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Zeitlmann
Wolfgang Zeitlmann, CSU, und sein problematisches Verhältnis zur Kunst
und sein sonderbares Demokratieverständnis
Wolfgang Zeitlmann, CSU, MdB
a) zu Haackes Werk (Riesentrog mit Erde aus allen Wahlkreisen und der Schrift "Der Bevölkerung") im Berliner Parlament: der Titel "Der Bevölkerung" ist ein Affront.
b) zur Abstimmung über das Werk (260 pro, 258 contra): "Ich hätte erwartet, dass der Künstler nach dieser knappen Abstimmung Abstand davon nimmt." Oberbayerisches Volksblatt, 8.4.2000, S. 17
zu a): die MdB denken an ihre Diäten; die Erinnerung, daß sie der Bevölkerung zu dienen haben ist fürwahr ein Affront.
zu b): bei knappen Abstimmungsniederlagen sollte also nach Zeitlmann das Vorhaben der Unterlegenen durchgeführt werden. Sonderbares Demokratieverständnis: die knappe Minderheit gewinnt.
Bayrische Kunstkritik: CSU beklagt »Kotau vor den Siegermächten« im Berliner Reichstag
Der Kunstbeirat des Bundestages lud je einen Künstler aus den Ländern der Allianz gegen Nazi- Deutschland zur Mitgestaltung des Reichstages ein. ZUnter den eingeladenen Künstlern ist auch Bernhard Heisig, ehemaliger Direktor der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst.
Wolfgang Zeitlmann, CSU, beklagte sich über zu viel Geschichtsbewußtsein. 50 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sei es eine »unverständliche Geste« und ein »Kotau vor den Siegermächten«, wenn im künftigen Bundestag Künstler aus den USA, Großbritannien, Frankreich und der ehemaligen Sowjetunion mitarbeiten. Gegenüber junge Welt sagte Zeitlmann, er kenne die Künstler zwar nicht, sei aber dagegen. Die Kunst im neuen Bundestag solle sich lieber auf die deutsche Gegenwart beziehen. Abfällig äußerte sich Zeitlmann auch über die Inschriften sowjetischer Soldaten, die diese im Reichstag hinterließen. Es sei ein »Unding, daß diese Rotarmisten-Schmierereien konserviert werden sollen«.
junge Welt 04.03.1999

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