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Shakespeares Jago zur Willensfreiheit
Othello Act 1 Scene 3 |
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| Roderigo | What should
I do? I confess it is my shame to be so fond, but it is not in my virtue to amend it. |
Was soll ich tun? Ich gestehe, es macht mir Schande, so sehr verliebt zu sein; aber meine Tugend hat nicht die Kraft, dem abzuhelfen. |
| Iago | Virtue? A
fig! Tis in ourselves that we are thus or thus. Our bodies are our gardens, to the which our wills are gardeners; so that if we will plant nettles or sow lettuce, set hyssop and weed up thyme, supply it with one gender of herbs or distract it with many, either to have it sterile with idleness or manured with industry, why, the power and corrigible authority of this lies in our wills. If the beam of our lives had not one scale of reason to peise another of sensuality, the blood and baseness of our natures would conduct us to most preposterous conclusions. But we have reason to cool our raging motions, our carnal stings, our unbitted lusts; whereof I take this that you call love to be a sect or scion. |
Tugend! Possen! In uns selber liegt's, ob wir so oder so sind. Unser Körper ist ein Garten, und unser Wille der Gärtner, so daß, ob wir Nesseln drin pflanzen wollen oder Salat bauen, Ysop aufziehn oder Thymian ausjäten; ihn dürftig mit einerlei Kraut besetzen, oder mit mancherlei Gewächs aussaugen; ihn durch Trägheit verwildern lassen oder durch Fleiß fruchtbar machen ei, das Vermögen dazu und die bessernde Macht liegt durchaus in unserem Willen. Hätte der Wagbalken unsres Lebens nicht eine Schale der Vernunft, um eine andere der Sinnlichkeit aufzuwiegen, so würde unser Blut und die Bösartigkeit unsrer Triebe uns zu den verkehrtesten Entschlüssen führen; aber wir haben die Vernunft, um die tobenden Leidenschaften, die fleischlichen Triebe, die zügellosen Lüste zu kühlen, und daraus schließe ich: was du Liebe nennst, sei ein Pfropfreis, ein Ableger. |