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Lotterie-Paradox
und Vorwort-Paradox |
| Lotterie-Paradox Kauft man ein Los einer Lotterie mit sehr vielen Losen (Anzahl = n) und nur 1 Gewinn, kann man nicht erwarten zu gewinnen. Die Gewinnwahrscheinlichkeit für das gekaufte Los ist 1/n. Ich glaube, dass mein Los nicht gewinnt. Dasselbe gilt aber für das vom Nachbarn gekaufte Los und dann für jedes Los der Lotterie. Dies steht im Widerspruch zur Voraussetzung: ein und nur ein Los gewinnt. Wenn man glaubt, dass das eigene Los (es kostete 1 Euro) nicht gewinnt, muss man der folgenden Argumentation zustimmen: (1) Dieses Los verliert. (2) Wenn ich es behalte, erhalte ich nichts. (3) Wenn ich es für 1 Cent verkaufe, habe ich einen Cent. (4) Es ist besser, wenn ich das Los für 1 Cent verkaufe. |
| Vorwort-Paradox In manchen Vorworten liest man, dass der Verfasser für verbleibende Fehler voll verantwortlich ist. Doch der Verfasser hat zuvor jeden Satz des Buches geschrieben, gelesen und Korrektur gelesen. Bei jedem Satz bestätigt er die Fehlerfreiheit (ansonsten hätte er ihn ja korrigiert). Dann aber ist die Bemerkung im Vorwort widersprüchlich. Oder soll der Leser unterstellen, dieses Buch wurde nur sehr schlampig lektoriert? |
| Ein schönes
Beispiel für das Vorwortparadox gibt Bertrand
Russell im ersten Teil seiner Autobiografie in
der folgende Anekdote von G.
E. Moore. “I have never but once succeeded in making him tell a lie, and that was by a subterfuge. »Moore,« I said, »do you always speak the truth?« »No«, he replied. I believe this to be the only lie he had ever told.” Bertrand Russell: The Autobiography of Bertrand Russell. Vol. I. [1967] 1971, S. 64 ( |
| Ein bewusst ausgefeiltes Beispiel für das
Vorwort-Paradox “I have, like any credible philosopher, endeavored to justify (at least to myself) every assertion put forth in this book, and only wish that I could guarantee that every such statement is true. Indeed, I believe that every individual assertion is true, yet given my fallibility, I also believe that some false statements are contained herein. That is, I believe that some (I hope very few) of the propositions that I believe are true are false. I shall not tell you which they are, but I'd be grateful to have you identify them and bring them to my attention.” Louis P. Pojman: What can we know? An Introduction to the Theory of Knowledge. 1995, S. xi |
| Ein Paradox ähnlicher Art, das
verwirrenderweise auch als "Lotterie-Paradox" bezeichnet wird, ist: (5) Ich weiß, wo mein Auto geparkt ist (da ich es dort vor 20 Minuten selbst abgestellt habe). (6) Ich weiß nicht, ob mein Auto in den letzten 20 Minuten gestohlen (oder abgeschleppt) wurde. (7) Wenn ich nicht weiß, ob mein Auto in den letzten 20 Minuten gestohlen wurde, dann weiß ich auch nicht, wo mein Auto geparkt ist. |
| (8) Ich weiß nicht, wo mein Auto geparkt ist. (7), (6), Modus ponens; Widerspruch zu (5) |
Mit diesen
Paradoxa werden wichtige erkenntnistheoretische Probleme angesprochen.
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| Links |
| Lottery
Paradox in: |
| Olsson,
Erik J.: "Levi and the Lottery", |
| Weatherson,
Brian, James Hawthorne: "Beliefs Old and New", |
| Wheeler,
Gregory: "Rational Acceptance and Conjunctive/Disjunctive Absorption", |
| Rezensionen |
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