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Loewy
Ernst Loewy
1920 Krefeld – 17.9.2002 Frankfurt am Main; Literaturwissenschaftler, Medienhistoriker, Exilforscher
loewy Rezension: Literatur unterm Hakenkreuz
"Der Ungeist wurde weder mit der »Machtübernahme« der Nationalsozialisten geboren, noch verschwand er mit dem unseligen Ende des »Tausendjährigen Reiches«" (S. 12).
"Aus dem Besitz oder Nichtbesitz des Parteiabzeichens allein lassen sich keine Schlüsse ziehen; unter denen, die es trugen, waren Autoren, deren literarische Produkte weniger enragiert erscheinen als die mancher parteilosen Mitläufer" (S. 15).
"Gewiß gebührt jedem, der sich ohne völlige Preisgabe seiner selbst aus dem Dilemma herauszuwinden suchte, das ihm nur die Wahl zwischen totalem Schreibverbot und partieller Unterwerfung ließ, das Verständnis einer Nachwelt, die es besser hat. Wenig Verständnis indessen verdienen jene apologetischen Versuche von Autoren und Literaturbeflissenen, all das als »innere Emigration« zu bezeichnen, was zu irgendeinem Zeitpunkt im Nazi-Reich einmal aufgemuckt, sich über irgendein Detail mit den zuständigen Kulturfunktionären gestritten oder kurz vor oder gar erst nach dem Zusammenbruch des NS-Regieures sich die ersten Gedanken über sein Wesen gemacht hat. Auch das Bemühen, innere Emigration und geistigen Widerstand auf eine und dieselbe Stufe zu stellen, kann nicht unwidersprochen hingenommen werden. Gewiß, es hat auch wirklichen Widerstand, allerdings nur von einer verschwindend kleinen Anzahl deutscher Schriftsteller im Reich, gegeben." (S. 28-29).
Literatur unterm Hakenkreuz. Das Dritte Reich und seine Dichtung. Eine Dokumentation. Frankfurt am Main: Hain, 1990 [1966]

Loewy
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 27.10.2004