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Nazi
Die Gräueltaten im sogenannten Dritten Reich werden in der deutschen Öffentlichkeit oft noch abgestritten, verharmlost und/oder relativiert
Nur selten werden in der deutschen Öffentlichkeit die Gräueltaten des Dritten Reichs korrekt zugeordnet: es waren die Deutschen (nicht die Nazis); sie haben die NSDAP gewählt (meist wird mit “Machtübernahme der Nazis” suggeriert, das deutsche Volk habe diese Machtübernahme erleiden müssen); die Parteien haben Adolf Hitler ganz legal ermächtigt (Ermächtigungsgesetz Ermächtigungsgesetz). wehrmacht hitler Literatur zu Vernichtungskrieg und Völkermord
Flucht Literatur zur Geschichte, Flucht, Vertreibung und Versöhnung der Sudetendeutschen
wehrmacht hitler Literatur zu Hitlers Eliten nach 1945reich Michael Faulhaber und der Nationalsozialismus
wehrmacht hitler Thomas Mann: "Warum sind eure Städte zerstört?"Massaker Kephallonia Massaker von Kephallonia

hans Nazi-Todesrichter Hans Filbinger, CDUNSDAP NSDAP-Mitgliedschaft
NSDAP Ehrung für Oswald Gundelach durch die Bayerische Staatsregierung
Langjähriger Chef des BKA war der SS-Mann Paul Dickopf
Aufbau und Betrieb des BKA (Bundeskriminalamt) lag nach dem Kriegsende 1945 lange Jahre in den Händen ehemaliger Nazis und SS-Verbrecher. In Meckenheim führte die Strasse zur Abteilung Staatsschutz (!) bis Juni 2012 den Namen von Paul Dickopf, einem Mitglied der SS. Die ehemaligen SS-Leute saßen in 33 von 47 Leitungsstellen des BKA. Paul Dickopf wurde 1965 sogar Chef des BKA.
Anmerkung
Da Kritik an der Polizei, im Besonderen der Kriminalpolizei, in Bayern rasch zur Anklage führen kann (Dickopf Zensur in Bayern), betone ich: dies ist keine Kritik an der Kriminalpolizei!
Weg von den Wurzeln · Das BKA lässt eine Straße umbenennen, die dem langjährigen Chef und einstigen SS-Mann Dickopf gewidmet war - das soll Distanz zur unrühmlichen Geschichte schaffen, SZ, 25. Juni 2012, S. 7
In einem Staatswald unweit Bittenbrunn bei Neuburg an der Donau steht ein überwuchertes Denkmal für einen NS-Schergen. Es wurde von "Senioren" gesäubert, das "Pg" (Parteigenosse) der Gedenkinschrift wurde unkenntlich gemacht.
Oberleutnant und SS-Unterscharführer Hubert Büttner, SS-Mitglied seit dem 11. März 1933, überraschte beim Fronturlaub zuhause am 16. Dezember 1942 drei geflohene russische Zwangsarbeiter. Er wurde – so die NS-Propaganda – von einem der Zwangsarbeiter niedergeschlagen und getötet. Die drei Zwangsarbeiter wurden hingerichtet. Im Juni 1943 wurde für den SS-Mann ein Gedenkstein aufgestellt. Bei der Gedenkfeier hielt der damalige Bürgermeister und Vize-Gauleiter Anton Mündler eine NS-Propaganda-Rede.
Das bayerische Kultusministerium verlangte den Gedenkstein in museale Umgebung zu bringen und keine NS-Helden Verherrlichung zu praktizieren. Das Stadtrat Neuburg an der Donau entschied 20:7 das Nazi-Denkmal am Tatort zu belassen.
Dabei ist das Geschehen am 16. Dezember 1942 unklar, da die Karteikarte Hubert Büttners beim Heerespersonalamt den roten Vermerk "Freitod" hat.
Wie üblich bei NS-Verklärung wird von manchen Leuten in Neuburg abgewimmelt: das Denkmal stellt ein Stück Ortsgeschichte dar; "Wir haben keine rechtsradikale Szene"; "Wir haben das nie politisch gesehen". (Na wie dann denn?)
büttnerBüttner-Denkmal landet im Landtag, Donaukurier 16.10.2007 – "Ein Stein des Anstosses", SZ, 22.11.2207, S. 47
Adolf Hitler, GröFaZ, in einer Rede vor den Oberbefehlshabern des Ostheeres auf dem Obersalzberg, Ende August 1939: "Restlose Zertrümmerung Polens. Herz verschließen gegen Mitleid. Brutales Vorgehen. Der Stärkere hat das Recht. Größte Härte." SZ, 30.8.2007, S. 46
Dazu: Unter dem Titel "Wissenschaft, Planung, Vertreibung - Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten" zeigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG an verschiedenen Standorten eine Ausstellung, die von der engen Verbindung akademischer Forschung, rationaler Planung und Forschungsförderung im Dienste der nationalsozialistischen Eroberungs- und Vernichtungspolitik berichtet. vertreibung"Wissenschaft, Planung, Vertreibung - Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten".
Nazi-Täter werden nicht ausgeliefert
  • Hitlers Eliten wurden nach 1945 oft wieder in herausragende Stellen befördert
  • Witwen und Täter erhielten pfundige Renten, während Widerstandskämpfer oft leer ausgingen
Mehr gefällig? Nazi-Täter werden auch im 21. Jahrhundert immer noch geschützt:
Das Militärgericht La Spezia verurteilte zehn Ex-Angehörige der 16. Panzergrenadierdivision »Reichsführer SS« am 6.1.2007 in Abwesenheit zu lebenslanger Haft. Die Verbrecher sind zwischen 81 und 88 Jahre alt und leben unbehelligt in Deutschland. Sie werden als deutsche Staatsbürger nicht an Italien ausgeliefert. SZ, 15.1.2007, S. 7. Übrigens: Täter der Ex-DDR werden ebenfalls geschützt, siehe die Farce um nazi Roman Grafe: Deutsche Gerechtigkeit und knabe Hubertus Knabe: Die Täter sind unter uns. Über das Schönreden der SED-Diktatur.
Beliebt ist in Deutschland weiterhin die Einengung der Täterschaft im Dritten Reich auf Adolf (eventuell noch inklusive Nazi-Elite) oder gleich die Anonymisierung, wie Wilhelm Christbaum, Chefredakteur Oberbayerisches Volksblatt anlässlich der Vertreibungsausstellung "Erzwungene Wege" in Berlin: "Wenn hierzulande von Vertreibung und anderen deutschen Opfern als Folgen der Hitler-Zeit die Rede ist, ...". OVB, 18.8.2006, S. 2. Die Hitler-Zeit kann nichts verursachen. Die Gräuel des Zweiten Weltkriegs sind durch Deutschland verursacht.
Hannes Heer analysiert diese Art der Reduzierung auf Adolf Hitler, der die ganze Sache alleine, ohne Hilfe eines Deutschen, durchgezogen habe, am Beispiel des "Hitler- und Speerexperten" Joachim Fest, anhand von Bernd Eichingers Film "Der Untergang" und an den TV-Serien von Guido Knopp.
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heer   HeerHannes Heer: Hitler war's! Die Befreiung der Deutschen von ihrer Vergangenheit. Berlin: Aufbau, 2005. Gebunden, 438 Seiten
Vergleiche auch: Hannes Heer: Vom Verschwinden der Täter, auf heer Literatur zu Vernichtungskrieg und Völkermord
fest
Joachim C. Fest: Hitler. Hamburg: Spiegel, 2007. SPIEGEL-Edition Band 31. Gebunden, 1408 Seiten fest
Für Willy Messerschmitt und Claude Dornier als aktiveUnterstützer des Nazi-Regimes sollen in Garching bei München Gedenktafeln angebracht werden. Peter Paul Gantzer, SPD: "Es steht fest, dass Messerschmitt im KZ Dachau, im KZ Flossenbürg, in einem Augsburger Außenlager des KZ Dachau und in einer Reihe weiterer Zwangsarbeiterlager Produktionsstätten hatte. ... Messerschmitt hat sich ausdrücklich für den Einsatz von Sklavenarbeitern aus KZs stark gemacht. Dornier hat ebenfalls an vorderster Stelle an der Aufrüstung mitgearbeitet. Er wurde 1940 zum Wehrwirtschaftsführer der NSDAP ernannt." Der Stadtrat Garching soll am 1. Juni 2006 über die Aufhängung der Tafeln entscheiden. Die TU München weigert sich ein Gutachten zu der Gedenktafel zu veröffentlichen.
dornierPM SPD, 25.05.2006 – In einem offenen Brief protestierten in Garching lebende und arbeitende Italiener gegen die Pläne der TU München Willy Messerschmitt und Claude Dornier im U-Bahnhof auf dem Campus zu verewigen. dornierMünchner Merkur, 08.05.2006
Der KZ-Arzt und SS-Hauptsturmführer Aribert Heim, ein brutaler Nazi-Scherge, wurde am 21.12.1947 aus der Internierung entlassen. Ein Gericht in Neckarsulm hielt ihn für minder belastet, trotzdem Heim KZ-Arzt in Buchenwald und Sachsenhausen war. Heim war anscheinend in bad Nauheim wohnhaft, heiratete und praktizierte als Arzt in Mannheim. Auch die österreichische Justiz ließ sich Zeit und stellte erst im November 1950 einen Auslieferungsantrag. 1954 zog das Ehepaar Heim, immer noch völlig unbehelligt, nach Baden-Baden und praktizierte bis 1962 als Frauenarzt. Bevor ein weiterer Haftbefehl vollzogen werden konnte, erhielt Heim einen Tipp und verschwand. Efraim Zuroff, Leiter des Wiesenthal Ceners, jerusalem: "Es wird deutlich, dass Österreich tatsächlich ein Paradies für NS-Verbrecher ist. Allerdings sind Deutschland und die USA am Skandal im Fall Aribert Heim beteiligt." Man vermutet, dass Heim in Südamerika oder Spanien lebt. SZ, 18.4.2006, S. 8
Der Förderverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an das Geschehen im KZ Dachau wachzuhalten. Und er will dazu beitragen, dass Dachau zum Lernort für Gegenwart und Zukunft wird.
dachauFörderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e.V.
Die Passauerin Anna Rosmus (* 1960, Passau) deckte ab 1980 Nazi-Gräuel in Passau auf. Als Studentin schrieb sie einen 560 Seiten Aufsatz: "Die Vorkriegsjahre in meiner Heimatstadt". Im CSU-starken Passau fiel sie dadurch unangenehm auf: Telefonterror und Todesdrohungen waren die Folge. Anna Rosmus erhielt 1984 den Geschwister-Scholl-Preis: rosmusWiderstand und Verfolgung. Am Beispiel Passaus 1933-1939 von Anja Rosmus-Wenninger. Frau Rosmus verließ Passau sicherheitshalber. Seit 1994 lebt sie in den USA. Ihre Lebensgeschichte diente Michael Verhoeven 1990 als Vorlage für den Film „Das schreckliche Mädchen“. SZ, 24.3.2006, S. 38
Nach anfänglicher Verurteilung der NS-Verbrecher als Verbrecher wurde die deutsche Justiz ab dem Ende der vierziger Jahre milder: die juristischen Eliten des Nationalsozialismus kehrten in ihre Ämter zurück. Der Strafrechtler Professor Reinhard Maurach qualifizierte die Verbrechen an den juden als legale Notwehr. 1949 brachte die Regierung Konrad Adenauer, CDU, das Straffreiheitsgestz ein und erhielt die breite Zustimmung des Deutschen Bundestags.
Joachim Perels, Universität Hannover, SZ 9.11.2005, S. 2. wehrmacht hitler Literatur von Joachim Perels.
Das Projekt Kriegskindheit an der Universität München zeigt, dass sich die Gräueltaten, für die das so genannte Dritte Reich verantwortlich ist, auch heute noch auswirken! KriegskindheitDas Projekt Kriegskindheit
Hitlers Eliten zählten auch nach 1945 wieder zur deutschen High Society. Heinrich Lübke, CDU, als Mitarbeiter von Rüstungsminister Albert Speer, mitverantwortlich für Millionen Toter,wurde 1959 Bundespräsident. Ernst Wolf Mommsen, Hauptabteilungsleiter beim Mörder-Speer, wurde Vorstand bei Thyssen und Staatssekretär bei Helmut Schmidt, SPD. SZ, 11.3.2005, S. 2
Auch im 21. Jahrhundert fällte es Leute schwer einzugestehen, daß Deutschland und Deutsche den Holocaust im Dritten Reich verursachten und zu verantworten haben. Auf Betreiben der deutschen Sozialdemokraten kommen die Worte "deutsch" und "Deutschen" in der Resolution des EU-Parlaments zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz nicht mehr vor. Darauf verständigte sich Martin Schulz, SPD, mit Hans Gert Pöttering, CDU, Vorsitzender der EVP-Fraktion. SZ, 27.1.2005, S. 6
Eine (neue) Taktik der Relativierer ist es, alles auf den Ersten Weltkrieg zurückzuführen. Abgesehen davon, daß dies so nicht durchführbar ist, übersehen diese Verharmloser, daß Deutschland maßgeblich auch für den Ersten Weltkrieg verantwortlich ist.
Wie beurteilen Sie die Frage der Kriegsschuld? [1. Weltkrieg]
Gerd Krumeich: "Die Deutschen sind schuld. Weil sie als erste entschieden haben. Weil sie am ehesten gesagt haben: »Wir haben keinen Verhandlungsspielraum«; weil sie die Mobilmachung mit dem Krieg gleichgesetzt haben. Das ist der eigentliche Skandal."
Gerd Krumeich, Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, im Interview mit dem OVB, 28.7.2004, S. 3

Der Nazi-Marinerichters Hans Filbinger, Ehrenvorsitzender der baden-württembergischen CDU, ist einer der 1205 Wahlfrauen und -männern, die am 23. 5. 2004 den Nachfolger des Bundespräsidenten Johannes Rau wählen. SZ, 18.5.2004, S.3 Angela Merkel, CDU, findet die Diskussion unverständlich, da Filbinger schon an sechs Wahlen zum Bundespräsidetnen teilgenommen habe. SZ, 22.5.2004, S.1
Gegen die Teilnahme von Hans Filbinger als Wahlmann der CDU an der Bundesversammlung haben am Sonntag, 23. Mai 2004, mehrere Dutzend Demonstranten am Berliner Reichstagsgebäude protestiert. Sie trugen ein Transparent mit der Aufschrift "Hitlers Marinerichter Filbinger ist in Berlin unerwünscht". Filbinger hatte während des Krieges an mehreren Todesurteilen gegen Deserteure der Wehrmacht mitgewirkt. Wegen seiner Vergangenheit musste Filbinger 1978 als Ministerpräsident zurücktreten. filbingerDer Spiegel Online, 23.5.2004filbinger Wolfram Wette, Hg.: Filbinger - eine deutsche Karriere
Symposion "Wandel der Systeme – Kontinuität der Akteure (1930 – 1960)"
Reinwaschung durch einen Beschluß des Bundesgerichtshofs, Mai 1954: der deutsche Staat sei in seinem "wahren, inneren Kern von dem nationalsozialistischen Terror nicht berührt" worden. In den 50ern wurde ein Gesetz zur Quotenregelung für Nazis beschlossen. Es zwang Behörden, ein Fünftel der Planstellen und der Besoldung für Leute aufzuwenden, die bei Kriegsende im öffentlichen Dienst waren. Das machte laut Helmut Kramer (Forum JustizgeschichteForum Justizgeschichte e.V. Vereinigung zur Erforschung und Darstellung der deutschen Rechts- und Justizgeschichte des 20. Jahrhunderts e.V.) die Mitgliedschaft in der NSDAP zur Einstellungsvoraussetzung der 50er Jahre. SZ, 4.10.2003, S.14. – Wolfgang Abendroth Zitate Wolfgang Abendroth
"Es waren die Schreibtischtäter und Profiteure des NS-Regimes, die die juristische Szene der frühen Bundesrepublik beherrschten." Forum JustizgeschichteDie Vertreibung der Rechtskultur aus Deutschland und die Folgen
Die Täter der Gräueltaten im sogenannten Dritten Reich werden auch im 21. Jahrhundert noch hofiert. Zum 90. Geburtstag des NS-Marinerichters Hans Filbinger, CDU, gab die Landesregierung Baden-Württembergs einen Empfang im Ludwigsburger Schloß. SZ, 17.9.2003, S.6
Hier keine Verharmlosung (so als Art ausgewogener Darstellung): "Die Wehrmacht [Deutschland 1933-45] war struktureller Bestandteil der nationalsozialistischen Unterdrückungs- und Vernichtungspolitik". Ulrich Herbert, Historiker, in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung: "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944". SZ, 27.2.2003, S.14
Bei Buchrezensionen werden oft die Verursacher (= die Deutschen) mit Opfern gleichgestellt; so in der Rezension von Ernst Hebeker "Das Fegefeuer des Bombenkrieges", OVB 5.12.2002, S.3.
Ich versuchte dies in einem wehrmacht hitler Leserbrief an das OVB vom 6.12.2002 richtig zu stellen. – Als Antwort auf meinen Leserbrief veröffentlichte das OVB u.a. auch Repliken, die feststellten, daß nicht Hitlerdeutschland den 2. Weltkrieg begonnen hätte, sondern dieser zuvor schon von Juden in London gegen Deutschland ausgerufen worden wäre. Ich distanziere mich davon ausdrücklich.
"... nur partiell bewältigten Vergangenheit: zum Beispiel die seit Anfang der fünfziger Jahre fein säuberlich vorgenommene Trennung zwischen den Bezeichnungen »deutsch« und »nationalsozialistisch«. Meist ist die Rede von »Verbrechen der Nationalsozialisten«, nur selten von »Verbrechen der Deutschen«." Salomon Korn, SZ, 9.11.2002, S.14
"Und die Bilanz des von Deutschen verübten Infernos offenbarte nach Kriegsende das größte staatlich organisierte Verbrechen der Geschichte. Nie zuvor waren Volk, Staat und Nation – allen voran die gesellschaftliche Eliten – ein engeres Bündnis eingegangen als die Deutschen mit dem nationalsozialistischen Regime und dessen völkisch-rassistischer Ideologie. Diese symbiotische Verklammerung stand nach 1945 der Einsicht eigener Verstrickung in die Verbrechen des Nationalsozialismus hartnäckig entgegen."
"Bereits 1949 wurde das erste Straffreiheitsgesetz für Verbrechen unter dem Nationalsozialismus verabschiedet. ... Nach diesem Gesetz blieb ein Großteil der Verbrechen vom 9. und 10. November 1938 ungesühnt. Mit dem im April 1951 verabschiedeten »Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der unter Artikel 131 des Grundgesetzes fallenden Personen« wurde, so der Historiker Norbert Frei [wehrmacht hitler Norbert Frei: Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945], die Wiedereingliederung von zum Teil schwer belasteten Beamten, Gestapoleuten und ehemaligen Berufssoldaten in den öffentlichen Dienst ermöglicht. Nach Verabschiedung des zweiten Straffreiheitsgesetzes im Sommer 1954 ... blieben die meisten der so genannt [!] »Endphase-Verbrechen« ungesühnt. Mitte der fünfziger Jahre musste fast niemand mehr befürchten, wegen seiner NS-Vergangenheit angeklagt zu werden."
Salomon Korn, Präsidiumsmitglied des Zentralrates der Juden, SZ, 9.11.2002, S.14
Man glaubte die "Alltagstheorie, dass »die Nazis« und »die Deutschen« zwei verschiedene Personengruppen gewesen seinen, dass »die Deutschen« als Verführte, Missbrauchte, ihrer Jugend beraubte Gruppe zu betrachten seien, die selbst Opfer des Nationalsozialismus war" (Welzer S. 79) schon längst abgelegt sei. Doch der tägliche Gebrauch in den Medien und eine Studie zeigen: immer noch vorhanden. Siehe Rezension: wehrmacht hitler Harald Welzer, Sabine Moller, Karoline Tschuggnall: Opa war kein Nazi. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis.
HolocaustHolocaust - Die ahnungslosen Deutschen
Dokumentation von Ariane Reimers, Anja Reschke und Volker Steinhoff (2001) in Phoenix
"Weggucken, Verdrängen und Nichtwissen - das ist nicht nur das Programm der Tätergeneration. Auch die Nachkriegskinder haben weitgehend versäumt, sich mit den Verbrechen ihrer Eltern auseinanderzusetzen. Viele ehemalige Nationalsozialisten setzten nach 1945 ihre Karrieren in der Bundesrepublik fort: Richter, Professoren, Ärzte. Auch Industrie und Banken, maßgeblich am Holocaust und der Ausbeutung von Zwangsarbeitern beteiligt, konnten nach dem Krieg weiter bestehen. Vor einer Verurteilung mussten sich nur wenige NS-Täter fürchten. Die deutsche Bevölkerung stellt sich ahnungslos." wehrmacht hitler Literatur zu Hitlers Eliten nach 1945.

Edmund Stoiber, CSU, hat noch nicht kapiert, daß der Kriegsverlierer mit Sanktionen des Gewinners rechnen muß. Er sagte, die Vertreibung der Sudetendeutschen (ich bin einer von ihnen) sei niemals zu rechtfertigen und bleibe eklatantes Unrecht. SZ, 25.1.2002, S.2 Stoiber verkennt, daß Deutschland den 2. Weltkrieg begann und man am Ende nicht sagen kann: Halt, wir haben verloren, machen wir alles wieder so wie vor Kriegsbeginn! Die Vertreibung der Sudetendeutschen hat allein der Kriegstreiber Deutschland zu verantworten. Konsequenterweise heißt auch eine dreiteilige Dokumentationsreihe im Fernsehen: "Die Vertriebenen – Hitlers letzte Opfer" (Januar 2002, SWR), Hervorhebung durch H.H.
Die grosszügige Behandlung der NS-Offiziere nach dem "Tausendjährigen Reich" kann man in
wehrmacht hitler Literatur zu Hitlers Eliten nach 1945 nachlesen.
Der mutmaßliche NS-Verbrecher Anton Malloth muß sich erst im April 2001 für seine Taten verantworten. Bis dahin konnte er über fünfzig Jahre unbehelligt u.a. in Südtirol und München leben. Münchner Merkur, 24.4.2001, S.1
So werden die Ereignisse dieser Zeit oft nur bestimmten Personen oder Gruppen angelastet. Indirekt wird damit gesagt: nicht die Deutschen, nein ... Hitler, die Nazis ...
Ein Beispiel: In der sehenswerten TV-Dokumentation "Kollaborateure unterm Hakenkreuz" (NDR) Folge 3 überfiel "das Dritte Reich" Polen. Also keinesfalls Deutschland. (WDR 11.7.2002, 21:00)
Friedrich Wetter, katholischer Bischof, lehnt den Begriff "Zwangsarbeiter" für Zwangsarbeiter innerhalb Unternehmen der katholischen Kirche im Dritten Reich ab, "da den Betroffenen von Seiten der Kirche kein Zwang angetan worden sei". Er spricht euphemisch von Fremdarbeitern. Münchner Merkur, 16.2.2001, S.5
"... die Rassen- und Verfolgungspolitik des Nazi-Regimens"; "Rückgrat der Nazi-Infrastruktur" Entschädigungsspezialist Michael Hausfeld. Der Spiegel 7/2001, S.40
"...die Verbrechen der Nazi-Diktatur ..." Hermannn Gröhe, MdB CDU, in Chrismon 12/2000, S.10
"Die Nazis hatte bis 1945 in ganz Europa etwa sechs Millionen Menschen in Vernichtungslagern umgebracht, überwiegend Juden." Süddeutsche Zeitung, 5.8.2000, S.6
"In den ersten Jahren nach der deutschen Niederlage von 1945 betrieben alliierte Gerichte die Strafverfolgung von NS-Verbrechen. Erst später ging die Regie an die Deutschen über, die freilich keinen besonderen Eifer zeigten. Insgesamt 106 000 Ermittlungsverfahren führten zu 6 500 Verurteilungen, wovon ein denkbar geringer Bruchteil aus Anstrengungen der bundesrepublikanischen Justiz entfiel. Ein Grund dafür war der beginnende Kalte Krieg, ein zweiter die vom neuen Staat übernimmene hohe Zahl ehemaliger NS-Sonderrichter und Militärrichter, ein dritter die fehlende Zuständigkeit bei Verbrechen ausserhalb der Grenzen." Neue Zürcher Zeitung, 1.11.2000, S.6
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 25.6.2012