|
Widersprüche
in der Bibel Hier folgen nur ein paar Beispiele für Widersprüche innerhalb der Bibel und zu externen Quellen – |
| Die Bibel ist eine Sammlung von Schriften mit heterogenem Charakter. Sie ist inkonsistent und strotz voller Widersprüche. Das wundert nicht, wenn man Entstehungszeitraum und -geschichte kennt. Es wundert nur, dass es Leute gibt, die sich daraus etwas herausklauben und es zur Richtschnur ihres Lebens machen. Andrere klauben sich anderes heraus und steinigen oder ermorden Ungläubige, wieder andere ... |
| Blinder
Bettler Bartimäus |
| Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und
einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße
ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte,
dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab
Erbarmen mit mir! Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen.
Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg. Mk 10, 46-52 |
| Als sie Jericho verließen, folgte ihm eine große Zahl
von Menschen. An der Straße aber saßen zwei Blinde, und als
sie hörten, dass Jesus vorbeikam, riefen sie laut: Herr, Sohn Davids,
hab Erbarmen mit uns! Die Leute aber wurden ärgerlich und
befahlen ihnen zu schweigen. Sie aber schrien noch lauter: Herr, Sohn
Davids, hab Erbarmen mit uns! Jesus blieb stehen, rief sie zu sich und sagte: Was soll ich euch tun? Sie antworteten: Herr, wir möchten, dass unsere Augen geöffnet werden. Da hatte Jesus Mitleid mit ihnen und berührte ihre Augen. Im gleichen Augenblick konnten sie wieder sehen, und sie folgten ihm. Mt 20, 29-34 |
| Markus berichtet von einem Blinden und nennt seinen
Namen: Bartimäus. Das bedeutet bereits Sohn des Timäus (aramäisch „bar“
= Sohn). Es wird unnötig verdoppelt mit dem Zusatz: „ der Sohn des
Timäus“. Verstörend ist auch, dass Jesus nicht begreift, was der blinde
Bettler will: „Was soll ich dir tun?“ fragt er. Er will entweder sehen
oder ein Almosen oder beides. Ebenso verstörend ist, dass Jesus sagt: „Geh!“ (Markus), „Sehe wieder!“ wäre angebracht. All dies sind Widersprüche oder Ungereimtheiten über die man grosszügig hinwegsehen kann. |
| Jesus ist
kein Sohn Davids Gravierender ist der folgende Fehler oder Widerspruch (je nach Interpretation). Bartimäus nennt Jesus zweimal „Sohn Davids“ und glaubt das offensichtlich. Das ist völlig falsch, da nach Auffassung der allermeisten Christen Jesus nicht von Josef (dessen Abstammung auf David zurückgeführt wird) gezeugt wurde. Maria, Josef und Jesus leben in einer heute so typischen Patchwork-Familie. Jesus ist daher kein „Sohn Davids“. Der Glaube Bartimäus, dass Jesus ein Sohn Davids wäre ist also falsch. Nun, da Bartimäus nicht sehen kann, kann er Jesus nicht sehen und ist eh verunderlich, dass er ihn beim Namen anspricht. Vielleicht sagt ihm jemand, dass Jesus vorbeikomme und dazu noch die Unwahrheit, dass Jesus ein Sohn Davids wäre. Grosszügig sieht Jesus darüber hinweg, macht ihn sehend, denn „ Dein Glaube hat dir geholfen“. Man kann also Falsches glauben und aufgrund dessen Heilung erwarten und erhalten. |
|
|
| Ein
weiteres Beispiel für strotzende
Widersprüche Matthäus: “Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.” Mt 28,1 Zwei Frauen gehen zum Grab. Síe trafen dort einen Engel, der sogar zu ihnen redete. “... denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.” Mt 28,2 Der Stein war also noch vor dem Grab, erst der Engel wälzte ihn weg. Sie “eilten voll Furcht und großer Freude” vom Grabe weg. Mt 28,8 Markus: “Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.” Mk 16, 1-2 Drei Frauen gehen zum Grab. “... sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war”. Mk 16,5 Der Stein war schon weg! Im Grab (es war also nicht leer!) sahen sie “einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war” Mk 16, 5 “Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt.” Mk 16, 5 Lukas: Am Grabe: “Es waren Maria Magdalene, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus; auch die übrigen Frauen, die bei ihnen waren, erzählten es den Aposteln.” Lk 24,10 Es waren also fünf Frauen oder mehr. Bei ihnen war der Stein ebenso schon weg: “Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. Während sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen.” Lk 24,2-4 Reaktion diesmal: “Die Frauen erschraken”, nichts mit grosser Freude wie bei Matthäus. Johannes: “Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.” Joh 20, 1 Eine (1) Frau geht zum Grab. Sie holte Petrus und einen anderen Jünger. Diese gingen ins Grab und sahen im Grab: Leinenbinden und das Schweißtuch. Joh 20, 2-8 Und sonst nichts? Anscheinend übersahen Petrus und die anderen Jünger zwei Engel im Grabe: “Da sah sie [= Maria] zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.” Joh 20,12 Kann man transzendente Wesen in weißen Gewändern (!) wirklich übersehen? |
| Fazit Vier Evangelienschreiber verkünden in einem der wichtigsten Kapiteln (Auferstehung) Gegensätzliches. |
| Links |
| Die Bibel: |
| Literatur |
| Bei Amazon nachschauen | Bei Amazon nachschauen | |
![]() |
![]() |
|
| Martin
Urban: Die Bibel. Eine Biographie. Berlin: Galiani,
2009. Gebunden, 304 Seiten |
||