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Bibel
Allgemeine Anmerkungen zur Bibel
Die Bibel ist ein gewalttätiges und widersprüchliches Buch
Was folgt daraus? Daß man gut tut, Handschuhe anzuziehn, wenn man das Neue Testament liest.”
Friedrich Nietzsche: Der Antichrist #46
„... ist das Neue Testament jugendfrei? Das müsste eigentlich auch verboten werden und darf nicht in die Hände von Kindern kommen.” Robert Spaemann, Spaemann"Alle dürfen mehr als der Papst", Welt Online, 30.9.2011
“Wer sich über die Bibel nicht empört, kennt sie nicht.”
Franz Buggle, Psychologe, Bibelkritiker
„... für einen Nicht-Gläubigen besteht etwa zwischen einem Märchenbuch und der Heiligen Schrift einer bestimmten Religion kein prinzipieller Unterschied.”
Edgar Morscher: "Das Basis-Problem in der Theologie", S.348.
In: Erika Weinzierl, Hg.: Der Modernismus. Beiträge zu seiner Erforschung. Graz: Styria, 1974. S. 331-368.

Bibel LinksBibel LiteraturBibel Widersprüche in der Bibel
Die Bibel, das Buch der Bücher
Die Bibel gilt als Buch der Bücher. Der Ursprung dieser Auszeichnung ist mir bekannt. Folgende Rechtfertigung dafür kann man feststellen:
  • Die Bibel gilt – in verschiedener Zusammensetzung (jede Kirche kanonisierte andere Bücher, mit einer grossen Schnittmenge) – vielen Christen als "Heiliges Buch"
  • Vielen Gläubigen ist sie Norm und Maßstab für Tun und Handeln
  • Es ist das am häufigsten übersetzte Buch
  • Es ist der größte Bestseller der Weltliteratur
Allerdings
  • bedauern beispielsweise die Autoren Christoph Dohmen und Thomas Hieke, dass die Bibel zwar in Millionen Haushalten und Hotelzimmern vorrätig ist, dass sie aber droht zum Buch ohne Leser zu werden: den Menschen des 21. Jahrhunderts fehlt der Zugang zu dieser Büchersammlung (siehe Bibel Literatur).
  • behauptet Gerard Encausse aka Papus, dass das Tarot Kartenspiel über allen "Bibeln" der Weltreligionen (gemeint sie die jeweiligen Heiligen Schriften) steht.
    Es sei die Bibel der Bibeln:
    „... das Kartenspiel mit dem Namen Tarot, das die Zigeuner besitzen, ist die Bibel der Bibeln, das Buch des Thoth, des Hermes Trismegistos, des dreimal Großen, das Buch Adams, das Buch der Offenbarung über den Ursprung der ältesten Zivilisationen.“
    S. 9, in: Papus: Der Tarot der Zigeuner. Der absolute Schlüssel zur Geheimwissenschaft (siehe Bibel Literatur).

Die Bibel enthält viele grausame Szenen und brutale Anweisungen, beispielsweise zur Prügelstrafe (Bibel Zitate Bibel) und Gebote zur Steinigung (Bibel Biblische Bestrafung: Steinigung).
“Im ersten Teil demonstriere ich durch Zitate, dass die Bibel, die ,Heilige Schrift‘, ,Gottes Wort‘, ein zutiefst gewalttätig- inhumanes Buch ist, völlig ungeeignet als Grundlage einer heute verantwortbaren Ethik.”
Franz Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann. Eine Streitschrift. Reinbek: Rowohlt, 1997, S. II, Buchvorsatz
“Wer gewaltbereit ist und Legitimation in der Bibel sucht, wird fündig.” Fürwahr.
“Ja, die Geschichtsbücher der Bibel sind voller Gewalt.” Richtig, jedoch nicht nur die Geschichtsbücher.
“Doch fast immer steht Gott auf der Seite der Gedemütigten und Unterdrückten”.
Das ist sehr einseitig gesehen. Sehr oft befiehlt Gott Krieg und Totschlag. Die so Befohlenen führen dies erfolgreich aus: das zeigt, dass es eher nicht die Gedemütigten und Unterdrückten waren, auf deren Seite Gott stand.
Alle Zitate aus: Burkhard Weitz: "Macht der Glaube an Gott gewalttätig?", Chrismon - Das evangelische Magazin 10/2011, S. 21
Folgerichtig war katholischen Laien die Lektüre der Bibel bis ins 20. Jahrhundert verboten. Nur mit kirchlicher Erlaubnis war die Lektüre erlaubt. Teile der Bibel standen sogar auf dem "Index librorum prohibitorum".
BibelverbotBibelverbotBibelverbotBibelrezeption und Zensur im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
Sogar Christen – oft mit dem Text der Bibel nicht so vertraut – merken das und fragen z.B. bei chrismon. Das evangelische Magazin nach.
Antwort Burkhard Weitz (2010): "religion für einsteiger", chrismon 11, S. 24:
  1. Die Bibel ist eine Sammlung fehlbarer menschlicher Autoren.
  2. Nur weil es in der Bibel steht, soll man einer Aufforderung nicht folgen.
  3. Die Forderung, seinen Sohn und andere Menschen brutal zu schlagen (Sprüche 13,24; 29,15; 29,17; Jesus Sirach 30,1; 30,2) soll man nicht folgen.
  4. Andere Passagen der Bibel sagen etwas anderes.
Soweit die Argumentation dieser Auslegungsinstanz. Sie läßt den aufmerksamen Christen ratlos.
  • Wenn es widersprüchliche Anweisungen in der Bibel gibt (was offensichtlich der Fall ist): wie soll man entscheiden, welche man zur Richtschnur nimmt? Beim Vatikan, Wachturm oder chrismon nachfragen?
  • Im Vatikan, beim Wachturm oder bei chrismon sind fehlbare Menschen. Warum soll man denen mehr vertrauen als den Autoren der Bibel?
  • Wenn man den Aufforderungen der Bibel nicht unbedingt folgen soll, was ist dann mit den Zehn Geboten oder anderen Geboten, sowohl im AT als auch NT?
  • Wie können sich die Christen dann rühmend auf Bibelstellen berufen, beispielsweise auf :
    „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst", Lev 19,18, wenn man ebenso wie Weitz (siehe oben) argumentieren kann:
    (1) Die Bibel ist eine Sammlung fehlbarer menschlicher Autoren.
    (2) Nur weil es in der Bibel steht, soll man der Nächstenliebe nicht folgen.
    (3) Andere Passagen der Bibel sagen etwas anderes.
Für Katholiken wird es noch enger. Das 2. Vatikanisches Konzil straft die Apologeten und Ausflüchte suchenden Gläubigen Lügen. Es verkündete verbindlich:
“Das von Gott Geoffenbarte, das in der Heiligen Schrift enthalten ist und vorliegt, ist unter dem Anhauch des Heiligen Geistes aufgezeichnet worden; denn aufgrund apostolischen Glaubens gelten unserer heiligen Mutter, der Kirche, die Bücher des Alten wie des Neuen Testamentes in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen als heilig und kanonisch, weil sie, unter der Einwirkung des Heiligen Geistes geschrieben (vgl. Joh 20,31; 2 Tim 3,16; 2 Petr 1,19-21; 3,15-16), Gott zum Urheber haben und als solche der Kirche übergeben sind. [...]
Da also alles, was die inspirierten Verfasser oder Hagiographen aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt zu gelten hat, ist von den Büchern der Schrift zu bekennen, daß sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren, die Gott um unseres Heiles willen in heiligen Schriften aufgezeichnet haben wollte.”
Man lese nach unter: 2. Vatikanisches Konzil: Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung "Dei Verbum": Konzil3. Kapitel: Die göttliche Inspiration und die Auslegung der Heiligen Schrift
Nochmals zum Mitdenken: Die Bücher des Alten + Neuen Testamentes sind “in ihrer Ganzheit mit allen ihren Teilen als heilig und kanonisch”. Alles was darin steht ist “sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit”.
Die Bibel ist sparsam im Wortschatz. Das AT kommt mit 7.600 Worten aus, das NT sogar mit nur 5000 Worten. “Gottes Wort sah also arm, ja debil aus neben den Errungenschaften deer Menschen, dem üppig blühenden Wortschatz griechisch-römischer Hochkultur ...”, S. 22-23.
Ulrich Holbein: "Wortschwall und Wortarmut. Wie der Wortschatzder Menschehit gewaltig anwuchs und dann wieder arg ausdünnte: Naturhistorische Dimensionen beim Worterwerb". aviso. Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst in Bayern, 2/2011, S. 20-25
“Wenn man mit nüchternem Blick und ohne jede Wundergläubigkeit an die Schriften der christlichen Bibel herangeht, muss man feststellen: Diese Texte sind von Menschenhand entstanden. Natürlich kann man, wie es einige konservative Christen bis heute tun, trotzdem eine wie auch immer geartete Eingebung der biblischen Schriften durch Gott annehmen.“
Reinhard Mawick: "Religion-für-Einsteiger". Chrismon 5. 2008, S. 23
Die Bibel ist ein “zutiefst gewalttätig-inhumanes Buch”
“Im ersten Teil demonstriere ich durch Zitate, dass die Bibel, die ,Heilige Schrift‘, ,Gottes Wort‘, ein zutiefst gewalttätig-inhumanes Buch ist, völlig ungeeignet als Grundlage einer heute verantwortbaren Ethik.”
Franz Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann, S. II, Buchvorsatz – BuggleFranz Buggle
Eugen Drewermann (bibel Zitate Drewermann), Kirchenkritiker und ehemaliger Priester, stimmte zu, dass die Bibel vor Gewalt nur so strotze.
“Pshaw!” she exclaimed. “Don't blandish me with Scripture”,
The Confessions of Nat Turner, S. 325; styron Rezension
Entmythologisierung des Neuen Testaments
„Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben. Und wer meint, es für seine Person tun zu können, muß sich klar machen, daß er, wenn er das für die Haltung des christlichen Glaubens erklärt, damit die christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und unmöglich macht.“
S. 18, Rudolf Bultmann (1941): Neues Testament und Mythologie, zitiert nach BultmannRudolf Bultmann.
Die Bibel ist eine Sammlung von Schriften mit heterogenem Charakter. Sie ist inkonsistent und strotz voller Widersprüche. Das wundert nicht, wenn man Entstehungszeitraum und -geschichte kennt. Es wundert nur, dass es Leute gibt, die sich daraus etwas herausklauben und es zur Richtschnur ihres Lebens machen. Andrere klauben sich anderes heraus und steinigen oder ermorden Ungläubige, wieder andere ...
Fazit
Vier Evangelienschreiber verkünden in einem der wichtigsten Kapiteln (Auferstehung) Gegensätzliches.
Links
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Literatur
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Bibel BibelDie Bibel: Einheitsübersetzung von Bischöfe Deutschlands und Österreichs und der Bistümer Bozen-Brixen und Lüttich. Freiburg: Herder, 1999. Gebunden, 1472 Seiten Urban
Martin Urban: Die Bibel. Eine Biographie. Berlin: Galiani, 2009. Gebunden, 304 Seiten Bibel
Becher BibelViktor Becher: Die Bibel für Atheisten: Das Alte Testament gekürzt und wissenschaftlich kommentiert. Books on Demand, 2013. Taschenbuch, 268 Seiten Becher
Viktor Becher: Zusammenfassung der Bibel: Eine spannende Kurzfassung der Bibel aus atheistischer Sicht. CreateSpace Independent, 2013. Taschenbuch, 276 Seiten Bibel
Deschner BibelKarlheinz Deschner: Der gefälschte Glaube: Eine kritische Betrachtung kirchlicher Lehren und ihrer historischen Hintergründe. Knesebeck, 2004. Gebunden, 279 Seiten Dohmen
Christoph Dohmen, Thomas Hieke: Das Buch der Bücher: Die Bibel - Eine Einführung. Topos Plus, 2007. Broschiert, 208 SeitenBibel
Klosterhalfen
Wolfgang Klosterhalfen: Reimbibel: Heitere Aufklärung über das "Buch der Bücher". Books on Demand, 2012. Broschiert, 324 Seiten Klosterhalfen
KlosterhalfenReimbibel
Lehner BibelJohannes Maria Lehner: Das Kreuz mit der Bibel: Das Buch der Bücher im Licht von Wissenschaft, Vernunft und Moral. Books on Demand, 2008. Broschiert, 280 Seiten

Nürnberger BibelChristian Nürnberger: Die Bibel: Was man wirklich wissen muss. Berlin: rororo, 2006. Taschenbuch, 224 Seiten Papus
Gerard Encausse aka Papus: Tarot der Zigeuner. Der absolute Schlüssel zur Geheimwissenschaft [Le Tarot des Bohemiens - le plus ancien livre du monde, 1889]  Agnes Klein, Übs. München: Ludwig, 1999. Gebunden, 312 Seiten Bibel
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 27.9.2014