| Zivilcourage in Bayern und anderswo Der Mut, die eigene Überzeugung stets zu vertreten, ist nicht immer willkommen. Wer sich an die Broschüre "Bitte stören" (Bay. Staatsministerium des Innern) hält, kann verurteilt zu werden. "Man darf sich nicht ducken. Man muss sich wehren", Hannah Arendt, |
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| Vor Zivilcourage am Arbeitsplatz kann nur gewarnt
werden Whistleblower sind Informanten, die den Mut zeigen, Missstände oder illegales Handeln in Wirtschaft oder Politik ihren Vorgesetzten mitteilen (wenn die nicht mit den Tätern identisch sind) oder an die Öffentlichkeit bringen. Der Whistleblower wird vielfach als Denunziant denunziert. Dabei ist er ein wichtiger, oft auslösender Informant, der für Transparenz und ethisch verantwortliches Handeln in der Wirtschaft sorgt.
einer Altenpflegerin, die auf Misstände aufmerksam machte. Folge: Kündigung und Redeverbot vor Gericht. ehemaliger Steuerfahnder in Frankfurt am Main; sie zeigten hohe Bankmanager wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung an. Ihre Arbeit im Team brachte dem Land Hessen eine Viertelmilliarde D-Mark Steuereinnahmen, bundesweit eine ganze Milliarde. Folge: die Leitung des Finanzamtes torpedierte, Mobbing, den Beamten wurde keine Aussagegenehmigung erteilt, Versetzung in den Innendienst, mehrere aufrechte Steuerfahnder wurden zum Amtsarzt geschickt, der psychischen Erkrankungen feststellte; kurzum: sie wurden für verrückt erklärt und zwangspensioniert. |
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Zivilcourage in Bayern kann nur gewarnt werden Seit Jahren engagiert sich Martin Buschmüller, Vorsitzender von Aida, Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle, gegen Neonazis. Aida sammelt und dokumentiert Informationen über Neonazis, ihre Verbindungen und ihre Ziele. Aida wurde vom bayerischen Innenministerium als linksextremistisch eingestuft. Aida wird vom Verfassungschutz mit geheimdienstlichenMethoden (Telefonabhörung, Email abfangen, Briefe lesen etc.) überwacht. "Stigmatisiert vom Staat", SZ, 25. Juni 2009, S. 47 |
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| Vor Zivilcourage in Bayern kann nur gewarnt
werden Beherzte Bürger stellten sich gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Gräfenberg. Zu einer Feier, bei der dem Sprecher des Bürgerforums Gräfenberg der Würzburger Friedenspreis verliehen werden sollte, meldeten Rechtsradikal eine Demonastration an. Aus Wut und mit viel Zivilcourage setzten sich Bürger auf die Strasse um den braunen Spuk zustören. Ergebnis: polizeiliche Fahndung nach den aufrechten Bürgern und ein Strafbefehl wegen "Versammlungssprengung"! SZ, 20. Mai 2009, S. 41 |
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Zivilcourage in Bayern kann nur gewarnt werden Zwei Jugendliche attackierten in Unterschleißheim eine Rentnerin. Ein damals 61-jähriger Rentner griff verbal ein: "Schleicht's euch. Lasst die Frau in Ruh!" Das sollte er sofort und später noch bitter bereuen. Die Jugendlichen griffen auch ihn an. Der Rentner gab einem der Jugendlichen eine Watschn (Ohrfeige). Er wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung verklagt und muß nun 200 Euro zahlen. Bei einer Rente von 800 Euro ist das kein Pappenstiel. OVB, 20.2.2008, S. 6 |
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| Vor Zivilcourage in Bayern kann nur gewarnt
werden In Greding bestehen starke Unklarheiten an der Amtsführung des Bürgermeisters Franz Josef Lerzer, CSU. Der zweite Bürgermeister Josef Schneider, CSU, deckte fragwürdige Aktionen auf. Am 28. Dezember 2007 protestierten Bürger gegen die weitere Amtsführung durch Lerzer, darunter auch Ludwig L. So viel Zivilcourage müsse sein, meinte dieser zum Portestzug. Nun ermittelt die Kriminalpolizei gegen ... L. (!!! ja, in Bayern gehen die Uhren anders), weil der Aufzug möglicherweise den Tatbestand "einer nicht ordnungsgemäß angemeldeten Demonstration" erfülle. SZ, 25.1.2008, S. 38 Das Grundrecht zur Demonstration ( |
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Zivilcourage in Bayern kann nur gewarnt werden Ein IHK-Zwangsmitglied wollte gegen Nötigung und Erpressung vorgehen; er erstattete Anzeige. Die Staatsanwaltschaft sah es anders und zeigte nun ihrerseits den Kläger wegen falscher Verdächtigung an. |
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| Vor Zivilcourage in Bayern kann nur gewarnt
werden Der Stadtpfarrer von Miltenberg Ulrich Boom ließ während einer NPD-Kundgebung die Kirchenglocken läuten und die Aschaffenburger Staatsanwaltschaft brummte ihm 2000 Euro Strafgeld auf: Neonazis sind sakrosankt in Bayern. Nach Protesten der Israelischen Kultusgemeinde und aus dem Volk zog Beate Merk, CSU, Justizministerin, die Bremse. Das Verfahren gegen den Stadtpfarrer wird eingestellt. Sogar Edmund Stoiber, CSU, sprach sich nach dem öffentlichen Druck für eine Einstellung aus. SZ, 18.11.2006, S. 49. Die verheerende Wirkung auf künftige Aktionen engagierter Bürger wird man nie mehr tilgen können. |
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| Vor Zivilcourage in Bayern kann nur gewarnt
werden; wer eine Aktion der Regierung kritisiert, muss mit
Sanktionen rechnen. Der Polizeichef von Schweinfurt, Jürgen Karl, wagte es die misslungene Polizeireform des Innenministers Günther Beckstein, CSU, ( |
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| Vor Zivilcourage in Bayern kann nur gewarnt werden;
wenn sie in die "falsche" Richtung geht, drohen Anzeigen und Strafen; siehe:
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| Wer Zivilcourage zeigt muss mit Anklage durch die
Staatsanwaltschaft rechnen Ein Student hatte im Oktober 2004 Flugblätter an nigerianische Flüchtlinge verteilt. Darin wurden dieAfrikaner auf ihre Rechte hingewiesen. Sie müssen nicht jeder willkürlichen Aufforderung der Behörden nachkommen. Die Staatsanwaltschaft sah darin eine Aufforderung zur Straftat. Das Verfahren wurde nunmehr gerichtlich eingestellt. Die Kosten trägt der Steuerzahler. Mit solchen gerichtlichen Verfahren wird versucht die Hilfeleistung an Fremden zu unterbinden und die Bürger sollen vor solidarischen Aktionen und Zivilcourage abgeschreckt werden. SZ, 1.6.2006, S. 42 |
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| Politiker fordern vom Bürger mehr Eigenverantwortung,
in staatlichen Broschüren wird Zivilcourage verlangt. Wer die
Ratschläge der Politiker befolgt kann schnell in Teufels Küche
kommen. Der Abiturient Florian Albrecht (Jahrgangsbester am Gymnasium
Untergriesbach) führte über fünf Jahre Statistik über den
ausgefallenen Unterricht. Die Lage der Bildungspolitik in Bayern ist
bekanntlich katastrophal ( Jede zehnte Schulstunde fand nicht statt, |
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| Das Bayerische Oberste Landesgericht und das Landgericht
München bestätigten die Verurteilung des ehemaligen KZ-Häftlings
Martin Löwenberg, 79, und von Christiaan Boissevain, 52, wegen "öffentlicher
Aufforderung zur Straftat". Der Hintergrund: Beide hatten zusammen mit
Tausenden von Menschen im November 2002 versucht, einen Aufzug von Neonazis
durch die Münchner Innenstadt zu blockieren ( |
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| Für den
30.November 2002 meldete Neonazi Martin
Wiese eine Demonstration in München an. Diese wurde von den
Behörden genehmigt. Wiese wurde im September 2003 von der Münchner
Polizei verhaftet ( Weitere Verurteilung eines Gegners von Neonazis: |
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