Michael Krüger |
| "Wenige Jahre zuvor hatte ich aus einer Rede von
Adolf Arndt zum ersten Mal erfahren, dass die Bundesrepublik Deutschland es
nicht für nötig gehalten hatte, die überlebenden Emigranten [des
Dritten Reichs] wenigstens förmlich, wenn auch sicher nicht aus
Überzeugung, zur Rückkehr aufzufordern. ... Wenn ein Staat
unfähig war, den geringsten menschlichen Anstand gegenüber denjenigen
zu zeigen, die nur knapp dem Tode entronnen waren, und überdies nicht
einmal merkte, wie sehr uns diese Menschen fehlten, dann konnte dieser Staat
nicht damit rechnen, dass man besonders liebevoll mit ihm
umging." "Faschistische Kunst, faschistisches Zitate, faschistische Grundhaltung: Diese Argumente bestimmten die Diskussion. Jetzt sitzt Hitler sogar im Internet, auch das heutige Berlin ist voller Hitler. Zu einem seiner größten Triumphe der letzten zeit gehört die beschämende Tatsache, dass die Entschädigung an die Zwangsarbeiter offenbar erst ausgezahlt werden soll, wenn nachweislich alle möglichen Empfänger verstorben sind." Krüger sitzt mit einem serbischen Dichter in einem Münchner Lokal. Franz Josef Strauß, "schwer angetrunken" und Gefolge verschachern im Nebenraum die politischen Posten: bayerische Demokratie. "Erst als ich ihm [dem Serben] später erzählte, dass der größte Teil der Runde unter Anklage stand, Kiesl, Tandler und wie sie alle hießen, war sein Vertrauen in die Demokratie wiederhergestellt." "Heute geht keiner mehr auf die Straße und kein Minister muss sich mehr entschuldigen, wenn es um verfassungswidrige Kriegseinsätze geht." |
| Einfügungen [...] durch H.H. Gekürzte Rede: Süddeutsche Zeitung, 18.Januar 2001, Seite 17 |