| Horaz (lateinisch Quintus Horatius Flaccus), 8.12.65 Venusia (Venosa) in Apulien 27.11.8 Rom |
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| Ein etwas dümmlicher Spruch, aus den
Zeitumständen her verständlich: "Dulce et decorum est pro patria mori: Mors et fugacem persequitur virum, Nec parcit inbellis iuventae Poplitibus timidoque tergo." Carmina III, 2, 13-16 Süß und ehrenvoll ist es für das Vaterland zu sterben der Tod verfolgt auch den Fliehenden Erbarmt sich nicht der scheuen Jugend, Schont nicht den Rücken und nicht den feigen Rücken. |
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Vielfach zitiert, z.B. in den beiden
letzten Zeilen des Gedichts "Dulce et Decorum Est":
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| "corruptus vanis rerum, quia veneat auro rara avis et picta pandat spectacula cauda" Sermones II, 2, 25-26 "Der Schein betört dich, da der seltene Vogel nur für Gold zu haben ist und mit seinem bunten, gespreizten Schweif ein prächtiges Schaupspiel bietet". Vergleiche |
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| Patrick
Süskind zitiert in Das Parfum ( |
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| Est modus in rebus, sunt certi denique fines, quos ultra citraque nequit consistere rectum. Horaz: Sermones I, 1, 106-07 Es gibt ein rechtes Maß in allen Dingen, kurz, es gibt feste Grenzen Und diesseits wie jenseits liegt das Unhaltbare. Ein Teil dieser Zeilen bildet das Motiv in |
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| quodsi me lyricis
vatibus inseres, sublimi feriam sidera vertice. Carmina Liber I, 1, 35 Wenn du mich in die Schar der Dichter und Seher einreihst Zu den Sternen empor hebt sich dann mein Haupt. |
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| "diffugiunt cadis cum faece siccatis
amici" Carmina Liber I, 35,26 Wenn bis zur Hefe sie geleert das Faß, dann fliehn die Freunde ODER Sind die Krüge erst leer, so fliehn mit dem Rest die Freunde. Übertragen: "Nobody wants you, when you're down and out" Verwandte Sprüchwörter sind: "Freunde in der Not, gehen zwanzig auf ein Lot." Das ist auch mit 100 und 1000 bekannt. "Denn es sind viele Freunde, solange sie es genießen können; aber in der Not halten sie es nicht." (Sirach 6,8). "Solang dir's wohl geht, so ist er dein Geselle, und lebt in deinem Hause, als wäre er auch Hausherr; geht dir's aber übel, so steht er wider dich, und läßt sich nirgend finden." (Sirach 6,11-12) "A friend in need is a friend indeed" englisches Sprichwort |
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| "odi profanum volgos et
arceo" Carmina Liber III, 1,1; auch zitiert mit "odi profanum vulgos et arceo". Ich hasse das gewöhnlich Volk und halte es fern; Übersetzung: Wilhelm Schöne: "Hinweg, unheilger Pöbel!" Diese Horaz-Zeile ist offensichtlich das Motto vieler deutscher Politiker. |
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| Misce stultitiam consiliis
brevem: Dulce est desipere in loco. Carmina Liber IV, 12, 27-28 Drum, solang es vergönnt, mische mit Lust den Ernst: Süß ist Leichtsinn am rechten Ort! oder auch: Misch auch ein wenig Torheit unter deine Besonnenheit. Süß ist's zur rechten Zeit zu tollen. Von Eduard Mörike in Mozart auf der Reise nach Prag zitiert; |
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| "Quot capita, tot sensus"
(Wieviele Köpfe, soviele Ansichten) ist eine vereinfachte Wiedergabe
von: "quot capitum vivunt, totidem studiorum" Sermones II, 1, 27 |
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| "Iliacos intra muros peccatur et extra." Epistulae I, 2, 16 Inner- und außerhalb der Mauern Trojas wird gefrevelt. |
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| "Nil admirari prope res est una, Numici, solaque, quae possit facere et servare beatum." Epistulae I,6,1 Nichts anstaunen: dies ist das einzige, mein Numicius, das allein kann glücklich machen und erhalten. Das "nichts anstaunen" wird im Sinne von "sich nicht überraschen lassen", "nicht zuviel erwarten" verwendet. Auf die Spitze trieb es wohl |
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| "Dimidium facti, qui coepit, habet: sapere
aude" Epistulae I, 2, 40 Frisch begonnen ist halb gewonnen. Entschließ dich zur Weisheit oder Die Hälfte der Tat hat, wer begonnen hat. Wage es, Vernunft zu üben. Vergleiche: |
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| "Si
quid novisti rectius istis, candidus imperti; si nil, his utere mecum." Epistulae 1, 6, 67 Wenn du etwas Besseres weißt als jenes, so teile es mir redlich mit; wenn nicht, so folge mir. |
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| "Beatus ille qui procul
negotiis" Epodon Liber 2,1 Glücklich ist, wer fern von den Geschäften. |
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| "Carpe diem quam minimum credula postero." Carmina Liber I 11 Genieße den Tag, verlaß dich möglichst wenig auf den folgenden. |
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| Ille terrarum mihi
praeter omnis Angulus ridet Carmina Liber II 6,13 Jeder Winkel lächelt mir vor allen (anderen) auf der Erde zu oder Lacht mir doch kein Winkel der Welt wie dieser |
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| "Si fractus inlabatur
orbis, / Inpavidum ferient ruinae." Carmina Liber III 3 Selbst wenn der Weltbau in sich einstürzt / Treffen die Trümmer noch einen Unerschrocken. |
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| "Exegi
monumentum aere perennius." Carmina Liber III,30,1 Ich habe mir ein Denkmal gesetzt, dauerhafter als Erz. "Non omnis moriar multaque pars mei - Vitabit Libitinam: ..." Carmina Liber III,30,6 Ich werde nicht gänzlich sterben, über das Grab hinaus - Bleibt mein edleres Ich. |
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| Spectatum admissi risum teneatis,
amici? De arte poetica, 5 Zur Schau zugelassen, könntet ihr, Freunde, anders als Lachen? |
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| pictoribus atque
poetis quidlibet audendi semper fuit aequa potestas. De arte poetica, 9-10 Malern und Dichtern war es stets erlaubt zu wagen, was immer beliebt. Man sollte Horaz folgen, dagegen ut pictura poesis wie ein Gemälde, so auch ein Gedicht. De arte poetica, 361 Horaz meinte, wie bei einem Gemälde Licht und Stimmung zur Rezeption beitragen, so ist auch die Gedichtaufnahme von Stimmung, Vortrag usw. abhängig. Aus diesem Abschnitt Horaz' soll das Sprichwort "Repetitio est mater studiorum" "Wiederholung ist die Mutter der Studien" abgeleitet sein. |
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| Denique sit
quodvis, simplex dumtaxat et unum. De arte poetica, 23 Abschliessend: erschaffe, was du willst, nur sei es stimmig und eigen. |
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| "Usus
tryannus" die Macht der Gewohnheit Der Gebrauch entscheidet (wie ein Tyrann) darüber, was richtig und falsch ist. Diese knappste Zusammenfassung der Pragmatik geht auf Horaz (und Herodot, der sich auf Pindar beruft) zurück. Ludwig Wittgenstein (Zitate Ludwig Wittgenstein) hätte daran seine Freude gehabt. quae nun sunt in honore vocabula, si volet usus, quem penes arbitrium est et ius et norma loquendi. De arte poetica, 71-72 "was jetzt an Worten in Geltung ist, wie es der Brauch ist: er gibt Gesetz, Entscheid und Richtschnur für die Sprachbenutzung" |
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| Herodot
(Geschichte 3, 38): "Pindar scheint mir in seinem Dichten recht zu
haben, wenn er sagt: »Die Herkunft ist König über alle«"
und (7, 104): "über ihnen steht nämlich als Despot das Gesetz (zu
siegen oder zu sterben)". |
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| "Parturient montes, nascetur ridiculus mus."
De arte poetica, 139 Gebirge wollen gebären, und nur eine lächerliche Maus wird hervorgebracht. Man soll Werke oder taten nicht allzu prahlerisch ankündigen. |
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| Das formte Martin Luther um zu: "Die Berge gehen schwanger und
wird eine Maus draus" und dies wurde sprichwörtlich zu "Berge
kreißen, doch sieh: heraus kriecht ein winziges Mäuslein" |
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| "Quandoque bonus dormitat Homerus." De arte poetica 359 Manchmal schläft (auch) der gute Homer. Man muß nicht alles, nur weil es von Homer stammt, für genial halten. |
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| angewandt auf
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| Zitate
über Horaz "Nicht anders erging es mir bei der ersten Berührung mit Horaz. Bis heute habe ich an keinem Dichter dasselbe artistische Entzücken gehabt, das mir von Anfang an eine Horazische Ode gab. In gewissen Sprachen ist das, was heir erreicht ist, nicht einmal zu wollen. Dies Mosaik von Worten, wo jedes Wort als Klang, als Ort, als Begriff, nach rechts und links und über das Ganze hin seine Kraft ausströmt, dies Minimum in Umfang und Zahl der Zeichen dies damit erzielte Maximum in der Energie der Zeichen das alles ist römisch und, wenn man mir glauben will, vornehm par excellence. Der ganze Rest der Posie wird dagegen etwas zu Populäres eine bloße Gefühls-Geschwätzigkeit." Friedrich Nietzsche. Götzendämmerung. Was ich den Alten verdanke. |
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