| Aurelius Augustinus über Astrologie in: Die Bekenntnisse des heiligen Augustinus [Confessiones] O. Bachmann, Übs. |
| Zu jener Zeit lebte ein scharfsinniger,
in der Heilkunde wohlerfahrener und berühmter Mann, der in Vertretung des
Konsuls den Siegeskranz der Beredsamkeit meinem siechen Haupte aufsetzte,
freilich nicht, als sei er der Arzt. Denn du allein bist der Arzt jener
Krankheit, der du den Stolzen widerstehest und gibst Gnade den Demütigen.
Warst du mir aber nicht auch nahe in jenem Greise, oder ließest du ab,
meiner Seele beizustehen? Denn da ich ihm vertrauter wurde und an seinen Lippen
hing denn seine Rede war einfach, ohne jedweden Schmuck, zog aber
gewaltig an durch den geistvollen, belebenden Inhalt , da erkannte er aus
meinem Gespräch, daß ich mich auf das Studium der Bücher
über Sterndeuterei gelegt habe, und mit väterlichem Wohlwollen
ermahnte er mich, sie wegzuwerfen und Zeit und Mühe, die nützlicheren
Dingen gebührten, nicht auf solche Nichtigkeiten zuwenden. Dabei
erwähnte er, daß auch er sie in seiner Jugend erlernt habe in der
Absicht, sie zu seinem Gewerbe zu machen und dadurch seinen Lebensunterhalt
zuverdienen, und da er Hippokrates verstanden habe, so hätte er wohl am
Ende auch jene Schriften verstehen können; doch habe er sie nur darum
aufgegeben und sich dem Studium der Heilkunde zugewandt, weil er sie in ihrer
ganzen trügerischen Nichtigkeit erkannt und als ehrlicher Mann es
verschmäht habe, sich durch Täuschung seiner Mitmenschen sein Brot zu
erwerben. »Du aber«, so fuhr er fort, »hältst dich an
die Redekunst, um dir deinen Unterhalt zu verschaffen; diese Betrügereien
aber treibst du nur aus Liebhaberei und nicht aus Sorge um das tägliche
Brot. Um so mehr mußt du mir aber Glauben schenken, mir, der ich sie
gründlich zu erlernen bemüht war, weil ich allein durch sie mein
Leben zu fristen beabsichtigte.« Die Bekenntnisse des heiligen Augustinus, IV, 4; |
| Im VII. Buch, 6.
Kapitel folgt noch eine längere Abhandlung mit praktischen Beispielen.
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