Politikerverdrossenheit bei den Bürgern? Ja, auch wegen der Bürgerferne vieler Abgeordneter. "Fort, schafft das freche Volk mir aus den Augen." Friedrich von Schiller: Wilhelm Tell, IV. 3. "Wer die Bürger gewinnen will, darf Fragen der Bürger nicht mit pathetischer Geste als kleinlich und detailversessen wegwischen oder gar demjenigen, der darauf hinweist, sagen, das sei billiger Populismus." Dr. Edmund Stoiber, CSU, 12. Mai 2005, Bundestag "Im Falle einer Zwei-Drittel-Mehrheit kann die Nähe zu den Menschen schon verloren gehen", Peter Schnell, CSU, Alt-Bürgermeister Ingolstadt; SZ 26.1.2007, S. 33 Die CSU "erreicht offensichtlich die Menschen nicht", Ernst Weidenbusch, CSU, MdL, OVB, 18.3.2008,S. 1 Kaum etwas scheut ein Abgeordneter mehr als Kontakt mit dem einfachen Bürger. |
| Reaktionen oder besser: Nicht-Reaktionen der Abgeordneten |
| Datum | Abgeordnete(r) | Reaktion |
| 13.11.09 | Dr. Rainer Stinner, FDP, MdB (Klarstellung und Beantwortung) | |
| 24.10.09 | Angelika Graf, SPD, MdB (& 104 Seiten Kopien der Einkommensteuererklärung 2008) | beantwortet |
| 24.10.09 | Daniela Raab, CSU, MdB (& 104 Seiten Kopien der Einkommensteuererklärung 2008) | |
| 24.10.09 | Dr. Rainer Stinner, FDP, MdB (& 104 Seiten Kopien der Einkommensteuererklärung 2008) | beantwortet |
| 16.10.09 | Daniela Raab, CSU, MdB | |
| 19.8.09 | Daniela Raab, CSU, MdB | beantwortet |
| 6.6.09 | Martin Zeil, FDP Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie | beantwortet |
| 19.3.09 | Wolfgang Schäuble, CDU; Bundesministerium des Innern | |
| 22.12.08 | Dr. Eva Möllring, CDU/CSU MdB | beantwortet |
| Manche Abgeordnete bekennen offen ihre Bürgerferne und
Verfassungsignoranz: Art.38 (1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages ... sind Vertreter des ganzen Volkes
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| Reaktionen oder besser:
Nicht-Reaktionen der Abgeordneten Teil 2 (siehe
dazu: Dr. Hans-Gert Pöttering, CDU, MdEP, Präsident des Europäischen Parlaments (
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| Reinhard
Schlinkert, Dimap, Bonner Markt- und Politforschungsinstitut, las
den Delegierten der CSU im Landkreis Rosenheim die Leviten. Als Mitursache
für die Wahlschlappe im September 2008 nannte er, die trotz des
Wahlslogans "näher am Menschen" fehlende
Nähe der CSU zu den Problemen der Menschen. Sogar Klaus Stöttner, MdL, CSU, musste den Hochmut
der CSU einräumen. OVB, 29. 10. 2008, S. 10 |
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Der Netzpolitik-Podcast Folge 061 ist ein Interview mit Gregor Hackmack, einem der beiden Gründer von Abgeordnetenwatch.de. Die Plattform ist mit das beste, was es bisher rund um das Thema e-Demokratie in Deutschland gibt. Die Idee ist einfach: Bürger finden auf der Plattform ihre Abgeordneten und können Fragen stellen. Die Idee ist einfach und gut, die Durchführung allerdings ist schlecht. Fragen werden "moderiert", d.h. dürfen oft nicht gestellt werden; Repliken auf Abgeordnetenbeiträge sind kaum möglich. Mein Kommentar in »Netzpolitik« am 28.08.2008 um 10:34 [...] bei abgeordnetenwatch wird zu schnell zensiert. So verkommt eine gute Idee zu einem weiteren Showroom, einem Präsentierpodium für Abgeordnete (er = sie im Folgenden). Es geht so: Bürger stellt Frage. Abgeordneter lobt den Bürger für eine gute Frage und nun zieht er eine von mehreren Optionen: a) er schreibt zu einem anderen Thema b) er lobt seine Arbeit c) er kopiert Module aus dem Parteiprogramm d) er geht zwar auf die Frage ein, nicht aber auf vorgebrachte Argumente und schreibt dann Unsinn. Leider erhält der Bürger (oder andere) keine Chance beim Abgeordneten nachzuhaken oder seinen Unsinn zu entlarven. Fazit: Viele erhalten den Eindruck hier erfolgt ein Beitrag zur e-Demokratie die Abgeordneten pflegen den Dialog mit dem Bürger. Beide Folgerungen sind verkehrt. Ende des Kommentars |
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| Aus der E-Mail eines MdB vom 24. April
2008 als Antwort auf eine Anfrage (nach formalen Bemerkungen): "... ich bitte
um Verständnis für meine Entscheidung, mich nun wieder mit in der Tat
noch wichtigeren Themen aus dem Wahlkreis und in Berlin zu befassen". Siehe
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| Der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages unternahm
vom 12. bis 18. April 2008 eine Reise nach Israel und in die
Palästinensischen Gebiete. Die Leitung der Delegation hatte der
Vorsitzende des Rechtsausschusses, Andreas
Schmidt, CDU. Mit ihm reisten die Abgeordneten Daniela Raab, CSU, Marianne Schieder, SPD, Dr. Matthias Miersch, SPD, Mechthild Dyckmans, FDP, Wolfgang Neskovic (Die Linke) und Jerzy Montag, Bündnis90/Die Grünen. Die immens wichtige Reise für die Bürger dieses Landes erfolgte vermutlich auf Kosten der Bürger. |
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| Es gibt Versuche die Bürgerferne der Abgeordneten zu
durchbrechen: Seit Jahren gibt es sogenannte "Talkshows" in den Medien, nichts anderes als Diskussionsrunden, zu denen auch regelmäßig Abgeordnete und andere Politiker eingeladen werden. Bis auf wenige Ausnahmen ist aber die Streitkultur dort bodenlos. Die Moderator(inn)en kriechen oder lassen floskelhaftes Krampfgerede ungesühnt. Oft ist die Teilnehmerzahl zu hoch: jeder kommt in 45 Minuten zweimal dran und darf noch ein Abschlußwort haspeln. Fazit: ungeeignet um die Bürgerferne aufzuheben; kaum geeignet um Standpunkte argumentativ darzulegen. Ein weiterer löblicher Versuch findet im Netz statt: Leider ist abgeordnetenwatch.de stark moderiert; so kann man nur eine begrenzte Gesamt-Fragezahl stellen oder die Frage (der man eine Darlegung vorstellen muss, damit Abgeordneter und Mitleser wissen, um was es geht) wird von den Moderatoren abgelehnt:
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| Viele Abgeordnete
überlegen täglich, wie sie dem Bürger das Leben erschweren
können, wo sie neue Steuern einführen, alte erhöhen und
Gebühren erheben können. Leider wird das in den Medien kaum
diskutiert; viele Talkshow-Moderatoren hofieren die Politiker, so als ob sie
für den Bürger da wären. Eine löbliche Ausnahme (leider nur 1 Spalte einer Zeitunsseite) Jürgen Kaube fragte: "Die große Armut. Bafög, Rente, Kindergeld: Was tut der Staat für uns?". Das Ergebnis seiner Analyse: die Abgeordneten schaffen Unübersichtlichkeit und sie vernebeln. Der Bürger soll keine Chance erhalten, die Subventionen ( |
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| Die Abgeordneten als institutionellen
Feinde des kleinen Mannes und des Bürgers zeigen sich auch in der Frage
zur Zwangsmitgliedschaft in der IHK ( |
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| Der Teufel scheut das Weihwasser, sagt man; die Politiker den
Bürger Die "Beliebtheit" und "Legitimität" |
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| Tiefe Kluft
zwischen Bürgern und Politikern 82 % der Bundesbürger meinen, dass die Politiker "auf die Interessen des Volkes keine Rücksicht" nehmen. Diese realistische Einschätzung ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Sterns 12/2006. |
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| Wenig scheut die CSU mehr als den Dialog mit dem Bürger.
So war es eine Sensation als Frau Dr. Gabriele
Pauli, CSU, Landrätin Fürth, ein Diskussionsforum für
alle Bürger einrichtete. Es wurde begeistert angenommen und am 9.11. 2006
geschlossen. Günther Beckstein, CSU,
ein unermüdlicher Kämpfer gegen Rechtsstaat und Demokratie ( Freier Meinungsaustausch ist der CSU eine Dorn im Auge! Bürgerferne ist CSU-Leitkultur! Spielte beim Abwürgen des Bürgers auch eine Rolle, dass Frau Pauli es schon früher wagte, eine von der CSU abweichende Meinung zu haben, siehe |
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| Reaktionen oder besser: Nicht-Reaktionen der Abgeordneten | ||
| Trotz wenig Resonanz von Abgeordneten, die ja laut Verfassung nur ihrem Gewissen verantwortlich sind (in diesem kommt der Bürger nicht vor), oder von Regierungsstellen, wende ich mich gelegentlich an diese oder jene. Die Reaktionen nach März 2005 (+ eine Aktion im Nov. 2003) werden hier aufgeführt. |
| Datum | Abgeordnete(r) | Reaktion |
| 27.4.05 | Ernst Hinsken, MdB, CSU | |
| 19.4.05 | Jo Leinen, EU Abgeordneter, SPD | Email 2.5.05 |
| 18.4.05 | Hans Joachim Werner, MdL, SPD | Email 2.5.05 |
| 21.3.05 | Gerhard Schmidt, Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit | |
| 18.3.05 | landtag@bayern.landtag.de | |
| 11.3.05 | landtag@bayern.landtag.de | |
| Nov. 03 | MdL Oberbayerns wegen Regierungserklärung Stoibers vom 6.11.2003 | |
| Links |
| Bürgerferne:
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| Bürgerferne auch
und besonders bei der |