Beteiligungsgesellschaft (BayBG) an einer stillen Einlage von
insgesamt mehr als 2 Millionen Euro beteiligt. Weitere Gesellschafter der BayBG
sind diverse Banken, Versicherungen, Kammern und Verbände. Nach der Pleite
des Passauer Skandalbetriebs Berger-Wild wird die staatliche LfA
Förderbank Bayern auf Verlusten von rund 688.000 Euro sitzen bleiben,
teilte das bayerische Wirtschaftsministerium auf eine Anfrage der Grünen
mit. |
| Verbraucherschutzminister Dr. Werner Schnappauf, CSU, fordert
seinen eigenen Rücktritt Er schlägt harte Maßnahmen gegen schwarze Schafe in der Lebensmittelbranche vor: "Wir haben heute ein gesellschaftliches Klima, dass Lebensmittelverstöße kein Bagatelldelikt sind, sondern ein Angriff auf die Gesundheit der Verbraucher. Deshalb brauchen wir strikte Kontrollen, strenge Strafandrohungen, empfindliche Geldbußen, Berufsverbote und eine vollständige Offenlegung der Übeltäter". Schnappauf bezeichnete die Veröffentlichung der schwarzen Schafe als wirksamste Waffe. Gut, dass schwarze Schafe aufgedeckt und hart verfolgt werden. ... Deshalb brauchen wir strikte Kontrollen, strenge Strafandrohungen, empfindliche Geldbußen, Berufsverbote und eine vollständige Offenlegung der Übeltäter. |
| Sepp Dürr, Grüne: Es ist eine
politische Bankrotterklärung, dass die zuständigen Minister
[1] offenbar noch immer nichts unternommen haben, um den
Verbraucherschutz effektiv zu verbessern, obwohl sie nach den
zurückliegenden Fleischskandalen bereits Null Toleranz
[2] und ein hartes Durchgreifen angekündigt hatten.
PM Grüne: Gammelfleisch, 4.9.2006 Ludwig Wörner, SPD: Schnappauf hat sein Haus nicht im Griff und ist nicht in der Lage, seine Aufgaben als Minister zu erfüllen. Deshalb muss er seinen Hut nehmen oder von Stoiber entlassen werden, um weiteren Schaden vom Ansehen Bayerns, bayerischer Produkte und der bayerischen Bauern abzuwenden. [1] Werner Schnappauf, CSU, und Horst Seehofer, CSU [2] |
| Gammelfleisch
auch wieder in Niederbayern Auch in Metten bei Deggendorf wurden über 40 Tonnen tiefgefrorenes Fleisch sichergestellt. Es besteht der Verdacht, dass sie nicht mehr genussfähig sind und dass der Betrieb seit 2004 (!!!) übel riechendes Fleisch umetikettiert oder in den Handel gebracht hat. SZ, 2.9.2006, S. 45 |
| Gammelfleisch in den
Tiefkühlräumen der Firma Bruner in München-Johanneskirchen ist
"grünlich und ekelerregend". Die Staatsanwaltschaft München I leitete
gegen den Geschäftsführer des Unternehmens ein Ermittlungsverfahren
ein. Sepp Dürr, Grüne,
bescheinigte der CSU-Regierung "erschreckende Lücken" im Kontrollsystem.
|
| Der stellvertretende Vorsitzende der
SPD-Landtagsfraktion, Dr. Thomas Beyer:
"Die offene Kritik von Bundesverbraucherminister Horst
Seehofer an den Bundesländern, wobei er natürlich niemand
anderen meint als seinen Parteifreund und Landesministerkollegen Werner
Schnappauf, und die aus Berlin in Sachen nachlässiger
Lebensmittelkontrollen kommenden Vorwürfe sind so massiv, dass Bayerns
Ministerpräsident Stoiber seinen Minister Schnappauf nicht mehr
länger halten kann." |
| 24. März 2006
Die SPD-Landtagsfraktion entwarf einen 15-seitigen Fragenkatalog, der die
Grundlage für den Untersuchungsausschuss "Wildfleisch" sein soll.
|
| Es hat also 11 Jahre gedauert, bis die bayerische Regierung endlich im Sinne des Verbrauchers handelte! |
| 29. Januar 2006: Ehemalige leitende Mitarbeiter von Wild Berger werden vernommen und berichten von "verlängerten" Verfallsdaten und Deklaration von aufgetautem Fleisch als Frischfleisch. 70 Leitz-Ordner und vier Computer-Festplatten werden beschlagnahmt. |
| 6. Dezember 2005: erst jetzt wird der Deggendorfer Ekelfleischbetrieb Frost geschlossen. Komisch: noch 5 Tage zuvor war laut Werner Schnappauf alles bestens |
| 1.Dezember 2005
Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf, CSU: "In Bayerns
Schlachthöfen, Zerlegebetrieben, Lebensmittelkühl- und
Gefrierhäusern ist bislang kein verdorbenes oder umetikettiertes Fleisch
aufgetaucht." |
| 13. Oktober 2005: Großrazzia bei 39 bayerischen Zwischenhändler wegen Ekelfleisch. |
| Schon im Juli 2005
wies die Memminger Staatsanwaltschaft auf die Machenschaften eines Deggendorfer
Fleischhändlers hin und informierte den bayerischen Generalstaatsanwalt.
Doch Verbraucherschutzminister Werner Schnappauf, CSU, und die bayerische
CSU-Regierung geben dem Fleischzwischenhandel Vorrang vor den Schutz der
Verbraucher. Die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Heidi Lück, und der SPD-Umweltsprecher Herbert Müller werfen daher Minister Schnappauf, CSU, Untätigkeit und Ablenkungsmanöver vor |
| Von 2003 bis 2006 gab es (mindestens) elf Besuche der Vertreter des Landratsamtes bei der Firma Wild Berger: es gab immer wieder schwere Hygienemängel. Doch Umweltminister Schnappauf und die bayerische Regierung geben dem Fleischzwischenhandel Vorrang vor den Schutz der Verbraucher. |
| 1998 also nach
nur drei Jahren, ja, die bayerischen Politiker sind schnell
|
| 1995 Eine Wildfleischsendung für die Firma Wild Berger wird an der Grenzstation Waidhaus zu Tschechien wegen zu hoher Transporttemperatur zurückgewiesen. |
| Literatur |
| Bei Amazon nachschauen | Bei Amazon nachschauen | |
|
![]() |
|
| Volker Angres, Claus-Peter Hutter,
Lutz Ribbe: Futter fürs Volk. Was die Lebensmittelindustrie uns
auftischt. Droemer/Knaur 2006. Broschiert, 399 Seiten
|
||