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Zitate von Friedrich von Schiller
Zitate von Friedrich von Schiller
10.11. 1759 Marbach am Neckar – 9.5. 1805 Weimar – schiller Autor Friedrich von Schiller
Kopernikanische Wende und wissenschaftliche Welterkenntnis
Wo jetzt nur, wie unsre Weisen sagen,
Seelenlos ein Feuerball sich dreht,
Lenkte damals seinen goldnen Wagen
Helios in stiller Majestät.
Aus: "Die Götter Griechenlands"
Diese Verse könnten dazu verleiten (worauf auch heute noch viele hereinfallen), abzuleiten, dass zur Glanzzeit Athens ("damals") tatsächlich statt eines "Feuerballs" Helios seinen Wagen lenkte.
Der beste Staat
»Woran erkenn' ich den besten Staat?« Woran du die beste
Frau kennst – daran, mein Freund, daß man von Beiden nicht spricht.
    „Ein alter Weiser hat es empfunden, und es liegt in dem viel bedeutenden Ausdrucke versteckt: sapere aude!
    Erkühne dich, weise zu sein. Energie des Mutes gehört dazu, die Hindernisse zu bekämpfen, welche sowohl die Trägheit der Natur als die Feigheit des Herzens der Belehrung entgegensetzen.“
Über die ästhetische Erziehung des Menschen, Achter Brief; vergleiche schiller Horaz und schiller Kant.
"Der Mensch bedarf des Menschen sehr
Zu seinem großen Ziele,
Nur in dem Ganzen wirket er"

So läßt Schiller Gedicht "Die Weltweisen" die Professoren Puffendorf und Feder vom Katheder sprechen.
Vergleiche schiller Wilhelm von Humboldt zu diesem Thema
[Karl Moor:] "Menschen - Menschen! falsche, heuchlerische Krokodilbrut!", Die Räuber
"Ein Mensch, der stiehlt, würde demnach für jede poetische Darstellung von ernsthaftem Inhalt ein höchst verwerfliches Objekt sein. Wird aber dieser Mensch zugleich Mörder, so ist er zwar moralisch noch viel verwerflicher, aber ästhetisch wird er dadurch wieder um einen Grad brauchbarer."
Friedrich Schiller: Gedanken über den Gebrauch des Gemeinen und Niedrigen in der Kunst
schiller online Projekt Gutenberg
"Stünde einmal, wie für die übrigen Reiche der Natur, auch für das Menschengeschlecht ein Linnäus auf, welcher nach Trieben und Neigungen klassifizierte, wie sehr würde man erstaunen, wenn man so manchen, dessen Laster in einer engen bürgerlichen Sphäre und in der schmalen Umzäumung der Gesetze jetzt ersticken muß, mit dem Ungeheuer Borgia in einer Ordnung beisammen fände."
"Ihn überrascht es nun nicht mehr, in dem nämlichen Beete, wo sonst überall heilsame Kräuter blühen, auch den giftigen Schierling gedeihen zu sehen, Weisheit und Torheit, Laster und Tugend in einer Wiege beisammen zu finden. "
"... eine weite Aussicht ist zwiefache Hölle für einen Gefangenen."
"Ich brauchte keine gute Eigenschaft mehr, weil man keine mehr bei mir vermutete."
Vergleiche dazu: schiller "Ist der Ruf erst ruiniert, lebste nachher ungeniert"
Alle obigen Zitate aus: "Der Verbrecher aus verlorener Ehre. Eine wahre Geschichte"
Mitten in einem geräuschvollen Gewühle von Menschen ging er einsam; in seine eigene Phantasiewelt verschlossen, war er sehr oft ein Fremdling in der wirklichen. Der Geisterseher
"Wollen Sie lieber ein Wunder glauben, als eine Unwahrscheinlichkeit zugeben? lieber die Kräfte der Natur umstürzen, als eine künstliche und weniger gewöhnliche Kombination dieser Kräfte sich gefallen lassen?" Der Prinz in: Der Geisterseher
"Umsonst versuch ich, es Ihnen zu beschreiben. Ich kannte keine Schönheit vor diesem Augenblick." Civitella über den Anblick einer Frau in: Der Geisterseher
"... was hat der Mensch dem Menschen Größeres zu geben als Wahrheit?"
"Darum kein unversöhnlicherer Feind, kein neidischer Amtsgehilfe, kein bereitwilligerer Ketzermacher als der Brotgelehrte. Je weniger seine Kenntniss durch sich selbst ihn belohnen, desto größere Vergeltung heischt er von außen."
"Feind heißt ihm alles, was neu ist, und wehe dem Fremdling, den das Ungewitter an seine Küste schleudert! Kein wirtlicher Herd wird ihm rauchen, kein süßes Gastrecht ihn erfreuen."
"Ein großer Schritt zur Veredlung ist geschehen, daß die Gesetze tugendhaft sind, wenn auch gleich noch nicht die Menschen."
"Selbst in den alltäglichsten Verrichtungen des bürgerlichen Lebens können wir es nicht vermeiden, die Schuldner vergangener Jahrhunderte zu werden."
Akademische Antrittsrede Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? 26. Mai 1789, Jena.
Nicht was lebendig, kraftvoll sich verkündigt,
Ist das gefährlich Furchtbare.
Das ganz Gemeine ists, das ewig Gestrige,
Was immer war und immer wiederkehrt,
Und morgen gilt, weils heute hat gegolten!

Wallenstein in Wallensteins Tod, I, 4 – revisionismus Revisionismus
Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt,
Schwankt sein Charakterbild in der Geschichte;
Doch euren Augen soll ihn jetzt die Kunst,
Auch eurem Herzen menschlich näher bringen.
Denn jedes Äußerste führt sie, die alles
Begrenzt und bindet, zur Natur zurück,
Sie sieht den Menschen in des Lebens Drang
Und wälzt die größte Hälfte seiner Schuld
Den unglückseligen Gestirnen zu.
Wallensteins Lager. Prolog. – Interessant (und Ursache vielen schulischen Gelächters) ist Schillers Teilung in ungleiche Hälften!
Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
Man sieht nur Herren und Knechte,
Die Falschheit herrschet, die Hinterlist
Bei dem feigen Menschengeschlechte.
Wallensteins Lager. I, 11
Gewissensskrupel
Gerne dien ich den Freunden, doch tu ich es leider mit Neigung,
Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.
[ein Seitenhieb auf Kants Moral]
Entscheidung
Da ist kein anderer Rat! Du mußt suchen, sie zu verachten,
Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Phlicht dir gebeut.
[noch ein Seitenhieb auf Kants Moral]
Kant und seine Ausleger
Wie doch ein einziger Reicher so viele Bettler in Nahrung
Setzt! Wenn die Könige baun, haben die Kärrner zu tun.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.
Freiheit und Gleichheit! hört man schallen,
Der ruhge Bürger greift zur Wehr,
Die Straßen füllen sich, die Hallen,
Und Würgerbanden ziehn umher,
Da werden Weiber zu Hyänen
Und treiben mit Entsetzen Scherz,
Noch zuckend, mit des Panthers Zähnen,
Zerreißen sie des Feindes Herz.
Nichts Heiliges ist mehr, es lösen
Sich alle Bande frommer Scheu,
Der Gute räumt den Platz dem Bösen,
Und alle Laster walten frei.
Gefährlich ists, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.
Weh denen, die dem Ewigblinden
Des Lichtes Himmelsfackel leihn!
Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
Und äschert Städt und Länder ein.
Die Glocke, vollständig unter Glocken- und KunstgiessereiFulgura frangoDas Lied von der Glocke
Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,
Und neues Leben blüht aus den Ruinen.

Attinghausen in Wilhelm Tell, IV, 2
Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben,
Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.

Tell in Wilhelm Tell, IV, 3
"Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen."
Mohr von Tunis in Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, III 4
"Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens."
Talbot in Die Jungfrau von Orleans, II 6
zitiert in W. Somerset Maugham. "The Door of Opportunity", Collected Short Stories, Volume 2, S. 420
"Bald ist’s vorüber, und der Erde geb’ ich,
Der ew’gen Sonne die Atome wieder,
Die sich zu Schmerz und Lust in mir gefügt –
Und von dem mächt’gen Talbot, der die Welt
Mit seinem Kriegsruhm füllte, bleibt nichts übrig,
Als eine Handvoll leichten Staubs. So geht

Der Mensch zu Ende – und die einzige
Ausbeute, die wir aus dem Kampf des Lebens
Wegtragen, ist die Einsicht in das Nichts,
Und herzliche Verachtung alles dessen,
Was uns erhaben schien und wünschenswert. –"
Talbot in Die Jungfrau von Orleans, III 6
Gebietet Eurem wild empörten Blut,
Bezwingt des Herzens Bitterkeit! Es bringt
Nicht gute Frucht, wenn Haß dem Haß begegnet.

Georg Talbot, Graf von Shrewsbury, in Maria Stuart, III, 3
 

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 10.1.2007