Email  zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Therapie
Straftäter-Therapie in Bayern mangelhaft
Immer wieder kommt es zu Rückfällen von entlassenen Straftätern. Die bayerische CSU verweigert eine angemessene Therapie und Betreuung – therapie Literatur
Schwere Kommunikationsdefinzite im bayerischen Justizministerium
Entgegen der Absage des Ministeriumssprecher Stefan Lenzenhuber: "Fachambulanzen sind nicht vorgesehen" (siehe weiter unten) will die bayerische Justizministerin Beate Merk, CSU, doch prüfen, ob die Fachambulanz für entlassene Sexualstraftäter die Sicherheit verbessere. Anscheinend spricht sich der Sprecher nicht mit seiner Ministerin ab. Und die Ministerin weiß nicht, was in ihrem Amt alles vor sich geht. Das Evangelische Hilswerk legte im Januar 2006 ein Konzept für die Fachambulanz dem Ministerium vor. Im Juli ging ein verbessertes Konzept an das Ministerium. Frau Merk bekam es erst im August vorgelegt. Wie so oft geht es – statt um rasche Sachlösungen – um Kompetenzengerangel und Verantwortungsumherschieberei: wenn die Nachsorge entlassener Straftäter als Gesundheitsmaßnahme eingestuft wird, ist das Sozialministerium zuständig. OVB, 31.10.2006, S. 9
Anfang Oktober 2006
Ein Sexualstraftäter wird nach einem positiven Gutachten entlassen. In Bayreuth vergewaltigt er eine Krankenschwester und ermordet sie. Die bayerische Regierung will die vorzeitige Entlassung erschweren. Diese Augenwischer-Aktion verschärft und verschiebt das Problem.
Seit Januar 2006 lag dem bayerischen Justizministerium unter Beate Merk, CSU, ein Therapie- Konzept des Evangelischen Hilfswerks vor. Es sieht Fachambulanzen für Sexualstraftäter vor, für die Prof. Dr. Martin Krupinski schon 2001 plädierte. Beate Merk, CSU, reagierte nicht. Erst jetzt meinte Ministeriumssprecher Stefan Lenzenhuber: "Fachambulanzen sind nicht vorgesehen".
Im Mai 2006 beschloss der Bund eine Reform der Führungsaufsicht entlassener Straftäter. Es empfiehlt Fachambulanzen, die in Stuttgart und Berlin bereits erfolgreich arbeiten. Prof. Dr. Martin Krupinski, Leiter der Abteilung für Forensische Psychiatrie in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Würzburg: "Ich bin überzeugt, dass eine ambulante Nachsorge erheblich billiger kommt als die Unterbringung in Psychiatrie oder Gefängnis". OVB, 30.10.2006, S. 9 Krupinski warnte schon im Jahre 2001: "Schon bei der Entscheidung, ob solche Täter in die Psychiatrie oder in eine Haftanstalt gelangen, kommt es zu Fehlern". Zum Beispiel landet ein eigentlich psychisch kranker Täter im Gefängnis. Er sitzt seine Strafe ab, kommt ohne Therapie auf freien Fuß und wird dann eventuell rückfällig.
krupinski 26.11.2001 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Fachleute und Bundespolitiker fordern seit Jahrzehnten: Verbessert die Betreuung entlassener Sexualstraftäter. Die Einrichtung von Fachambulanzen ist dringend notwendig. Thomas Westermann, Leiter des Münchner Bodelschwingh-Hauses, spricht von "massiven Lücken in der Betreuung". Die bayerische Justizministerin Beate Merk, CSU, meint naiv: "Ich setze stark auf ehrenamtliche Helfer". OVB, 30.10.2006, S. 9
Franz Joseph Freisleder, ärztlicher Direktor der Münchner Heckscher Klinik und forensischer Gutachter: "Es ist eine Illusion zu glauben, mit mehr Härte und noch mehr Gutachten gäbe es kein Rückfallrisiko mehr." ... "Verschärfungen, die der Bayerische Landtag gerade diskutiert hat, [sind] nicht unbedingt hilfreich."
Die Täter kommen etwas später doch frei, dann aber ohne Therapie und oft gefährlicher.
SZ, 30.10.2006, S. 49
Literatur
Bei Amazon nachschauen   Bei Amazon nachschauen
Nedopil TherapieNorbert Nedopil, Martin Krupinski: Beispiel-Gutachten aus der Forensischen Psychiatrie. Stuttgart: Thieme 2001. 249 Seiten. Unter Mitarbeit von Johannes Wittmann Nedopil
Norbert Nedopil: Forensische Psychiatrie Klinik, Begutachtung und Behandlung zwischen Psychiatrie und Recht. Stuttgart: Thieme 2000. 402 Seiten. 2., aktualis. u. erw. Aufl. Unter Mitarbeit von Volker Dittmann, Franz J. Freisleder, Reinhard Haller Therapie
Therapie Anfang

Therapie
Email  zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 31.10.2006