| Philosophen, Humanisten, Theologen, Dichter und Gelehrte der
Renaissance Sebastian Brant Gian Pietro Carafa Alonso de Cartagena Sebastian Franck Paul IV. Francesco Petrarca Pietro Pomponazzi |
| Sebastian Brant, auch
Brandt 1457 oder 1458 Straßburg 10.5. 1521 Straßburg, Dichter und Humanist |
| "die wellt die will betrogen syn" Narrenschiff
1494: "Die Welt will betrogen sein".
Wird oft lateinisch nach Sebastian Franck
zitiert. |
| Al[f]onso de Cartagena,
eigentlich Al(f)onso Garcia de Santa Maria 1385 oder 1386 Villasandino (Burgos) 22.7. 1456 Burgos; Bischof von Burgos |
| Da die
Rationalität des Aristoteles nicht auf seiner Autorität, sondern
seine Autorität auf seiner Rationalität gründet, können wir
von allem, das mit der Ratio übereinstimmt, annehmen, daß es auch
von Aristoteles gesagt worden ist. A. de Cartagena, in: A. Birkenmajer: "Der Streit des Alonso de Cartagena mit Leonardo Bruni Aretino", in: Vermischte Schriften zur Geschichte der mittelalterlichen Philosophie, Münster 1922, 166; zitiert nach Eckhard Keßler: "Humanismus und Entstehung der modernen Wissenschaft", in: Enno Rudolph: Die Renaissance und ihr Bild in der Geschichte. Tübingen 1998, 122. |
| Sebastian Franck (Frank von
Wörd) 20.1. 1499 Donauwörth 1542 oder 1543 Basel; Theologe und Schriftsteller |
| "Die Welt will betrogen und belogen sein und nur
mit Wahn geäfft und regiert werden, wie jener Mönch sagt, der
für sein Thema hält: Mundus vult decipi darumb bin ich hie, dem man
zum Lohn alle Säcke voll stick" aus: Paradoxa, 1533, lateinische
Version von "Die Welt will betrogen sein" von Sebastian
Brant. Wird oft lateinisch zitiert mit "Mundus
vult decipi" und ergänzt zu "Mundus vult decipi. Ergo decipiatur!" "Die Welt will betrogen sein, darum sei sie betrogen. Dieses erweiterte lateinische Zitat wird von Thuanus (1556) auf den päpstlichen Legaten Caraffa, auch: Gian Pietro Carafa, zurückgeführt; er war 1555-59 Papst Paul IV. (28.6.1476 Sant' Angelo a Scala bei Arellino 18.8. 1559 Rom). Georg Büchmann. Geflügelte Worte. Frankfurt am Main, 1957. S.45 |
| Francesco Petrarca 20.7. 1304 Arezzo 18.7. 1374 Arquà (heute Arquà Petrarca, Provinz Padua); Dichter, Humanist und Philologe |
| Povera e nuda vai, filosofia, Dice la turba al vil guadagno indesa Bist arm und bloß, Philosophie, so sagt Der auf verächtlichen Gewinn bedachte Pöbel. Sonette 1,10 |
| ... nolo inter
maximos ponere, quos inter minimos vidi Ich will nicht unter die Größten stellen, dich unter den Geringsten sehe Epistulae seniles V,3 |
| Pietro Pomponazzi (Petrus
Pomponatius) 1462 Mantua 1525 Bologna; lehrte lehrte ab 1495 in Padua, dann in Bologna |
| "Der größere Teil der Menschheit tut,
wenn er Gutes tut, Gutes nun eher aus Furcht vor ewiger Mißbilligung als
aus Hoffnung auf ein ewiges Gut, weil uns Mißbilligungen besser bekannt
sind als jene ewigen Güter. Und weil diese letzte Methode hier allen zum
Nutzen gereichen kann, welchen Rang auch immer sie einnehmen mögen, hat
der Gesetzgeber in Anbetracht der menschlichen Neigung zum Bösen und im
Blick auf das Allgemeinwohl die Verordnung erlassen, die Seele sei unsterblich,
ohne sich freilich um die Wahrheit zu kümmern, sondern nur darum, ein
geeignetes Mittel in der Hand zu haben, um die Menschen sich der Tugend
zuwenden zu lassen." Abhandlung über die Unsterblichkeit der Seele (Tractatus de immortalitate animae) [1516] Lateinisch-deutsch. Burkhard Mojsisch, Übs., Hg. Hamburg 1996. S.190. Das Werk wurde 1562 öffentlich verbrannt. |