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Leo Tolstoi
Leo Tolstoi
Lew Nikolajewitsch Tolstoi, 9.9.1828 Jasnaja Poljana (bei Tula) – 20.11.1910 Astapowo (Gebiet Lipezk)
Rezension Anna Karenina
Alle nachfolgenden Zitate aus Anna Karenina. München: Artemis & Winkler, 1994
"Ihre Tränen sind – nichts als Wasser!" Darja Alexandrowna, S. 20
"Während die Landbewohner sich möglichst schnell satt essen, um wieder an die Arbeit zu gehen zu können, suchen wir den Genuß der Mahlzeit möglichst lange hinzuziehen, indem wir Austern essen." Konstantin Lewin, S.48-49
"Er wird selbstverständlich von der Polizei verfolgt, weil er kein Schweinehund ist." Nikolaj Lewin, S.109
"Ich weiß, daß er alle Anstrengungen macht, um das bestehende Übel zu rechtfertigen."
Nikolaj Lewin, S.111
"Zu Gast zu sein ist gut, aber zu Hause ist es noch besser" Konstantin Lewin, S.117
"[...] einfach junge Leute, die gut gefrühstückt haben." "...die kräftig getrunken haben also ..." S.160
In der ersten Zeit nach seiner Heimkehr aus Moskau fuhr Lewin jedesmal zusammen und errötete, wenn er sich der beschämenden Zurückweisung seines Heiratsantrags erinnerte. Aber er sagte sich: Ebenso bin ich zusammengezuckt und rot geworden und habe alles für verloren angesehen, als ich in Physik eine Fünf erhielt und in der Klasse sitzenblieb. Und ebenso habe ich gemeint, daß alles aus sei, als ich einen mir von meiner Schwester anvertrauten Auftrag verpfuscht hatte. Und jetzt? Jahre sind darüber vergangen, und wenn ich daran zurückdenke, wundere ich mich, daß ich mich darüber so grämen konnte. So wird es wohl auch mit diesem Kummer geschehen. Die Zeit wird vergehen, und es wird mir gleichgültig werden. (S. 185)
"Vielleicht bin ich deshalb glücklich, weil ich mich über das freue, was ich habe und mich nicht über das gräme, was mir unerreichabr ist", sagte Lewin im Gedanken an Kitty. (S. 199)
"Er angelte gern und war geradezu stolz darauf, eine so stumpfsinnige Beschäftigung zu lieben" (S.293).
"Ich kann nicht päpstlicher sein als der Papst."
Fürstin Twerskaja, S. 358 tolstoi Päpstlicher als der Papst
"Alle diese Vorschriften widersprachen möglicherweise der gesunden Vernunft und der Moral, aber sie waren unumstößlich." Überlegung Wronskijs, S. 368
"Ich arbeite, ich möchte etwas schaffen, aber ich habe vollkommen vergessen, daß eines Tages der Tod kommt und alles zu Ende ist" Konstantin Lewin, S. 422
"Die Antworten auf alle Fragen wurden tadellos formuliert und konnten in keiner Weise angezweifelt werden, weil sie nicht auf der immer Irrtümern unterworfenen menschlichen Vernunft, sondern auf behördlicher Weisheit beruhten." S. 447
»Aber die Frage ist die«, unterbrach ihn Peszow mit seinem Baß, der immer bestrebt war, das große Wort zu führen und seine ganze Seele in das, was er vorbrachte, hineinzulegen, »was man eigentlich unter höherer Kultur versteht. Der Engländer, der Franzose, der Deutsche - wer von ihnen steht auf einer höheren Entwicklungsstufe und ist befähigt, dem anderen seine Kultur aufzuzwingen? – S.466; vergleiche Leo Tolstoi Deutsche Leitkultur
"Aber einem unzufriedenen Menschen fällt es schwer, nicht jemand anderen, vor allem den, der ihm am nächsten steht, für seine Mißstimmung verantowrtlich zu machen" S. 583.
"Wer die Vollkommenheit anstrebt, wird immer unzufrieden sein" Arsenijs Frau, S.815.
"Wir wurden in den Hinterzimmern versteckt, während die Eltern sich in den Paraderäumen aufhielten. Aber jetzt herrscht das umgekehrte Extrem: die Eltern in die Rumpelkammer und die Kinder in die Prunkgemächer! Für die Eltern geschieht nichts, für die Kinder alles" Arsenijs Frau zum Generationenkonflikt um 1870, S.815.
"Es gibt keine Verhältnisse, an die sich der Mensch nicht schließlich gewöhnt, besonders wenn er sieht, daß alle, die ihn umgeben, das gleiche Leben führen" S. 842.
"Kann man denn einem anderen überhaupt klarmachen, was man fühlt?" Anna Karenina, S. 905
Wenn er [Lewin] in den Sinn langwieriger und komplizierter Definitionen schwieriger Begriffe wie Geist, Wille, Freiheit, Substanz oder anderer Rätsel einzudringen versuchte, die ihm die Philosophen aufgaben, glaubte er allmählich weiterzukommen. Aber sobald er von diesen verwickelten Gedankengängen abwich und sich vom wirklichen Leben her eine Lösung suchte, die ihn hätte befriedigen können, brach das kunstvolle Ideengebäude wie ein Kartenhaus zusammen. – S. 940
"In der endlosen Zeit, im unendlichen Raum bildet sich ein kleiner Organismus, ein Bläschen, das sich kurze Zeit hält, um sich dann aufzulösen, und dieses Bläschen bin ich." Lewin, S. 941

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