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Kirche
Die Katholische Kirche und die Wissenschaften
“Keiner täusche sich selbst. Wenn einer unter euch meint, er sei weise in dieser Welt, dann werde er töricht, um weise zu werden. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott.” 1 Kor 3,18-19
kirche Die Päpstliche Akademie der Wissenschaftenkirche Fall Galileikirche Linkskirche Literatur
Papst Joseph Ratzinger aka Benedikt XVI. erinnerte in einer Predigt zum Fest der Heiligen Drei Könige im Petersdom an die Astrologie im Neuen Testament. Das Aufgehen des Sterns, dem die Sterndeuter folgten, habe das Aufeinandertreffen des „Himmels und der Erde, des Kosmos und der Geschichte“ angekündigt. Er meinte weiter, die Sterndeuter [das sind die drei Könige], die für alle Völker stehen, hätten mit Augen des Glaubens gesehen [anders ging's wohl auch nicht astrologie].
benediktBenedikt XVI.: Gott ist die große Hoffung, die die Welt vor dem Untergang rettet, 7.1.2008 – kirche Astrologie als Para- und PseudowissenschaftIn derselben Predigt: kirche das Gemeinwohl aller dem Luxus weniger vorzuziehen
Enzyklika "Deus caritas est"
Diese erste Enzyklika des Papstes Joseph Ratzinger aka Benedikt XVI. (kirche Links): beginnt mit
“Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm” (1 Joh 4, 16). Sie stellt die Liebe in den Mittelpunkt ist. Zum Thema Katholische Kirche und die Wissenschaften passt diese Enzyklika über die Liebe, da man bei vielen Katholiken (und nicht nur diesen, auch andere christliche Gruppen) den Eindruck hat, den Sam Cooke so formulierte:
Don't know much about history,
Don't know much biology,
Don't know much about a science book,
Don't know much about the French I took.
But I do know that I love you
and I know that if you love me too
What a wonderful world this would be.
Sam Cooke: "Woderful World", RCA 1960
Wollen wir doch alle lieb zueinander sein (was einige Christen dann an Weihnachten in die Praxis umsetzen), aber doch nicht wissenschaftlich über Gott reden.
Enzyklika "Pascendi dominici gregis"
Am 8. September 1907 erließ Papst Pius X. die Enzyklika "Pascendi dominici gregis", in der er sogenannte Modernisten als Irrlehrer hinstellte. Zu den Modernisten gehören katholische Theologen, die die historisch-kritische Methode der Geschichtswissenschaft und die Evolutionstheorie der Naturwissenschaft nutzen.
Papst Pius X. macht den vatikanischen Unterstaatssekretär Umberto Benigni zum Chef einer vatikanischen Geheimpolizei. Auf der Ketzersuche durchschnüffelt diese Geheimpolizei katholische Organisationen, Diözesen und Bischöfe. Sie werden gegebenenfalls auf schwarze Listen gesetzt.
1915 flog der geheime Nachrichtendienst mit fast 1000 Spitzel durch Zufall auf.
Der Geist der Denunziation und Ausgrenzung bedroht auch heute nonkonforme Theologen.
Leonardo Boff, Eugen Drewermann, Willi Glas, Hans Küng, Hubertus Mynarek, Jon Sobrino sind nur ein paar Beispiele. Und der 1998 gestorbene Moraltheologe Bernhard Häring hat kurz vor seinem Tode im Vatikan eine Namensliste gesehen
pascendiPeter Hertel: "Bann gegen die Moderne. Vor 100 Jahren erließ Papst Pius X. die Enzyklika »Pascendi dominici gregis«", 8.9.2007
Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften
1603 Gründung durch Papst Clemens VIII.
Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften besteht aus 80 vom Papst auf Lebenszeit berufene Wissenschaftler; derzeit (2007) sind darunter 30 Nobel-Preisträger.
Ein Hort der Liberalität ist die Päpstliche Akademie nicht. Tabuthemen sind:
Aids, Empfängnisverhütung, Homosexualität oder die Gleichstellung der Geschlechter.
„Beim Heiligen Stuhl gibt's – klar – ein paar Tabuthemen, die wir versuchen nach Möglichkeit zu meiden, weil wir wissen, dass das keinen direkten Einfluss ausüben kann, wenigstens im Moment, und deshalb: wir haben so viele Thematiken, welche die Kirche mit Interesse und Intention aufnehmen kann, dass es sich nicht lohnt Tabuthemen anzusprechen. Dazu gehören Aspekte der Sexualität, die Bedeutung der Frauen, die Gleichstellung der Frauen mit den Männern in vielen Bereichen unserer kulturellen Aktivitäten inklusive Religion.“
Prof. Dr. Werner Arber, Mikrobiologe, Nobelpreisträger, Bayerisches Fernsehen 6.9.2007, kirche Links
Während Johannes Paul II. als wissenschaftsfreundlich galt, sieht sein Joseph Ratzinger aka Benedikt XVI. vieles anders.
Fall Galilei
"Fall" ist mehrdeutig:
• es ist ein Skandalfall für die Katholische Kirche,
• Galilei fällt durch das Verdikt der Katholischen Kirche,
• er fällt – angesichts der massive Drohungen – selbst um.
10. November 1979 Johannes Paul II. "wünscht" sich eine die Überprüfung des Falles Galilei
3. Juli 1981 Studienkommission wird eingesetzt.
31. Oktober 1992 Ansprache von Papst Johannes Paul II., siehe kirche Links
In dieser – mancherorts als Entschuldigung der Katholischen Kirche intepretierten – Ansprache gab es kaum eine Entschuldigung für Folter, Inquisition und skandalöse Behandlung des herausragendern Wissenschaftlers. Wer den Abschnitt 10 der Rede aufmerksam liest, wird feststellen, dass den Papst keineswegs der Prozeß um Galilei schmerzte, sondern der daraus entstandene "Mythos", der Geist der Wissenschaft sei mit dem christlichen Glauben unvereinbar.
"10. Ausgehend vom Zeitalter der Aufklärung bis in unsere Tage hat der Fall Galilei eine Art Mythos gebildet, in dem das dargelegte Bild der Ereignisse von der Wirklichkeit weit entfernt war. In dieser Perspektive war dann der Fall Galilei zum Symbol für die angebliche Ablehnung des wissenschaftlichen Fortschritts durch die Kirche oder des dogmatischen »Obskurantentums« gegen die freie Erforschung der Wahrheit geworden. Dieser Mythos hat in der Kultur eine erhebliche Rolle gespielt und dazu beigetragen, zahlreiche Männer der Wissenschaft in gutem Glauben denken zu lassen, der Geist der Wissenschaft und ihre Ethik der Forschung auf der einen Seite sei mit dem christlichen Glauben auf der anderen Seite unvereinbar. Ein tragisches gegenseitiges Unverständnis wurde als Folge eines grundsätzlichen Gegensatzes von Wissen und Glauben hingestellt. Die durch die jüngeren historischen Forschungen erbrachten Klärungen gestatten uns nun die Feststellung, daß dieses schmerzliche Mißverständnis inzwischen der Vergangenheit angehört."
Papst Johannes Paul II. 31. Oktober 1992, siehe Kirche Links
Links
Kirche Astrologie und Christentum
kirchePäpstliche Akademie der Wissenschaften
kirche"Für den Vatikan nur die Besten... - Die Päpstliche Akademie der Wissenschaften". Faszination Wissen - Dokumentation Bayerisches Fernsehen 6. 9. 2007
kircheDie Päpstlichen Akademien
Galileo Galilei
  kircheThe Galileo Project
  Kirche Galileo Galilei mit zahlreichen weiteren Links
  kirche"Schmerzliches Mißverständnis im »Fall Galilei« überwunden". Ansprache von Papst Johannes Paul II. an die Päpstliche Akademie der Wissenschaften am 31. Oktober 1992
kircheEnzyklika "Deus caritas est"
Kirche Literatur zu Glaube und Vernunft
kirche Menschwerdung und Embryonenschutz
Kirche Position der Katholischen Kirche zur Evolution
BenediktRatzinger und die Naturwissenschaften
Kirche Religiöser Glaube und Vernunft – Faith and Reason
benediktMarkus C. Schulte von Drach: Papst Benedikt XVI. und die Wissenschaft – Angst vor einer "Flut von Bösem". SZ Online 27. Februar 2013
Literatur
siehe die allgemeinere Literatursammlung: Kirche Religion und Wissenschaft
Kirche Anfang

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