| Hempels Paradox oder
Das Raben Paradox oder Bestätigungsparadox (paradox of confirmation) auf Carl Gustav Hempel (1905 - 1997) zurückgehend. Carl Peter |
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| Hempels Paradox entsteht, wenn man den
folgenden Überlegungen zustimmt. Wenn wir jedesmal, wenn wir Raben sehen, feststellen, dass sie schwarz sind, neigen wir dazu (sofern nicht wichtige Gründe dagegen sprechen: z. B. nahezu Dunkelheit während sämtlicher Beobachtungen) die Generalisierung "Alle Raben sind schwarz" zu behaupten. (Nebenbemerkung: es scheint Raben mit weißer Brust oder Nacken zu geben: Solange keine Gegenbeispiele vorliegen (Falsifikationen), gehen wir davon aus, dass alle Beobachtungen, dass x die Eigenschaft F hat, die These bestätigen: Alle x sind F. Man kann noch weiter gehen. Werden nur wenige Raben beobachtet, ist dies eine schwache Bestätigung; werden dagegen Tausende oder Millionen schwarzer Raben gesehen, ist dies eine starke Bestätigung (Popper: Bewährung). (1) Hypothesen werden durch ihre positiven Beobachtungen bestätigt. Hypothesen können auf verschiedene Arten formuliert werden. Zu logischen Aussagen gibt es logisch äquivalente Aussagen, die nur durch Umformung entstehen. Sie sind unter allen Umständen und nur unter diesen Umständen wahr, wenn auch die ursprüngliche Aussage wahr ist. Aussagen und ihre logisch äquivalenten Umformungen haben denselben Wahrheitswert. (2) Beobachtungen, die eine logisch äquivalente Aussage bestätigen, bestätigen auch die ursprüngliche Aussage. Zur Aussage "Alle Raben sind schwarz" ist logisch äquivalent "Alle nicht-schwarzen Objekte sind keine Raben". Oder allgemein (3) Für alle x (r > S) <=> für alle x (nicht S > nicht r) dabei steht x für alle Objekte, r für Raben und S für schwarz.. Aus (1), (2) und (3) folgt: alle Beobachtungen von nicht-schwarzen Objekten, die keine Raben sind, bestätigen die Hypothese "Alle Raben sind schwarz".
Ein Paradox entsteht, indem aus scheinbar unstrittigen Annahmen, die allgemein als zutreffend angenommen werden, absurde oder sich widersprechende Aussagen abgeleitet werden können. |
| Entscheidend für die Beurteilung von
Hempels Paradox ist das Diskursuniversum, das heisst, über welche Objekte
die Generalisierung "Alle Raben sind schwarz"
etwas behauptet. Innerhalb dieser Objekte tritt das Paradox auf. Das
heißt, die Beobachtung irgendwelcher Objekte aus dem Diskursuniversum,
seien es bunte Kühe oder rote Autos, bestätigt die Hypothese, dass
alle Raben schwarz sind. Wenn nicht ausdrücklich eingeschränkt,
behauptet man üblicherweise mit einer Generalisierung etwas über das
gesamte Universum, das heißt über alle
Objekte. »Propositions containing "all" or "none" can be disproved by empirical data, but not proved except in logic and mathematics. We can prove "all primes except 2 are odd", because this follows from definitions; but we cannot prove "all men are mortal", because we cannot prove that we have overlooked no one. In fact, "all men are mortal" is a statement about everything, not only about all men; it states, concerning every x, that x is either mortal or not human. Until we have examined everything, we cannot be sure but that something unexamined is human but immortal. Since we cannot examine everything, we cannot know general propositions empirically.« Bertrand Russell: An Inquiry into Meaning and Truth. London 1961, S. 46; |
| Carl Hempel nahm an, dass hier eine psychologische
Fehleinschätzung vorliegt und die Beobachtung von runden Bällen oder
hohen Türmen tatsächlich die Hypothese "Alle Raben sind schwarz"
(schwach) bestätigt. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Raben schwarz
sind wird durch die Beobachtung von nicht-schwarzen Nicht-Raben leicht
erhöht. Die psychologische Fehleinschätzung entsteht, da es sehr viel
mehr Objekte gibt, die keine Raben sind als schwarze Raben. Hempels Standpunkt
wird einsichtiger, wenn man sich vergegenwärtigt, dass die Aussage "Alle
Raben sind schwarz" nicht nur eine Aussage über Raben ist. Versteckt ist
darin auch die (äquivalente) Aussage: Alle Dinge sind entweder keine Raben
oder schwarz. Diese Entweder-Oder-Aussage wird nicht nur durch (schwarze) Raben
bestätigt, sondern auch durch alle Nicht-Raben. Ganz allgemein: jede
Beobachtung, die einer Allaussage nicht widerspricht, bestätigt sie.
Die Auflösung des Paradoxons erfordert entweder, dass man Hempels Standpunkt (Es ist kein Paradox) übernimmt oder dass man eine der Prämissen zurückweist. |
| Karl
Popper vertrat die Ansicht, für Allaussagen gibt es keine
Bestätigung; er wies die Prämissen (1) und (2) zurück. Popper
ließ nur die Falsifikation von Allaussagen zu. All unser Bestreben
muß es sein, Allaussagen durch negative Beispiele zu Fall zu bringen, zu
falsifizieren. Allerdings kam Popper nicht umhin, durch die Hintertüre
doch eine Bestätigung zuzulassen. Er nannte sie den Bewährungsgrad
einer Theorie. Je häufiger Falsifikationsversuche scheiterten, desto mehr
hat sich eine Theorie bewährt. Bei der Auswahl empirisch gleichwertiger
Theorien gab Popper den besser bewährten den Vorzug. Wie kann man die Hypothese "Alle Raben sind schwarz" falsifizieren? Es gibt zwei Vorgehensweisen:
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| J. L. Mackie versuchte das Raben-Paradox mit
wahrscheinlichkeitstheoretischen Überlegungen aufzuweichen. Die
Wahrscheinlichkeit für ein Objekt ein schwarzer Rabe zu sein ist bei
weitem geringer als ein nicht-schwarzer Nicht-Rabe zu sein. Deshalb
bestätigt die Beobachtung eines schwarzen Raben die Allaussage ungleich
schwerwiegender als die Beobachtung von nicht-schwarzen Nicht-Raben. Dieser
Position liegt die Bayesianische Wahrscheinlichkeitsauffassung zugrunde. Eine
ähnliche Zurückweisung verfolgen Colin
Howson und Peter Urbach. Der
schwarze Rabe und die gelbe Dotterblume bestätigen die Hypothese "Alle
Raben sind schwarz", doch keinesfalls mit derselben Bestätigunskraft. Wenn
man sich klar macht, dass Bestätigungen graduell erfolgen, ist Hempels
Paradox nicht mehr kontraintiutiv. W. V. O. Quine versucht Hempels Paradox aufzulösen, indem er die Bestätigung einschränkt. Er schlägt vor nur die Beobachtungen als Bestätigung anzusehen, bei denen die Objekte natürliche Arten "natural kinds" sind. Natürliche Arten kommen in wissenschaftlichen, z.B. biologischen Gesetzen vor. Ausdrücke wie "Nicht-Raben" handeln nicht von natürlichen Arten. Siehe dazu Kapitel 5 "Natural Kinds" in der angegebenen |
| Links |
| Kevin McGowan:
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| Corvus albus Der Corvus albus, Schildrabe, der weiße Rabe, Pied Crow, wird bei Juvenal: Satiren 7, 202, (weitere Er bezeichnet im übertragenen Sinn einen seltenen Vogel, beispielsweise eine gute Person, wo nur Schlechte erwarten werden. Der Name wird daher auch für Rollenspiele ( Der weiße Rabe kommt offensichtlich auch im Chiemgau vor. Bei der Trophäenschau der Jägervereinigung Rosenheim im April 2008 wurde auch eine präparierte weiße Rabenkrähe gezeigt. Sie war durch einen Jagdfalken geschlagen worden. OVB, 16.4.2008, S. 12 |
| Corvus
albicollis Geierrabe, Weissnacken Rabe, White-necked Raven. Dieser ansonsten schwarze Rabe hat einen weißen Nacken und lebt in Afrika. |
| Verlangt ein Lehrer je
verdienten Dank zu haben, der suche schwarzen Schnee und fange weiße Raben! Andreas Gryphius, 16161664. Dieser Spruch wird auch mit Verlangt ein Lehrer jetzt" wiedergegeben. Da ich die exakte Quelle nicht kenne, kann ich dies nicht überprüfen. |