| Zitate von
Viktor Emil |
| Viktor Emil Frankl 26.3. 1905 Wien 2.9. 1997 Wien; österreichischer Psychiater und Psychotherapeut Rezension: |
| "Je mehr er [der Mensch, H.H.] nach Glück jagt,
um so mehr verjagt er es auch schon. Um dies zu verstehen, brauchen wir nur das
Vorurteil zu überwinden, daß der Mensch im Grund darauf aus sei,
glücklich zu sein; was er in Wirklichkeit will, ist nämlich, einen
Grund dazu zu haben. Und hat er einmal einen Grund dazu, dann stellt sich das
Glücksgefühl von selbst ein. In dem Maße hingegen, in dem er
das Glücksgefühl direkt anpeilt, verliert er den Grund, den er dazu
haben mag, aus den Augen, und das Glücksgefühl selbst sackt in sich
zusammen. Mit anderen Wort, Glück muß er-folgen und kann nicht
er-zielt werden" S. 20 "Und einen Sinn können wir dem Leben des anderen nicht geben was wir ihm zu geben, mit auf den Weg zu geben vermöchten, ist vielmehr einzig und allein ein Beispiel: das Beispiel unseres ganzen Seins." S. 28 "Toleranz besteht nicht darin, daß man die Ansicht eines anderen teilt, sondern nur darin, daß man dem anderen das Recht einräumt, überhaupt anderer Ansicht zu sein. Andrerseits wird Toleranz aber auch dann mißverstanden, wenn man soweit geht, daß man dem anderen auch noch das Recht zugesteht, selbst und seinerseits intolerant zu sein." S. 80 "Die Logotherapie muß sich also diesseits des Offenbarungsglaubens bewegen und die Sinnfrage diesseits der Aufgabelung einerseits in die theistische und andrerseits in die atheistische Weltanschuung beantworten." S. 117 "Und vom anthropologischen Standpunkt aus ist auch die Religion selbst zunächst einmal eine Einübung in die spezifisch menschliche Fähigkeit, etwas einer Sache wegen zu tun oder eine Person um ihretwillen zu lieben - oder eben Gott zuliebe sein Dasein mit möglichst viel Sinn anzureichern." S. 171 Alle obigen Zitate aus: Viktor E. Frankl: Der Wille zum Sinn. Ausgewählte Vorträge über Logotherapie. München: Piper, 1991. Erweiterte 4. Aufl. |
| "Im Gegensatz zum Tier sagt dem
Menschen kein Instinkt, was er muß, und im Gegensatz zum Menschen
in früheren Zeiten sagt ihm keine Tradition mehr, was er soll
und nun scheint er nicht mehr recht zu wissen, was er eigentlich
will. So kommt es denn, daß er entweder nur will, was die anderen
tun und da haben wir denKonformismus , oder aber er tut nur, was
die anderen wollen, von ihm wollen und da haben wir den
Totalitarismus." S. 24 "Auch das Glück entzieht sich uns genau und gerade in dem Maße, in dem wir es forciert intendieren. Aber es stellt sich automatisch ein, wenn wir unsere Selbst-Transzendenz ausleben, sei es in der Arbeit, sei es in der Liebe. Das Glück ist ein »Effekt«, der sich nicht »haschen« läßt." S. 38-39 "Es bleibt also dabei, daß Sinnfindung und -erfüllung unabhängig sind davon, ob jemand religiös bzw. irreligiös ist." S. 64 "Da der Logotherapie zufolge Glück eine Nebenwirkung von Sinnerfüllung ist, wird auch die Paradoxie verständlich, daß der Homo patiens glücklich wird." S. 69 ("patiens" hier wohl in der Bedeutung von ertragend, erduldend) "Glück soll und darf und kann nie Ziel sein, sondern nur Ergebnis" S. 88 Damit widerspricht Frankl klar Thomas von Aquin: "Ultimus finis hominum est beatitudo" (Das letzte Ziel des Menschen ist das Glück) und dem Prinzip vieler Religionen: Streben nach dem Glück im Jenseits. "Auf jeden Fall ist alles Glücksstreben des Menschen insofern verfehlt, als ein Glück ihm nur in den Schoß fallen kann, niemals jedoch sich erjagen läßt." S. 88 An dieser Stelle verweist Frankl auf das schöne Bild von Søren Kierkegaard: Die Tür zum Glück geht nach außen auf - wer sie »einzurennen« versucht, der verschließt sie nur. Søren Kierkegaard (1813 1855), Philosoph, Schriftsteller und Theologe. Die genaue Quellenangabe ist mir nicht bekannt. Für Hinweise bin ich dankbar. Alle obigen Zitate aus: Viktor E. Frankl: Die Sinnfrage in der Psychotherapie. München: Piper, 1981 |
| "Im Dienst an einer Sache
oder in der Liebe zu einer Person erfüllt der Mensch sich
selbst. Je mehr er aufgeht in seiner Aufgabe, je mehr er hingegeben
ist an seinen Partner, um so mehr ist er Mensch, um so mehr wird er selbst.
Sich selbst verwirklichen kann er also eigentlich nur in dem Maße, in dem
er sich selbst vergißt, in dem er sich selbst übersieht." S. 18 (Hervorhebung von mir) "Sinn kann nicht gegeben, sondern muß gefunden werden." "Sinn muß gefunden, kann aber nicht erzeugt werden. Was sich erzeugen läßt, ist entweder subjektiver Sinn, ein bloßes Sinngefühl, oder Unsinn." S. 28 (Kursivsetzung vom Autor) "... denn nicht nur »geteiltes«, sondern auch schon »mit-geteiltes« Leid ist halbes Leid, ..." S. 46 Alle obigen Zitate aus: Viktor E. Frankl: Das Leiden am sinnlosen Leben. Psychotherapie für heute. Freiburg: Herder, 1977 |
| Sigmund Freud 6. Mai 1856 Freiberg (Mähren) 23. September 1939 London |
| "Ich muß leider bekennen,
daß ich zu jenen unwürdigen Individuen gehöre, vor denen die
Geister ihre Tätigkeit einstellen und das Übersinnliche entweicht, so
daß ich niemals in die Lage gekommen bin, selbst etwas zum Wunderglauben
Anregendes zu erleben." Sigmund Freud: "XII. Determinismus Zufalls- und Aberglaube Gesichtspunkte". In: Zur Psychopathologie des Alltagslebens. Frankfurt: Fischer, 1961. S. 218-219. |
| "Im Moment, da man nach Sinn und Wert des Lebens
fragt, ist man krank, denn beides gibt es ja in objektiver Weise nicht; man hat
nur eingestanden, daß man einen Vorrat von unbefriedigter Libido hat, und
irgend etwas anderes mu߸ damit vorgefallen sein, eine Art
Gärung, die zur Trauer und Depression führt." Sigmund
Freud an Marie Bonaparte, 13. August 1937, in: Briefe 1873-1939, Gesammelte
Werke, Bd. 16. Frankfurt a.M. 1960. S. 429. Dazu Viktor Frankl ( |
| "Für die Religion habe ich eine Wohnstatt in meinem
niedrigen Häuschen gefunden, seitdem ich auf die Kategorie
'Menschenneurose' gestoßen bin." Zitiert nach: Ludwig Binswanger: Erinnerungen an Sigmund Freud. Bern 1956, S. 115 |
| Robert Reininger 28. September 1869 Linz 17. Mai 1955 Wien; Philosoph |
| "Die Frage nach dem Sinn des
Daseins wird erst dann aufgeworfen, wenn die instinktive Sicherheit des Lebens
und das Genügen an der traditionellen Deutung verloren zu gehen droht oder
schon verloren ist und dieser Verlust schmerzlich empfunden wird." Zitiert nach Viktor E. Frankl: Die Sinnfrage in der Psychotherapie. München: Piper, 1981, S. 88 |
| Nico Rost 21.6. 1896 Groningen 1.2. 1967 Amsterdam; Journalist, KZ-Häftling |
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