| Arthur
Schopenhauer 22.2. 1788 Danzig 21.9. 1860 Frankfurt am Main |
![]() |
| "Es ist in der Literatur nicht
anders, als im Leben: wohin auch man sich wende, trifft man sogleich auf den
inkorrigibeln Pöbel der Menschheit, welcher überall legionenweise
vorhanden ist, alles erfüllt und alles beschmutzt, wie die Fliegen im
Sommer. Daher die Unzahl schlechter Bücher, dieses wuchernde Unkraut der
Literatur, welches dem Weizen die Nahrung entzieht, und ihn erstickt. Sie
reißen nämlich Zeit, Geld und Aufmerksamkeit des Publikums, welche
von Rechtswegen den guten Büchern und ihren edlen Zwecken gehören, an
sich, während sie bloß in der Absicht, Geld einzutragen, oder
Ämter zu verschaffen, geschrieben sind. Sie sind also nicht bloß
unnütz, sondern positiv schädlich. [...] Vom Schlechten kann man nie
zu wenig und das Gute nie zu oft lesen: schlechte Bücher sind
intellektuelles Gilf; sie verderben den Geist. Um das Gute zu lesen, ist eine
Bedingung, das man das Schlechte nicht lese: denn das Leben ist kurz, Zeit und
Kräfte beschränkt." Parerga und Paralipomena, § 295; der zweite Abschnitt fehlt in der Ausgabe letzter Hand. |
| "Da ergibt sich, daß Moral-Predigen leicht,
Moral-Begründen schwer ist." Über den Willen in der Natur, Haffmans III, S.315 |
| "Wer von irgend EINEM Dinge in der Welt ein erschöpfendes, bis auf den
letzten Grund klares Verstädnis hätte, auch die ganze übrige
Welt vollkommen verstanden haben würde." Die Grundlage der Moral, Haffmans III, S.465 Die Haupt- und Grundtriebfeder im Menschen, wie im Tiere, ist der EGOISMUS, d.h. der Drang zum Dasein und Wohlsein." Die Grundlage der Moral, Haffmans III, S.552 "... bedenke, daß im ganzen Neuen Testament kein Wort gegen die Sklaverei gesagt ist; so allgemein auch damals die Sache war; und daß vielmehr, noch 1860, in Nord-Amerika, bei Debatten über die Sklaverei, Einer sich darauf berufen hat, daß Abraham und Jakob auch Sklaven gehalten haben." Die Grundlage der Moral, Haffmans III, S.587 |
| "Die Religion ist die Metaphysik des Volks,
..." Über Religion. §174 "Religionskriege, Religionsmetzeleien, Kreuzzüge, Inquisition, nebst andern Ketzergerichten, Ausrottung der Urbevölkerung Amerika's aund Einführung Afrikanischer Sklaven an ihre Stelle, waren Früchte es Christenthums, und nichts ihnen Analoges, oder die Waage Haltendes, ist bei den Alten zu finden ..." Über Religion. §174 |
| "...Diese [Bruno, Vanini]
nämlich waren jenem Gott geopfert worden, für dessen Ehre, ohne allen
Vergleich, mehr Menschenopfer geblutet haben, als auf den Altären aller
heidnischen Götter beider Hemisphären zusammengenommen." Die Welt als Wille und Vorstellung, 2.Buch, Kapitel 28 |
| "Daher sollten Kritik und
Satire, ohne alle Nachsicht und Mitleid, die mediokren Poeten geißeln,
bis sie, zu ihrem eigenen Besten, dahin gebracht würden, ihre Muße
lieber anzuwenden Gutes zu lesen, als Schlechtes zu schreiben." Die Welt als Wille und Vorstellung. 3 Buch. Zürich: Haffmans, 1988. S. 326 |
| "Im allgemeinen freilich haben die Weisen aller
Zeiten immer dasselbe gesagt, und die Toren, d.h. die unermeßliche
Majorität aller Zeiten, haben immer dasselbe, nämlich das Gegenteil
getan; und so wird es denn auch ferner bleiben." Aphorismen zur Lebensweisheit "Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verräth in dem damit Behafteten den Mangel an INDIVIDUELLEN Eigenschaften, auf die er stolz sey könnte, indem er sonst nicht zu Dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen theilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu seyn ..." Aphorismen zur Lebensweisheit, Kap. II "Von dem, was einer vorstellt" Vergleiche das Zitat eines |