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Kampf gegen Terrorismus und Korruption
„Konten sperren statt Krieg führen“
Die französische Ermittlungsrichterin Eva Joly über Parallelen im Kampf gegen Terrorismus und Korruption – Auszüge aus einem Interview in der Süddeutschen Zeitung, 11.10.2001, S.2
Eva Joly, Ermittlungsrichterin in Paris, leitet die Untersuchungen im Korruptionsskandal um den Erdölkonzern Elf Aquitaine. ...
SZ: Sie ermitteln seit Jahren in der größten Korruptionsaffäre Europas, dem Fall Elf Aquitaine. Wenn Sie diesen Skandal mit den Erkenntnissen vergleichen, die zur Finanzierung von bin Ladens Terrorgruppe al-Qaida vorliegen, welche Parallelen erkennen Sie?
Joly: Gemeinsam ist beiden Fällen, dass systematisch finanzielle Spuren verwischt und Geldflüsse verdunkelt wurden. Die Täter und ihre Hintermänner benutzen Bankkonten von Scheinfirmen, die meist in Finanzoasen angesiedelt sind – so genannte Offshore-Firmen. Bei der Korruption hat man diesen Missstand zu lange hingenommen. Jetzt sehen wir, dass verdeckte Geldkreisläufe auch Terroristen dienen. ...
SZ: Der frühere Chef von Elf Aquitaine, Loïk le Floch-Prigent, der zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurde, hat erklärt, Elf habe Politiker von CDU und SPD geschmiert. Ist das der Grund dafür, dass Ermittlungen zu Elf in Deutschland so lange nicht in Gang kamen?
Joly: Le Floch darf sagen, was er will. Er ist frei. Ich darf mich zu laufenden Verfahren nicht äußern. ...
Hervorhebungen durch H.H. – SZ, 11.Oktober 2001, S.2.
 

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 3.11.2001