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Seneca
Zitate von Lucius Annaeus Seneca d. J.
4 v.Chr. Corduba – 65 n.Chr. Rom; römischer Dichter und Philosoph – seneca Lucius Annaeus Seneca d. J.
“Non quia difficilia sunt non audemus, sed quia non audemus difficilia sunt.”
"Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer"
Epistulae Morales ad Lucilium (Briefe an Lucilius über Moral) – Sen. epist. 104,26; vergl. seneca Shakespeare
"Religion gilt dem gemeinen Mann als wahr,
dem Weisen als falsch und dem Herrscher als nützlich."
Für konkrete Quellenhinweise bin ich dankbar.
"Nemo sibi tantummodo errat, sed alieni erroris et causa et auctor est"
Niemand irrt nur für sich allein, sondern er ist auch Grund und Urheber fremden Irrtums.
De vita beata - Vom glückseligen Leben I. 4.

"homo sum, humani nil [nihil] a me alienum puto"
siehe seneca Zitate Cicero
Wie lange ich lebe, hängt nicht von mir ab. Dass ich aber wirklich lebe, solange ich bin, das hängt von mir ab. (unbekannte Quelle; wird noch herausgefunden)
Fata volentem ducunt, nolentem trahunt.
aus einem Brief von Seneca; "Den Willigen führt, den Unwilligen treibt das Schicksal". Allerdings wird der Satz auch Kleanthes von Assos (331-233), Nachfolger von Stoa-Begründer Zenon aus Kition als Schulleiter in Athen in einem "Hymnus an Zeus" an zeus zugeschrieben.
“Nihil ergo magis praestandum est, quam ne pecorum ritu sequamur antecedentium gregem, pergentes non quo eundum est, sed quo itur. Atqui nulla res nos maioribus malis implicat, quam quod ad rumorem componimur, optima rati ea, quae magno adsensu recepta sunt quodque exempla nobis multa sunt, nec ad rationem sed ad similitudinem vivimus.”
Folgen wir nicht, wie das Herdenvieh, der Schar der Vorangehenden! Wandern wir nicht, wo gegangen wird, anstatt auf dem Wege, den man gehen soll! Nichts bringt uns in größere Übel, als wenn wir uns nach dem Gerede der Leute richten, für das Beste halten, was allgemein angenommen wird, nicht nach Vernunftgründen, sondern nach Beispielen leben.
De vita beata, I, 3
Vergleiche: "Two roads diverged in a wood, and I—
I took the one less traveled by,
And that has made all the difference."
Schluß des Gedichts "The Road Not Taken" von Robert Frost (1874–1963)

“Quam magnus mirantium tam magnus invidentium populus est.”
So viele Bewunderer, so viele Neider. [ausnahmsweise ist die deutsche Übersetzung kürzer!]
De vita beata, II, 4
“Ergo exeundum ad libertatem est. Hanc non alia res tribuit quam fortunae neglegentia.”
Daher muß man sich zur Freiheit durchringen. Diese erreicht man durch nichts anders als durch Gleichgültigkeit gegen das Schicksal.
[Vergleiche: Freedom's just another word for nothing left to loose. Janis Joplin: Freiheit Freiheit und Abhängigkeit]
De vita beata, IV, 4

“Vixi et quem dederat cursum fortuna peregi.”
"Ich habe gelebt und bin konsequent den Weg, den das Schicksal mir bestimmt hat, zu Ende gegangen."
"Nun denn, ich habe gelebt und die Bahn des Schicksals vollendet."
Hier zitiert Seneca in De vita beata, XIX, 1 Vergil
Vergleiche: "He was born, he suffered and he died" seneca William Faulkner. Knight's Gambit
“Turpe est aliud loqui, aliud sentire.”
Epistulae morales 24,19
Es ist schändlich etwas anderes zu sagen, als man denkt.
“Patet omnibus veritas; nondum est occupata.”
Epistulae morales 33,11
Die Wahrheit steht allen offen; sie ist noch nicht eingenommen worden.
“Aequo animo audienda sunt imperitorum convicia.”
Epistulae morales 76,4
Die Schmähungen der Einfältigen (die Vorwürfe Unkundiger) muß man sich mit Gleichmut anhören.
“Non vitae, sed scholae discimus.”
Epistulae morales 106,12
Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir. – Dies wird meist umgekehrt zitiert. Ein treffendes Beispiel, wie die antiken Klassiker vermurkst werden.
“Exigua pars est vitae qua vivimus. Ceterum quidem omne spatium non vita sed tempus est.”
De brevitate vitae, II 2
Ein kleiner Teil des Lebens ist es, während dessen wir leben. Die übrige Spanne insgesamt allerdings ist nicht Leben, sondern einfach Zeit.
Über Wohltaten: “Non respondeant potius quam non dentur”
Epistulae morales ad Lucilium X.81
Lieber sollen sie nicht erwidert als nicht erwiesen werden.
“Quosdam, cum in consummationem dignitatis per mille indignitates erepsissent, misera subiit cogitatio laborasse ipsos in titulum sepulcri.”
De brevitate vitae, XX-1
Manche, nachdem sie zur vollen Höhe ihrer Würde tausend Unwürdigkeiten durchkrochen hatten, kamen an die trübe Überlegung, sie hätten sich abgemüht für eine Grabinschrift.
“Recte facti fecisse merces est.”
Epistulae morales ad Lucilium X.81
Der Ertrag einer richtigen Tat besteht darin, sie getan zu haben.
“Soli omnium otiosi sunt qui sapientiae vacant, soli vivunt.”
De brevitate vitae, XIV 1
Einzig von allen sind der Muße hingegeben, die für Philosophie Zeit haben, sie allein leben.
 

Seneca
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 14.9.2008