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Bavariam
Extra Bavariam nulla vita, et si vita, non est ita
»Außerhalb von Bayern gibt's kein Leben. Und wenn doch, dann kein solches.« – bayern Literatur
Der Ursprung des "Extra Bavariam ..." ist mir unbekannt. Hans F. Nöhbauer. Die Bajuwaren. München 1979, zitiert den Spruch und setzt hinzu: "(Alte Inschrift)" (S. 111).
In der Form: "Extra Bavariam non est vita et si est vita non est ita." steht der Spruch auf der Straßenfront der Estinger Schloßkapelle, gemalt von dem Olchinger Lüftlmaler Karl Sonner (14. 4. 1889, München – 28. 9. 1970, Schönbrunn bei Dachau) um 1925, der dort einen Zyklus von Wandmalereien an der Außenwand malte. Der Spruch umrandet das baierische Banner, das ein rotbärtiger Soldat seinem Landesherrn vorausträgt. (Max Emanuel, der häufig im Schloß als Jagdgast weilte?).
Esting Esting Esting Straßenfront der Estinger Schloßkapelle, Ende 2010
Esting Esting Esting Malerei an der Estinger Schloßkapelle, Ende 2010
© HeubeckDr. med. Peter Heubeck, 82140 Olching; mit freundlicher Genehmigung
Stefan Merkle, Altphilologe an der LMU München, erklärte in einem Vortrag Ende November 2010, dass der Spruch “Extra Bavariam” ursprünglich in Ungarn aufkam, dort natürlich mit “extra pannonium”.
Extra Der Spruch befindet sich auch auf einer Tafel an einem Haus in Tutzing am Starnberger See.
Ich danke E.W. für diesen Hinweis und das Foto.
Schloßkapelle Esting
estingGeschichte der Gemeinde Olching mit Foto vom SchloßestingEstingschlosskapelleGeschichte Estings
schlosskapelleOlching, Wikipedia mit Foto vom Schloß
1666 geweiht (andere Quelle: 1599)
1704 während des Spanischen Erbfolgekrieges 1704 verwüsteten Truppen des Duke of Marlborough das Dorf und brannten das Schloß des Kaufmanns Johannes Senser nieder. 1764 nach Zerstörung durch die Engländer wiederhergestellt [*].
18. Jahrhundert. Ziel einer regionalen Wallfahrt.
Eigentümlicher Bau, die gebogene Längsachse folgt der Straßenführung. Im westlichen Flügel Gartentor und Wohnungen; an der Straßenseite Blendnischen, die teilweise bemalt sind.
Georg Dehio, Ernst Gall. Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Oberbayern. München 1964.
[*] Hier vermute ich: zerstört durch die Engländer und nicht: durch die Engländer wiederhergestellt :-)
Gelegentlich findet man den Spruch in der oben genannten Form "Extra Bavariam non est vita et si est vita non est ita" dem Vater der bayerischen Geschichtsschreibung Aventinus (Johannes Turmair) [4.7.1477 Abensberg (Niederbayern) – 9.1.1534 Regensburg], zugeschrieben.
Am 4.12.2004 wurde mir mitgeteilt, der Spruch befände sich im Kloster Tegernsee und stamme aus dem 10. Jahrhundert. Einzelheiten oder Quelle zu Aventinus weiterhin unbekannt.
Bekannt ist der Spruch am Eingang des Göttinger Ratskellers für die Stadt Göttingen
"Extra Gottingam non est vita, si est vita non est ita!"
Außerhalb Göttingens kann man nicht leben, wenn aber doch, dann nicht so gut!
Vermutlicher Autor: August Ludwig von Schlözer (1769-1809 Göttingen), Publizist und Historiker.
GöttingenAbriss der Stadtgeschichte Göttingens
Vielleicht gehen die Sprüche auf bavaria "Salus extra ecclesiam non est" von Cyprianus zurück, das als Anti-Toleranzgebot bavaria "Extra ecclesiam nulla salus" bekannt wurde.
Vergleiche dazu: bavaria Liberalitas Bavariae
»D' Welt muaß boarisch bleibn, – sinst is's ja nimmer schee!« bavaria Lena Christ. Rumplhanni.
»Lieber in Baiern ein Abt, als da droben ein Bischof.« Abt Godehard aus Niederaltaich (Niederbayern), als ihm der Kaiser 1022 das Bistum Hildesheim anbot.
Hans F. Nöhbauer. Die Bajuwaren. München 1979, S.112
Literatur – Dazu ist dieses wissenschaftliche Werk zur Lektüre zu empfehlen.
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mccormack BayernR. W. B. McCormack. Tief in Bayern. Eine Ethnographie München: Goldmann, 2002. Taschenbuch, 285 Seiten McCormack
R. W. B. McCormack. Tief in Bayern. Eine Ethnographie. Frankfurt am Main: Eichborn, 2002. 5., erw. u. aktual. Aufl. Gebunden, 270 SeitenBayern
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