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Zitate Max Planck Albert Einstein
Zitate von Physikern des 20. Jahrhunderts
Niels Bohr – Paul Dirac – Albert Einstein – Henning Genz – Werner Heisenberg – Leopold Infeld – Ernst Mach – Julius Robert Oppenheimer – Abraham Pais – Max Planck – Steven Weinberg – Norbert Wiener – Anton Zeilinger
Niels Henrik David Bohr
7.10. 1885 Kopenhagen – 18.11. 1962 Kopenhagen; dänischer Physiker, 1922 Nobelpreis für Physik
"Anyone who is not shocked by quantum theory hasn't understood it."
Die Quelle ist mir nicht bekannt.
"Ich kann mit den religiösen Mythen grundsätzlich nichts anfangen, schon weil sich die Mythen der verschiedenen Religionen widersprechen. Es ist doch reiner Zufall, daß ich hier in Europa und nicht in Asien geboren bin, und davon kann doch nicht abhängen, was wahr ist, also auch nicht, was ich glauben soll. Ich kann doch nur glauben, was wahr ist." S. 280.
Zitiert nach Werner Heisenberg: "Positivismus, Metaphysik und Religion" 1952, in: Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik. München: Piper, 1969. S. 279–295.
Paul Adrien Maurice Dirac
8.8. 1902 Bristol – 20.10. 1984 Tallahassee (Florida); britischer Physiker
1933 Nobelpreis für Physik zusammen mit Erwin Schrödinger
"Wenn man ehrlich ist – und das muß man als Naturwissenschaftler doch vor allem sein – muß man zugeben, daß in der Religion lauter falsche Behauptungen ausgesprochen werden, für die es in der Wirklichkeit keinerlei Rechtfertigung gibt. Schon der Begriff »Gott« ist doch ein Produkt der menschlichen Phantasie. Man kann verstehen, daß primitive Völker, die der Übermacht der Naturkräfte mehr ausgesetzt waren als wir jetzt, aus Angst diese Kräfte personifiziert haben und so auf den Begriff der Gottheit gekommen sind. Aber in unserer Welt, in der wir die Naturzusammenhänge durchschauen, haben wir solche Vorstellungen doch nicht mehr nötig. Ich kann nicht erkennen, daß die Annahme der Existenz eines allmächtigen Gottes uns irgendwie weiterhilft. Wohl aber kann ich einsehen, daß diese Annahme zu unsinnigen Fragestellungen führt, zum Beispiel zu der Frage, warum Gott Unglück und Ungerechtigkeit in unserer Welt, die Unterdrückung der Armen durch die Reichen und all das andere Schreckliche zugelassen hat, das er doch verhindern könnte. Wenn in unserer Zeit noch Religion gelehrt wird, so hat das doch offenbar nicht den Grund, daß diese Vorstellungen uns noch überzeugten, sondern es steckt der Wunsch dahinter, das Volk, die einfachen Menschen zu beschwichtigen. Ruhige Menschen sind einfacher zu regieren als unruhige und unzufriedene. Sie sind auch leichter auszunützen oder auszubeuten. Die Religion ist eine Art Opium, das man dem Volk gewährt, um es in glückliche Wunschträume zu wiegen und damit über die Ungerechtigkeit zu trösten, die ihm widerfährt. Daher kommt auch das Bündnis der beiden großen politischen Mächte Staat und Kirche so leicht zustande. Beide brauchen die Illusion, daß ein gütiger Gott, wenn nicht auf Erden, so doch im Himmel die belohnt, die sich nicht gegen die Ungerechtigkeit aufgelehnt, die ruhig und geduldig ihre Pflicht getan haben. Ehrlich zu sagen, daß dieser Gott nur ein Produkt der menschlichen Phantasie ist, muß natürlich als schlimmste Todsünde gelten." S. 120-121
"Ich kann mit den religiösen Mythen grundsätzlich nichts anfangen, schon weil sich die Mythen der verschiedenen Religionen widersprechen. Es ist doch reiner Zufall, daß ich hier in Europa und nicht in Asien geboren bin, und davon kann doch nicht abhängen, was wahr ist, also auch nicht, was ich glauben soll. Ich kann doch nur glauben, was wahr ist." S. 121
Beides zitiert nach Werner Heisenberg: "Erste Gespräche über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion" 1927, in: Der Teil und das Ganze. Gespräche im Umkreis der Atomphysik. München: Piper, 1969. S. 116–130.
Henning Genz
Physiker, Universität Karlsruhe, Institut für Theoretische Teilchenphysik –
henning genz Rezension: Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen
"Unsere besten naturwissenschaftlichen Theorien liefern die jeweils bestmöglichen Erklärungen für Abläufe, und wenn aus diesen Erklärungen Vorhersagen über die Zukunft folgen, haben wir das bestmögliche Recht zu der Erwartung, daß diese Vorhersagen eintreffen werden. ... Ohne Verständnis kann es kein berechtigtes »weil« geben" S. 46.
"Wenn Begriffen einer Theorie auch keine Dinge im landläufigen Sinn zugeordnet werden können, so doch Objekte, deren Eigenschaften durch die Theorie zumindest teilweise festgelegt werden. Ob diese Objekte existieren, ist eine müßige Frage. Als Träger von Eigenschaften besitzen sie aber eine (wenn auch verschleierte) auf die Theorie, in der sie auftreten, bezogene Realität" S. 114-115.
"Die Quantenmechanik ist vermutlich die am besten überprüfte Theorie, welche die Naturwissenschaften hervorgebracht haben, und ich nehme an, daß alle ihre experimentell überprüfbaren Aussagen zutreffen – wie seltsam sie uns auch erscheinen mögen" S. 117.
"Der objektive wissenschaftliche Fortschritt besteht darin, daß der Anwendungsbereich der Gesetze, über welche die Wissenschaft insgesamt verfügt, durch die Erkenntnis gewachsen ist und weiter wächst, so daß die vor dem Paradigmenwechsel allein bekannten gesetze Näherungen von neu gewonnen, umfassenderen sind." S. 171. Vergleiche: henning genz Wissenschaftlicher Fortschritt und sein Kriterium
Alle obigen Zitate aus: Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität. München, 2002.
zitate Anfang
Werner Karl Heisenberg
5.12. 1901 Würzburg – 1.2. 1976 München –
zitate Werner Heisenberg über den statistischen Charakter der Quantentheorie
"Wenn ein Kind seine Puppe aus der Wiege wirft, dann wackelt der Sirius!"
Exakte Quelle ist mir unbekannt. Hinweise erwünscht. Zitiert nach Walter Kern: "Zufall und Gesetz: Zur Philosophie ihres gegenseitigen Rückverweises", S. 141. In: Eder, Gernot, Hg. (1968): Gesetzmässigkeit und Zufall in der Natur. Würzburg: Echter. S. 121-158.
"Das ewig Unbegreifliche an der Welt ist ihre Begreiflichkeit."
Das Teil und das Ganze, München 1969
Leopold Infeld
20.7.1898 – 15.1.1968 Ausbildung zum Physiker an den Universitäten Krakau und Berlin; 1933 Emigration über England in die USA, Mitarbeiter am Institute for Advanced Study, Princeton, Professor an der Universität Toronto (1939-1950) und Warschau (1950). Schrieb u.a. zusammen mit Albert Einstein "The Evolution of Physics. The Growth of Ideas from Early Concepts to Relativity and Quanta" (New York: Simon and Schuster, 1938); deutsch: "Die Evolution der Physik. Von Newton bis zur Quantentheorie", Hamburg: Rowohlt 1956.
"If one wants to see a famous mathematician one does not need to go to him; it is enough to sit quietly in Princeton, and sooner or later he must come to Fine Hall."
Quest, New York 1980; zitiert nach Sylvia Nasar Sylvia Nasar. A Beautiful Mind
Ernst Mach
18.2. 1838 Chirlitz-Turas (bei Brünn) – 19.2. 1916 Vaterstetten (Kreis Ebersberg) meint der Brockhaus; ich las dagegen: Haar (Kreis München); österreichischer Physiker und Philosoph
"Ham se welche gesehen?"
Machs Standardantwort auf die Frage nach der Existenz von Atomen; zitiert nach Henning Genz. Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen. Über Physik und Realität. München, 2002.
Julius Robert Oppenheimer
22.4.1904 New York – 18.2.1967 Princeton (New Jersey); US-Atomphysiker
"The optimist thinks this is the best of all possible worlds. The pessimist fears it is true."
wird auch zitiert mit: "The optimist thinks that this is the best of all possible worlds, and the pessimist knows it.
»Der Optimist ist überzeugt, daß dies die beste aller möglichen Welten ist. Der Pessimist befürchtet, daß dies wahr ist.«. Genaue Quelle habe ich nicht; im Internet taucht "Bulletin of Atomic Scientists" auf.
Ein ähnliche Aussage wird auch vom US-Schriftsteller oppenheimer James Branch Cabell berichtet.
Max Planck
23.4. 1858 Kiel – 4.10. 1947 Göttingen – planck Max Plancks Prinzip der Wissenschaftstheorie
Berühmt ist Max Plancks Bemerkung zu seinem akademischen Lehrer Philipp von Jolly, der ihm vom Studium der Physik abgeraten habe. Als Quelle dafür wird allerorts (nicht nur im Internet, sondern z.B. auch in Sven H. Pfleger: Aus dem Physiksaal: Grundlagen und Experimente der klassischen Schulphysik, Books on Demand 2010, S. 15, dort zusätzlich falsch: "52ff") der Aufsatz
Planck, Max (1925): "Vom Relativen zum Absoluten". Naturwissenschaften 13:3, S. 53-59 genannt. Der Aufsatz beruht auf dem gleichnamigen Vortrag Plancks an der Universität München, am 1. Dezember 1924. Allerdings ersetzte Planck für den Artikel in der Zeitschrift Naturwissenschaften den ersten Absatz, der genau den Verweis auf Jolly enthielt. Das bedeutet, der Verweis zu Jollys Ratschlag auf den Artikel in der Zeitschrift Naturwissenschaften ist falsch. Hier also das korrekte Zitat bezüglich Philipp von Jolly:
“Als ich meine physikalischen Studien begann und bei meinem ehrwürdigen Lehrer Philipp v. Jolly wegen der Bedingungen und Aussichten meines Studiums mir Rat erholte, schilderte mir dieser die Physik als eine hochentwickelte, nahezu voll ausgereifte Wissenschaft, die nunmehr, nachdem ihr durch die Entdeckung des Prinzips der Erhaltung der Energie gewissermaßen die Krone aufgesetzt sei, wohl bald ihre endgültige stabile Form angenommen haben würde. Wohl gäbe es vielleicht in einem oder dem anderen Winkel noch ein Stäubchen oder ein Bläschen zu prüfen und einzuordnen, aber das System als Ganzes stehe ziemlich gesichert da, und die theoretische Physik nähere sich merklich demjenigen Grade der Vollendung, wie ihn etwa die Geometrie schon seit Jahrhunderten besitze. Das war vor fünfzig Jahren die Anschauung eines auf der Höhe der Zeit stehenden Physikers.”
"Vom Relativen zum Absoluten. Gastvorlesung, gehalten an der Universität München, am 1. Dezember 1924", S. 103. Zitiert nach Hans Roos, Armin Hermann, Hg.: Max Planck. Vorträge Reden Erinnerungen. Berlin: Springer, 2001. S. 103-118.
"We have no right to assume that any physical laws exist, or if they have existed up to now, that they will continue to exist in a similar manner in the future."
The Universe in the Light of Modern Physics, 1931
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Norbert Wiener
26.11. 1894 Columbia (Missouri) – 18.3. 1964 Stockholm, Mathematiker, Begründer der Kybernetik
"Symbolic logic stands in little favor in Göttingen. As usual, the Mathematicians will have nothing to do with anything so philosophical as logic, while the philosophers will have nothing to do with anything so mathematical as symbols", Norbert Wiener im Juni oder Juli 1914 in einem Brief aus Göttingen (wo er studierte) an Bertrand Russell; zitiert nach Bertrand Russell: The Autobiography of Bertrand Russell, Vol. 2, S. 41.
Die verschiedene Schreibweise der Anfangsbuchstaben der Mathematiker und der Philosophen ist im Original.
"Prolific as he was, Wiener generated as many anectodes about himself as theorems."
Sylvia Nasar Sylvia Nasar. A Beautiful Mind. (S. 136)
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Anton Zeilinger
* 20.5.1945 Ried/Innkreis; Institut für Experimentalphysik, Universität Wien
"Dieser objektive Zufall ist wahrscheinlich eine der profundesten Entdeckungen der Naturwissenschaften in unserem Jahrhundert." Zitiert nach Brigitte Röthlein: Die Quantenrevolution. Neue Nachrichten aus der Teilchenphysik. München 2004, S. 35. zeilinger Rezension.
Objektiver Zufall der Quantenphysik im Gegensatz zum subjektiven Zufall, z.B. beim Würfeln.
"Die meisten Physiker sind sehr naiv; sie glauben immer noch an wirkliche Wellen oder Teilchen."
Zitiert nach John Horgan: "Quanten-Philosophie", in Wolfgang Neuser, Hg.: Quantenphilosophie. Heidelberg, 1996. S. 130

Zitate Max Planck Albert Einstein
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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 7.10.2010