| Massaker von Kephallonia Kein Täter von deutschen Gerichten verurteilt, im Gegenteil: sie kamen zu neuen Ehren und Dienstgraden |
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| Deutsche
Gebirgsjäger richteten außer dem Massaker an italienischen
Kriegsgefangenen auf der griechischen Insel Kephallonia zahlreiche andere
Massaker in Italien an. Am 26.1.1944 wurden in Falzano, nahe Cortona in der Toskana, eine deutsche Streife von Partisanen angegriffen: zwei Soldaten wurden dabei getötet. Aus Rache erschossen deutsche Gebirgsjäger des Pionier-Bataillons 818 Zivilisten. Noch im Juni 1944 jagten sie Zivilisten in ein Haus und sprengten es dann. Kompanieführer Josef S. und Major Herbert St. ( SZ 24.5.2008, S. 49 |
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| Das Massaker von Kephallonia durch Mitglieder des
Gebirgsjägerregiments 98 der 1. Gebirgsdivision gehört mit zu den
schwersten Kriegsverbrechen der daran nicht armen deutschen
Wehrmacht. Die Mörder blieben in Deutschland unbehelligt. Nach Hermann Frank Meyer gab es vier Hauptverfahren: 1 in Italien, 3 in Deutschland. Der einzige Verurteilte war General Hubert Lanz, der damalige Befehlshaber der Gebirgsjäger. Er bekam lahme zwölf Jahre Haft und war nach 3 Jahren schon wieder frei. 1951 wurde Lanz nochmals angeklagt und freigesprochen. Die Ermittlungen in Italien verliefen im Sand, da Italien die Wiederaufrüstung Deutschlands und den deutschen NATO-Beitritt nicht gefährden wollte. Das italienische Aussenministerium lehnte es 1956 ab, die Auslieferung der Deutschen zu verlangen. 1960 wurden die Ermittlungen eingestellt. SZ 24.11.2007, S. 53 In Italien wurde ein Teil der Mörder in Abwesenheit im Jahre 2006 verurteilt. Sie werden von Deutschland gedeckt und nicht ausgeliefert. Laut einem Leserbrief von Otto Sander (SZ 14.9.2007, S. 35) konnte einer der Verurteilten beim Treffen der Gebirgsjäger in Mittenwald im Jahre 2007 herumspazieren. Die Staatsanwaltschaft hatte Wichtigeres zu tun: sie nahm Demonstranten fest. |
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| Die deutsche
Generalstaatsanwaltschaft lehnt eine Anklage der Massaker deutscher Truppen an
italienischen Kriegsgefangenen auf der griechischen Insel Kephallonia ab. Es
handle sich nicht um Mord, sondern um Totschlag und der sei verjährt. Der
Münchner Rechtsanwalt Michael A.
Hofmann ist anderer Meinung. Die vom Gröfaz Adolf Hitler persönlich angeordnete
Erschiessung trage alle Merkmale eines Racheakts. Die Massenerschiessung sei
eine Ermordung aus niederen Beweggründen. Während bei Verteilen eines Stadtplans oder einer unangemeldete Versammlung unter freien Himmel sofort die Staatsanwaltschaft tätig wird, ist sie auf dem rechten Auge, besonders auch gegenüber Verbrechen im Zweiten Weltkrieg merkwürdig blind. SZ 24.2.2007, S. 49 |
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| Der 2. Strafsenat des
Münchner Oberlandesgericht lehnte in jahrezehntelanger Tradition der
Behandlung, Verharmlosung und Vertuschung von NS-Verbrechen in letzter Instanz
ab, einen ehemaligen Offizier und Teilnehmer an den Erschiessungen anzuklagen.
Die Tat sei als Totschlag zu bewerten (!) und somit verjährt. Rechtsanwalt
Hofmann vertrat Nachkommen italienischer Ermordeter und zeigte sich
maßlos enttäuscht. Die Entscheidung sei "Justizrevisionismus".
SZ, 27.10.2007, S. 54 |
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| 1943 ermordeten deutsche Wehrmachtstruppen Tausende
von italienischen Besatzungssoldaten auf der griechischen Insel
Kephallonia. 1943 werden die italienischen Besatzungssoldaten auf der auf der griechischen Insel Kephallonia von deutschen Truppen gefangen gehalten. Die deutsch-italienische Achse ist zerbrochen, die Kameraden wurden zu Gegnern. Der Kommandierende Wehrmachtsgeneral des XXII. Gebirgs-Armeekorps befiehlt, sämtliche Gefangenen zu töten. In einem groß angelegten, militärisch geordneten Massaker werden darauf hin Tausende von Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften der Division "Acqui" an Ort und Stelle ermordet, auch diejenigen italienischen Soldaten, die sich ergeben, werden niedergemäht. Weitere 3000 laufen vor Kephallonia auf einen Minengürtel und ertrinken. Das Massaker ist in der Bundesrepublik bis heute weitgehend unbekannt; keiner der Täter ist von deutschen Gerichten je verurteilt worden. Maro Pazzini, einer der wenigen Überlebenden, und Manfred Steinkühler, ehemaliger deutscher Generalkonsul in Mailand, versuchen nach Jahren des Verschweigens das Massaker publik zu machen. Sie stellen fest, bis heute wurde kein Täter verurteilt, kein Opfer erhielt eine Entschädigung. Kein Wunder: die Staatsanwaltschaft Dortmund war langjährig mit NS-Juristen besetzt. Vor dem Nürnberger Militärtribunal stand nur Hubert Lanz (zusammen man anderen Offizieren, die nicht am Massaker auf Kephallonia beteiligt waren). Der frühere General des XXII. Gebirgskorps wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt, schon nach drei Jahren entlassen und avancierte zum wehrpolitischen Sprecher der FDP [!]. Das Massaker von Kephallonia durch die deutsche Wehrmacht ist fast vollständig vergessen. |
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Auch 2005 wurden
nicht die Gebirgsjäger, die mit ihrer Feier die Täter in zu
verehrende Opfer umdichten, behelligt, sondern es wurden 115 der
Protestierenden "in Gewahrsam" genommen. Einer Gruppe der Demonstranten gelang
es trotz polizeilicher Abschirmung auf dem Mittenwalder Friedhof einen Kranz
für die Opfer nieder zu legen. Manfred
Benkel, Vorsitzender des Kameradenkreises:
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| Pikant ist, dass nicht die
Traditionspflege von Krieg und Kriegsverbrechern am Hohen Brendten unterbunden
oder angegriffen wird, sondern die Protestierer gegen den braunen Spuk. Im Jahr
2004 wurde etwa ein Dutzend junger Leute mit Fahrrädern am S-Bahnhof
Wolfratshausen von Polizeifahrzeugen eingekreist. Die Fahrradtour nach
Mittenwald wurde als nicht angemeldete Demonstration behandelt (in Deutschland
müssen Grundrechte bekanntlich vor Ausübung beantragt werden;
Der Münchner Merkur titelte in Bezug auf die Protestierenden, darunter Holocaust-Überlebende: "Linksextreme marschieren in Oberbayern auf", OVB, 12.5.2005, S. 1 |
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| Seit 1952 treffen sich jährlich
zu Pfingsten ehemalige Gebirgsjäger der Wehrmacht. Das Treffen findet seit
vielen Jahren am Hohen Brendten bei Mittenwald statt. Die Gebirgsjäger vom
Massaker auf Kephallonia kamen aus Garmisch, Mittenwald und Sonthofen. Die
Gedenkfeier mit Militärgottesdienst wird vom "Kameradenkreis der
Gebirgstruppe", ein Zusammenschluss von Wehrmachtsveteranen und
Bundeswehrsoldaten, organisiert. Edmund Stoiber, CSU, (
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| Für die abscheulichen
Kriegsverbrechen von Kephalonia tragen der General der Gebirgstruppe Hubert Lanz und Generaloberst Alexander Löhr die truppendienstliche
Verantwortung. Für das Massaker im nordgriechischen Dorf Kommeno war der späteren Bundeswehrgeneraloberst Reinhold Klebe und seine 12. Kompanie des Gebirgsjägerregiments 98 verantwortlich. Sein Vorgesetzter war Oberstleutnant Josef Salminger. |
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| Literatur |
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| Hermann Frank Meyer: Kommeno.
Erzählende Rekonstruktion eines Wehrmachtsverbrechens in Griechenland.
Köln: Romiosini, 1999
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| Christoph U. Schminck-Gustavus:
Kephallonia 1943-2003. Donat, 2004. Gebunden, 240 Seiten |
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Da ich die
nachfolgende Literatur nicht kenne, kann ich über deren Geisteshaltung
nichts sagen. Im Zweifelsfall distanziere ich mich vom Inhalt.
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