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Ulrich Beck Wolf Lepenies Dietrich Schwanitz Heinz Schlaffer
Deutschsprachige Professoren und Dozenten sprechen ...
Dies sind keine offiziellen Webauftritts der Professoren
Wolfgang Abendroth – Theodor W. Adorno – Ulrich Beck – Reinhard Brandt – Ulrich Charpa – Karl Homann – Uwe-K. Ketelsen – Wolf Lepenies – Otto Molerus – Armin Nassehi – Julian Nida-Rümelin – Dieter Oberndörfer – Norbert Oellers – Anton Pindel – Ernst Pöppel – Peter Reichel – Heinz Schlaffer – Dietrich Schwanitz – Christoph Türcke – Thomas Zoglauer
Wolfgang Abendroth
2.5.1906 Elberfeld (heute Wuppertal) – 15.9.1985 Frankfurt am Main; Professor in Jena, seit 1951 in Marburg
"Die schlimmste Belastung, welche man an der Universität zu jener Zeit mit sich herumtrug, war die, gegen den Faschismus gekämpft zu haben." Zur Situation an deutschen Universitäten nach 1945, als die 1933 erfolgte „Reinigung“ der deutschen Justiz und Rechtswissenschaft nicht rückgängig gemacht wurde. Im Gegenteil: Die wenigen Zurückgekehrten bekamen ihre Unerwünschtheit oftmals zu spüren.
abendrothDie Vertreibung der Rechtskultur aus Deutschland und die Folgen
Ulrich Beck
Professor für Soziologie, München
"Man nehme einen Begriff, der verheißungsvoll funkelt, zum Beispiel »Demokratie«, »Frieden«, »Innovation«, »Bildung« und unterlege ihn mit der Gegenbedeutung. Auf diese Weise wird ein neuer Machtraum eröffnet, indem schizophrene Denkweisen und Handlungsformen etabliert werden."
In: "Orwell lässt grüßen - »Rückschritt ist Innovation«, SZ 16.1.2004, S. 11. beck Politiker-Deutsch für Fortgeschrittene
"Wer als Regierungschef das Wort »alternativlos« in den Mund nimmt, hat Politik abgeschafft und er zeigt zugleich, wie schlimm es um ihn steht, da er zum Strohhalm der Notwendigkeit greifen muss."
Kurz vor der Bundestagswahl 1998 verschickte Gerhard Schröder persönliche Briefe an seine Fans, Kritiker und Unentschlossene. Ein Jahr danach antworten die Empfänger im SZ-Magazin 42, 22.10.99
Reinhard Brandt
* 10. 4. 1937 Gladebrügge-Bad Segeberg (Holstein); Professor für Philosophie in Marburg, Emeritus
"Die Abwendung von der Folter und die Ächtung der Grausamkeit gegen Menschen (zunächst nicht gegen Tiere) sind eine Folge der Aufklärung und der durch sie verbreiteten Ideen der Menschenwürde und der Menschenrechte. Erst die Aufklärung verbietet jede Erniedrigung des Menschen zu einer bloßen Sache. Erst nach der Aufklärung gibt es die heute verbreitete Empörung über die zugefügten Schmerzen und Erniedrigungen.", SZ 18.5.2004, S.13
Ulrich Charpa
* 1952, Privatdozent, Lehrbeauftragter für Philosophie
"Durch das Abholzen der tropischen Regenwälder gehen wöchentlich mehr Spezies unwiederbringlich verloren, als Aristoteles überhaupt kannte."
Aristoteles, 23
"Wenn wir alles unterließen, was wir nicht vollenden können, hätte die Menschheit nicht viel vorzuweisen."
Aristoteles, 25
Karl Homann
Professor für Wirtschaftsethik an der LMU München
SZ: Sollten wir also den Wettbewerb abschaffen?
“Karl Marx hat diesen Schluss gezogen. Ich sage dagegen: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, ist die soziale Marktwirtschaft die effizienteste Form der Caritas, die die Weltgeschichte bisher gesehen hat. Ihr verdanken wir breiten Massenwohlstand.” SZ-Interview, 24.12.2002, S.25
Muhammad Sven Kalisch
Professor für islamische Theologie, Universität Münster
"Religionen sind wie Krücken. Sie sind nützlich und gut, aber man muss lernen, sich von ihnen zu emanzipieren." Die Zeit, Nr.41, 1.10.2008, S. 41
Uwe-K. Ketelsen
Professor in Bochum
"Einen Bäcker, der nicht nur schmackhaftes Brot herstellt sondern damit auch zu Geld kommt, loben wir: einen Autor dagegen, der beliebte Bücher schreibt und damit sich und den Seinen ein einträgliches Auskommen erwirtschaftet, beäugen wir mißtrauisch; Deutsche lieben die schwer verdaulichen und möglichst armen »Dichter«"
"Wilhelm Jensen – oder der Typus des Berufsschriftstellers in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts". S.32. In: Jahrbuch der Raabe-Gesellschaft. S. 28-42.
Wolf Lepenies
* 1941, seit 1986 Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Professor für Soziologie an der Freien Universität Berlin
Und ich glaube auch, es wäre die Haltung falsch – von jedem – der behauptet, er kenne jetzt einen Wertekosmos oder eine Werteskala und die müsse man sozusagen den Leuten einbläuen ...
Interview im 3sat, 27.10.2000
Otto Molerus
Emeritierter Professor der Universität Erlangen-Nürnberg; vorher seit 1968 Inhaber des Lehrstuhls für Mechanische Verfahrenstechnik; Ernest-Solvay-Preis 2002; * 18.6.1934
"Der mündige Bürger sollte deshalb den politisch motivierten Feindbildern sein eigenes entgegensetzen: das des inkompetenen Ministers. Beispiele gibt es genug, etwa (in alphabetischer Reihenfolge) Thomas Goppel, Werner Schnappauf, Manfred Stolpe." Leserbrief, SZ 20.1.2004, S. 34
Goppel Lügen Thomas GoppelGoppel Zitate Thomas GoppelSchnappauf Lügen Werner Schnappauf – zu Stolpe siehe Stolpe Lkw Maut
Armin Nassehi
Professor für Soziologie an der Universität München
Es wird letztlich alles getan, um die Universitäten möglichst unattraktiv zu machen – unattraktiv als Ort, an dem man Karrieren machen kann, unattraktiv als Lernort, unattraktiv als Ort der Gelehrsamkeit. [...]
All das ist ebenso skandalös, wie es der Logik des Politischen entspricht, Entscheidungsfähigkeit zu simulieren. Nicht einmal der Lüge angesichts der Versprechungen im Wahlkampf kann man Stoiber bezichtigen, denn letztlich werden all die Streichungen und Grausamkeiten mit den gleichen Begründungen versehen, mit denen man im Wahlkampf noch den Eindruck vermitteln konnte, gerade universitäre Lehre und Forschung entziehe sich den kameralistischen Knappheitsszenarien.
"Eine bayerische Katastrophe. Stoibers ruinöse Bildungspolitik", SZ 18.11.2003
Julian Nida-Rümelin
“Wir haben in Deutschland eine ungute Tradition, die diese ethische Kompetenz in erster Linie Theologen, Vertretern von Kirchen oder Umwelt und Tierschutzverbänden zuweist. Ich habe mich 2001 dafür eingesetzt, dass der Nationale Ethikrat vorrangig mit Fachleuten besetzt wird, um eine sachliche Diskussion zu ermöglichen, also mit medizinischen Praktikern, Juristen und Philosophen.” (S. 59)
Was ist denn das Ziel menschlichen Handelns?
“Viele Menschen suchen offenkundig Rat, der häufig von zweifelhafter Beratungsliteratur befriedigt wird, ob zur Esoterik oder zum Selbstmanagement. Das zeigt eigentlich, dass die Philosophie in den letzten Jahrhunderten einen Bereich leichtfertig aufgegeben hat, nämlich die philosophische Praxis.” (S. 60) "»Uns bleiben die unlösbaren Probleme« – Der Münchener Philosoph Julian Nida-Rümelin über das Wesen der Philosophie, die Fortschritte der Ideen sowie die wieder gewonnene Relevanz der Disziplin für Wissenschaft und Gesellschaft" Interview mit Julian Nida-Rümelin in Spektrum der Wissenschaft, 3, 2011, S. 56-61
"Bildung ist das, was bleibt, wenn man alles vergessen hat!"
Dieter Oberndörfer
* 1929, Prof. em. an der Universität Freiburg
Oberndörfer Rezension: Deutschland in der AbseitsfalleOberndörfer Die Behandlung von Ausländern ist eine Schande für Deutschland
"Im völkischen Kulturverständnis sind nur die Kulturtraditionen des eigenen Volkes legitim. Das Fremde ist per definitionem illegitim, es muss abgewehrt oder ausgeschieden werden. Die in der Abstammungsgemeinschaft gewachsene nationale kulturelle Identität ist Sinnerfüllung und Endbahnhof der Geschichte" (S. 18).
"Diese dem Nationalismus inhärente Aufteilung der Menschheit in das gute eigene Kollektiv und die weniger wertvollen »anderen« scheint eine anthropologische Konstante zu sein" (S. 32).
"Der Mensch wird als vernunftbegabtes moralisches Wesen gesehen. Daher ist ein vernünftiger und moralischer Diskurs auch zwischen Menschen verschiedener Kulturen möglich" (S. 34).
"Die Polemik gegen den Multikulturalismus ist gewollt oder ungewollt geistige Brandstiftung mit gefährlichen Folgen und Bundesgenossen. Sie grenzt aus und spaltet" (S. 47).
"Der Holocaust wuchs auf dem Kultursockel einer christlich geprägten Gesellschaft" (S. 56).
"Aus ihren Vorstellungen von der christlich-humanistischen Leitkultur haben die Innenminister Otto Schily und Günther Beckstein andere Konsequenzen für die Abschiebung von Flüchtlingen gezogen als viele Vertreter der Kirchen. Wer kann oder darf den Inhalt und die Konsequenzen der christlich-humanistischen Leitkultur verbindlich für alle definieren? Es gibt dafür im demokratischen Verfassungsstaat glücklicherweise keine staatliche Instanz" (S. 57).
Alle Zitate aus: Deutschland in der Abseitsfalle. Poltische Kultur in Zeiten der Globalisierung. Freiburg: Herder, 2005. Oberndörfer Rezension: Deutschland in der Abseitsfalle
Norbert Oellers
* 1936, Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Köln, München und Bonn; Professor em. für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Bonn
"Gegen den Ernst des Lebens gibt es kein Rettungsmittel als die Kunst." SZ, 6.5.2005, S. 3
Zum Schillerjahr 2005: "Geschäftigkeit. Ein Strohfeuer. Und 2006 wird man den Namen Schiller dann wieder buchstabieren müssen." SZ, 6.5.2005, S. 3
Anton Pindel
Professor in Weihenstephen (im Web nicht gefunden; Existenz nur laut Audimax 5/2004)
»Jeder Tag ohne Bier ist ein Gesundheitsrisiko«
Audimax 05/2004, S. 16; Pindelonline
Ernst Pöppel
Geschäftsführender Vorstand des Humanwissenschaftlichen Zentrums HWZ der LMU München, Ordinarius für Medizinische Psychologie
"Eine Universität ist der Ort, wo sich das Universum des Wissens vereint. Verzichtet die Universität auf diesen Anspruch, verdient sie ihren Namen nicht. Wird von anderen dieser Anspruch in Frage gestellt, muss er mit aller Kraft verteidigt werden."
Einsichten. Forschung an der Ludwig-Maximilians-Universität, 1/2004, S. 3
Peter Reichel
Professor für Politische Wissenschaft an der Universität Hamburg
"Hitler ist zu den Deutschen von außen gekommen. Und von außen ist er ihnen auch wieder genommen worden. Wirklich befreit haben wir uns nicht von ihm."
Tribüne 43.172 (2004). S.56
Heinz Schlaffer
* 1939, Professor für Literaturwissenschaft an der Universität Stuttgart
"Viel wird geforscht, wenig gelesen" (18).
"Der Verfasser hält es mit der radikalen Aufklärung: Jede Religion ist ein Irrtum, aber ein folgenreicher Irrtum. Zu dessen - seltenen - guten Folgen gehört das Beste an der deutschen Literatur. Man kann sich der Folgen erfreuen, ohne deren Ursachen zu verehren" (21).
"Lesenwerte Dichtung geht nicht aus der Erfüllung von Vorschriften hervor, sondern aus ihrer unerwarteten Durchbrechung" (40).
schlaffer Die kurze Geschichte der deutschen Literatur
Dietrich Schwanitz
Autor der Romane Der Campus und Der Zirkel – † vor dem 22.12.2004 Hartheim bei Freiburg
"Nach diesem denkwürdigen Junitag von 1914 hat Deutschland in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts solch einen Veitstanz aufgeführt, daß es schließlich in einen Blutrausch verfiel. Danach wurde es von seinen Bezwingern wegen verminderter Zurechnungsfähigkeit entmündigt und für über 40 Jahre unter psychiatrische Aufsicht gestellt. Erst vor zehn Jahren, 1989, wurde es wegen guter Führung entlassen."
Unicum 5/99, Seite 12
Bassam Tibi
* 4. April 1944 in Damaskus; deutscher Politikwissenschaftler. Prof. emeritus; zuletzt Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Göttingen – TibiBassam TibiTibiWikipedia
“Und an welchem Klischee ist etwas dran?”
Bassam Tibi: “An der deutschen Engstirnigkeit und an der Unfähigkeit, mit Fremden umzugehen.”
“Was könnten die Deutschen von anderen nationen lernen?”
Bassam Tibi: “Ihren Horizont zu erweitern und in Bürgern nicht ethnisch deutscher Herkunft gleichwertige Menschen zu sehen.”
Reader's Digest Deutschland August 2009, S. 168 – Tibi Ausländer & Minderheiten in D, Schwerpunkt Bayern
Christoph Türcke
* 1948 u.a. Professor für Philosophie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig
"Wenn man sich auf »westliche Werte« ebenso versteift wie der Fundamentalismus auf heilige Schriften, dann verhält man sich nicht nur wie er, man gerät auch ins Hintertreffen."
Fundamentalismus - maskierter Nihilismus, S. 10
"Die Bereitschaft, andere Meinungen zu dulden, hört nämlich spätestens dort auf, wo jemand erklärt, er halte nichts von Toleranz." – Fundamentalismus - maskierter Nihilismus, S. 11
"Wo immer das Christentum durch die Gunst der historischen Umstände in die Rolle des Siegers geriet, zeigte es eine signifikante Neigung, sich für die Niedrigkeit und Armseligkeit seiner Anfänge zu entschädigen: es den Juden heimzuzahlen, dass sie Christus zur Kreuzigung ausgelieferten; den Heiden, dass sie die Christen verfolgten; den Ketzern, dass sie von der Wahrheit abfielen. Cogite intrare (» nötige sie, einzutreten«), lautet Augustins berühmte Formulierung gegen die Donatisten, eine abweichende christliche Richtung, die ihr eigensinniges Sakramentsverständnis durch gutes Zureden nicht auf die orthodoxe Hauptlinie bringen lassen wollte. Kaum dass das Christentum zur Staatsreligion avanciert war, wird auch schon die Aufforderung zur Zwangsbekehrung der Ungläubigen ausgesprochen um ihres Seelenheils willen, versteht sich." – Fundamentalismus - maskierter Nihilismus, S. 93
Fundamentalismus Rezension zu Fundamentalismus - maskierter Nihilismusaugustinus Zitate Augustinus
Thomas Zoglauer
* 30.11.1960 Remseck-Neckarrems; Dozent an der Brandenburgischen TU Cottbus
"Die Zuflucht zu Gott ist eine schlechte ad-hoc-Hypothese, mit der man alles erklären kann, die aber empirisch nicht überprüfbar ist." Geist und Gehirn. Göttingen 1998. S. 75
 

Ulrich Beck Wolf Lepenies Dietrich Schwanitz Heinz Schlaffer
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 17.4.2011