Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
Kant
Immanuel Kant
1724 Königsberg – 1804 Königsberg – kant Immanuel Kantkant Zitate über Kantkant Kant und Walter Pause
“Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.”
So beginnt Kant 1784 seine Schrift Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?
Es wird meist verkürzt zum kernigen:
“Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.” kantonline; vergleiche kant Horaz und kant Schiller
"Ich behaupte aber, daß in jeder besonderen Naturlehre nur so viel eigentlich Wissenschaft angetroffen werden könne, als darin Mathematik anzutreffen ist."
Metaphysische Anfangsgründe der Naturwissenschaft, Riga 1787. 2. Aufl. S. VIII.
"Nicht sehen können heißt, die Menschen von den Dingen trennen, nicht hören können heißt, die Menschen von den Menschen trennen." Dieses Zitat wird immer wieder Immanuel Kant zugeschrieben; In Kant im Kontext. Werke auf CD-Rom konnte ich es, oder Ähnliches, nicht finden. So wird die Quellenangabe keller helen Helen Keller wohl richtig sein.
"... weil der Besitz der Gewalt das freie Urtheil der Vernunft unvermeidlich verdirbt"
Zum ewigen Frieden VIII369 1795
»Der Krieg ist darin schlimm, daß er mehr böse Leute macht, als er deren wegnimmt.«
von Kant als der Ausspruch jenes Griechen zitiert in Zum ewigen Frieden. (1795).
Politiker sind anderer Meinung: kant "Nie mehr Krieg ohne uns"
"Der Tadel selbst ist dem Verfasser angenehmer, wenn der Rezensent sich die Mühe genommen hat das Wesentliche der Bemühung einzusehen, als das Lob bei flüchtiger Beurteilung."
Brief an Marcus Herz, 21.2.1772
"Aber denken kann ich, was ich will, wenn ich mir nur nicht selbst widerspreche, ..."
Kritik der reinen Vernunft, BXXVI Fn1
"Überdem, wenn man über den Kreis der Erfahrung hinaus ist, so ist man sicher, durch Erfahrung nicht widerlegt zu werden."
Kritik der reinen Vernunft, B8
"Denn Wahrheit oder Schein sind nicht im Gegenstande, so fern er angeschaut wird, sondern im Urteile über denselben, so fern er gedacht wird. Man kann also zwar richtig sagen: daß die Sinne nicht irren, aber nicht darum, weil sie jederzeit richtig urteilen, sondern weil sie gar nicht urteilen."
Kritik der reinen Vernunft, B350
Dogmatischer Schlummer
“Ich gestehe frei: die Erinnerung des David Hume war eben dasjenige, was mir vor vielen Jahren zuerst den dogmatischen Schlummer unterbrach und meinen Untersuchungen im Felde der speculativen Philosophie eine ganz andre Richtung gab. Ich war weit entfernt, ihm in Ansehung seiner Folgerungen Gehör zu geben, die blos daher rührten, weil er sich seine Aufgabe nicht im Ganzen vorstellte, sondern nur auf einen Theil derselben fiel, der, ohne das Ganze in Betracht zu ziehen, keine Auskunft geben kann. Wenn man von einem gegründeten, obzwar nicht ausgeführten Gedanken anfängt, den uns ein anderer hinterlassen, so kann man wohl hoffen, es bei fortgesetztem Nachdenken weiter zu bringen, als der scharfsinnige Mann kam, dem man den ersten Funken dieses Lichts zu verdanken hatte.” Prolegomena,Vorwort IV 255
Zum Vergleich: “Dieses Product der reinen Vernunft in ihrem transscendenten Gebrauch ist das merkwürdigste Phänomen derselben, welches auch unter allen am kräftigsten wirkt, die Philosophie aus ihrem dogmatischen Schlummer zu erwecken und sie zu dem schweren Geschäfte der Kritik der Vernunft selbst zu bewegen.” Prolegomena, §50 II. Kosmologische Ideen, IV 338
"Es ist niemals zu spät, vernünftig und weise zu werden; es ist aber jederzeit schwerer, wenn die Einsicht spät kommt, sie in Gang zu bringen."
Prolegomena, Vorwort IV 256
"Endlich müssen wir nach einer richtigen Maxime der Naturphilosophie uns aller Erklärung der Natureinrichtung, die aus dem Willen eines höchsten Wesens gezogen worden, enthalten, weil dieses nicht mehr Naturphilosophie ist, sondern ein Geständnis, daß es damit bei uns zu Ende gehe."
Prolegomena, §44
"Wenn Einsicht und Wissenschaft auf die Neige gehen, alsdann und nicht eher sich auf den gemeinen Menschenverstand zu berufen, das ist eine von den subtilen Erfindungen neuerer Zeiten, dabei es der schalste Schwätzer mit dem gründlichsten Kopfe getrost aufnehmen und es mit ihm aushalten kann. So lange aber noch ein kleiner Rest von Einsicht da ist, wird man sich wohl hüten, diese Nothhülfe zu ergreifen. Und beim Lichte besehen, ist diese Appellation nichts anders als eine Berufung auf das Urtheil der Menge; ein Zuklatschen, über das der Philosoph erröthet, der populäre Witzling aber triumphirt und trotzig thut."
Prolegomena, Einleitung
... um den Krieg (diese Geisel des menschlichen Geschlechts) ja nicht aufhören zu lassen, der, ob er gleich nicht so unheilbar böse ist, als das Grab der allgemeinen Alleinherrschaft (oder auch ein Völkerbund, um die Despotie in keinem Staate abkommen zu lassen), doch, wie ein Alter sagte, mehr böse Menschen macht, als er deren wegnimmt.
Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft>, 1793
Kant entlarvte nicht nur alle Gottesbeweise als unschlüssig, er erteilte auch allen (angeblichen) Göttererscheinungen eine Abfuhr.

„Denn wenn Gott zum Menschen wirklich spräche, so kann dieser doch niemals wissen, daß es Gott sei, der zu ihm spricht. Es ist schlechterdings unmöglich, daß der Mensch durch seine Sinne den Unendlichen fassen, ihn von Sinnenwesen unterscheiden und ihn woran kennen solle. – Daß es aber nicht Gott sein könne, dessen Stimme er zu hören glaubt, davon kann er sich wohl in einigen Fällen überzeugen; denn wenn das, was ihm durch sie geboten wird, dem moralischen Gesetz zuwider ist, so mag die Erscheinung ihm noch so majestätisch und die ganze Natur überschreitend dünken: er muß sie doch für Täuschung halten.“

In einer Fussnote zog Kant auch gleich die Konsequenz zu Abrahams angeblicher Gotteserscheinung:
„Zum Beispiel kann die Mythe von dem Opfer dienen, das Abraham auf göttlichen Befehl durch Abschlachtung und Verbrennung seines einzigen Sohnes (das arme Kind trug unwissend noch das Holz hinzu) - bringen wollte. Abraham hätte auf diese vermeinte göttliche Stimme antworten müssen: »Daß ich meinen guten Sohn nicht tödten solle, ist ganz gewiß; daß aber du, der du mir erscheinst, Gott sei, davon bin ich nicht gewiß und kann es auch nicht werden«, wenn sie auch vom (sichtbaren) Himmel herabschallte.“
Der Streit der Fakultäten, 1798, Kapitel „Friedensabschluß und Beilegung des Streits der Facultäten“
„... der Krieg (der Quell aller Übel und Verderbniß der Sitten)“
Der Streit der Facultäten, 1798
»Stehende Heere (miles perpetuus) sollen mit der Zeit ganz aufhören.«
» ... wozu kommt, daß, zum Töten oder getötet zu werden in Sold genommen zu sein, einen Gebrauch von Menschen als bloßen Maschinen und Werkzeugen in der Hand eines Andern (des Staats) zu enthalten scheint, der sich nicht wohl mit dem Rechte der Menschheit in unserer eigenen Person vereinigen läßt.«
Zum ewigen Frieden. Erster Abschnitt, welcher die Präliminarartikel zum ewigen Frieden unter Staaten enthält.
"To the student weaned on Hume or Bertrand Russell, Kant is nigh on indigestible."
Robert Paul Wolff. The Autonomy of Reason. New York, 1973. 28-29

"Any list of the great philosophers has to include Kant."
Ralph C. S. Walker. Kant. The Arguments of the Philosophers. London, 1978
kantAnfang

ZKant
Email zurück zur Homepage eine Stufe zurück
© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 12.2.2012